Veteranengedenken

Allgäuer Bürgermeister bedauert Wehrpflicht-Abschaffung

Mit einer Kranzniederlegung am Soldatendenkmal gedachte man in Eisenberg der Opfer aller Kriege. Bürgermeister Manfred Kössel hatte dabei über die Abschaffung der Wehrpflicht geklagt.

Mit einer Kranzniederlegung am Soldatendenkmal gedachte man in Eisenberg der Opfer aller Kriege. Bürgermeister Manfred Kössel hatte dabei über die Abschaffung der Wehrpflicht geklagt.

Bild: Albert Guggemos

Mit einer Kranzniederlegung am Soldatendenkmal gedachte man in Eisenberg der Opfer aller Kriege. Bürgermeister Manfred Kössel hatte dabei über die Abschaffung der Wehrpflicht geklagt.

Bild: Albert Guggemos

Eisenbergs Rathaus-Chef Manfred Kössel moniert bei Gedenkveranstaltung mangelnde Bindung junger Leute zum Staat. Weshalb er sich die Wehrpflicht zurückwünscht.
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Von ag
08.11.2021 | Stand: 12:00 Uhr

In würdigem Rahmen ist am Sonntag in Eisenberg der verstorbenen Soldaten und Opfer aller Kriege gedacht worden. Die Musikkapelle Eisenberg begleitete den Gottesdienst und verlieh dem Trauerakt am Kriegerdenkmal einen andachtsvollen Rahmen. Bürgermeister Manfred Kössel sagte eingerahmt von zwei Bundeswehrangehörigen, dass der Volkstrauertag für ihn ein Tag des Dankens für 70 Jahre Frieden sei. „Auch die friedliche Überwindung des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989, der die Teilung Deutschlands beendete, ist immer wieder einen Gedanken und ein Wort des Dankes wert“, sagte Kössel. Den heutigen Soldaten der Bundeswehr gelte sein Dank für die Bereitschaft, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen. Dabei erinnerte Kössel auch an den 20 Jahre währenden Afghanistaneinsatz der Bundeswehr, von dem 59 junge Soldaten nicht mehr lebend zurückgekehrt sind. Bürgermeisterin Eva Maria Schabel legte schließlich gemeinsam mit dem dritten Bürgermeister Thomas Fritsch am Ehrenmal einen Kranz nieder, während die Musikkapelle zu Kanonendonner das „Lied vom guten Kameraden“ intonierte.

Ostallgäuer Bürgermeister bedauert bei Gedenkveranstaltung die Abschaffung der Wehrpflicht

Nach dem gemeinsamen Zug der Fahnenabordnungen und der Reservisten mit der Musikkapelle zum Burghotel Bären fand dort die Jahresversammlung des Soldaten- und Veteranenvereins statt. Vorsitzender Alfons Stapf begrüßte dabei alle Anwesenden und dankte der Musikkapelle, den Fahnenabordnungen und den Kanonieren und gedachte nach seiner Begrüßung der zwei verstorbenen Mitglieder, Horst Becker und Adolf Städele. Er bedauerte in seinem Bericht, dass im vergangenen Jahr keinerlei Aktivitäten stattfinden konnten und wegen Corona auch der Jahresausflug ins Wasser fiel. Auch der Bericht von Schriftführer Albert Guggemos fiel deshalb kurz aus, er konnte von zwei Jubilarehrungen berichten. 2020 habe kein Trauerakt am Ehrenmal stattfinden können, sondern der Bürgermeister hielt seine Ansprache lediglich in der Kirche, berichtete Albert Guggemos.

Eisenbergs Bürgermeister führt mangelnde Bindung junger Leute an Staat auf fehlende Wehrpflicht zurück

Dann standen die Neuwahlen auf der Tagesordnung, die von Bürgermeister Manfred Kössel geleitet wurden. Da alle Vorstandsmitglieder wieder kandidierten, gab es keine Veränderungen. Bürgermeister Kössel bedauerte in seinem Grußwort, dass die Wehrpflicht abgeschafft worden sei. „Dadurch verlieren die jungen Menschen jede Bindung zum Staat und fühlen sich oftmals zu nichts verpflichtet“, sagte Kössel. Ein großes Lob sprach er der Musikkapelle und den Fahnenabordnungen, sowie dem Kanonieren aus, ebenso dankte er der Pflegerin des Kriegerdenkmals, Franziska Stapf, für die liebevolle Betreuung des Ehrenmals.