Allgäuer Berufsoffensive

30 Füssener Schüler schnuppern bei Endress+Hauser rein

Drei Azubis (in blau) zeigten den Füssener Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Abteilungen der Firma. Dabei gab es an einer Zeittafel auch einen Einblick in die lange Historie des Unternehmens.

Drei Azubis (in blau) zeigten den Füssener Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Abteilungen der Firma. Dabei gab es an einer Zeittafel auch einen Einblick in die lange Historie des Unternehmens.

Bild: Noa Hüper

Drei Azubis (in blau) zeigten den Füssener Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Abteilungen der Firma. Dabei gab es an einer Zeittafel auch einen Einblick in die lange Historie des Unternehmens.

Bild: Noa Hüper

Endress+Hauser in Nesselwang bringt Realschülern aus Füssen seine Ausbildungsberufe näher. Bei einer Führung wird ihnen erklärt, wie der Betrieb funktioniert.
17.05.2022 | Stand: 09:53 Uhr

Gleich neun verschiedene Ausbildungsrichtungen bietet die Firma Endress+Hauser in Nesselwang an. Darunter sind Berufe, die ganz unterschiedliche Interessen und Kenntnisse voraussetzen, wie Elektroniker für Geräte und Systeme oder der klassische Industriekaufmann.

30 Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Realschule Füssen haben im Rahmen der von der Allgäuer Zeitung organisierten Allgäuer Berufsoffensive jetzt einen Vormittag bei dem weltweit agierenden Unternehmen verbracht.

"Jeder nutzt unsere Produkte indirekt täglich"

Doch was macht das Unternehmen konkret? Diese Frage beantwortete Ausbildungsleiter Michael Konrad gleich zu Beginn mit einem Vortrag. Dabei führte er die Historie und die Aufgabenbereiche des Unternehmens aus. „Jeder von euch nutzt unsere Produkte indirekt täglich“, sagte Konrad. Denn Endress+Hauser stellt in Nesselwang Temperaturmesstechnik für ganz unterschiedliche Bereiche her, unter anderem für die Lebensmittelherstellung und die Chemieindustrie. „Unsere Technik sorgt zum Beispiel dafür, dass eure Zahnpasta in die Tube kommt“, erklärte Konrad. Auch bei der Joghurtherstellung ist Technik von Endress+Hauser unabdingbar. Anschließend stellte Konrad die einzelnen Berufe vor und machte klar, worauf die Jugendlichen bei ihren Bewerbungen achten müssen und was sie bei einer Ausbildung bei Endress+Hauser erwartet. Dazu zählen Gleitzeit und eine Übernahmegarantie sowie ein familiäres Arbeitsklima – trotz rund 400 Mitarbeitern allein in Nesselwang. Bewerben müsse man sich zudem rund ein Jahr vorher. Denn von dem Azubimangel in zahlreichen Allgäuer Betrieben merke Endress+Hauser kaum etwas. „Bislang haben wir immer alle Ausbildungsplätze vergeben“, sagte Konrad. Dieses Jahr sei zwar noch eine Stelle offen, aber wohl nicht mehr lange.

Führung durch alle Abteilungen

Nach dem Vortrag ging es in kleinen Gruppen los zur Führung. Je drei Auszubildende zeigten den Schülerinnen und Schülern die einzelnen Abteilungen und wie dort gearbeitet wird. Doch davor mussten alle einen sogenannten ESD-Mantel (siehe Bild) anziehen, um beim Besuch der Elektronikabteilung vor elektrostatischen Entladungen geschützt zu sein.

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So lief die Berufsorientierungsmesse in Füssen

Generell herrschen im gesamten Gebäude strikte Sicherheitsmaßnahmen, wie die Azubis den Schüler erklärten. Fotografieren ist in den Hallen, Laboren und Büros streng verboten. Ein Bereich im Versand ist außerdem nur für extra geschulte Mitarbeiter zugänglich. Dadurch muss der Zoll die Pakete nicht mehr kontrollieren.

Lehrer Stefan Huber ist Fan der Allgäuer Berufsoffensive

Weiter ging es in die Produktionshalle, wo verschiedene Messgeräte bereit lagen. Beeindruckt waren die Schüler besonders vom 3-D-Drucker, mit dem einzelne Komponenten testweise kostengünstig hergestellt werden können. Begeistert war auch Lehrer Stefan Huber: „Die Schüler bringt der Besuch auf jeden Fall weiter. Viele haben keine Idee, was sie nach dem Abschluss machen wollen. Durch die Allgäuer Berufsoffensive sehen sie, welche tollen Betriebe es bei uns in der Region gibt.“ (Lesen Sie auch: Nesselwang: Messtechnik-Hersteller unterstützt Kinder im Markt)

Laut und warm ist es in der Elektronikabteilung

In der Elektronikabteilung, in der auch zwei der Azubis, die die Schüler durch das Gebäude führten, ihre Ausbildung absolvieren, war es vor allem warm und laut, wie einige Schüler bemerkten. Der Raum muss das ganze Jahr nicht geheizt werden, erklärten die Azubis. Die Wärme der Maschinen reiche aus, um den Raum bei kalten Außentemperaturen warm zu halten. Im Sommer werde sogar gekühlt. Sie selbst haben zudem eine eigene Azubi-Ecke, wo sie grundlegende Techniken erlernen.

Generell sei die Ausbildung bei Endress+Hauser super aufgebaut, waren sich die Azubis einig. Sie würden sich freuen, in ein paar Jahren den ein oder anderen der 30 Schüler als Kollegen begrüßen zu können.

Schüler schildern ihre Eindrücke: "Ein cooler Betrieb"

Im Rahmen der Allgäuer Berufsoffensive haben 30 Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der staatlichen Realschule Füssen einen Tag bei Endress+Hauser in Nesselwang verbracht und einen Einblick in die verschiedenen Abteilungen der Firma erhalten. Unsere Redaktion hat drei Schüler und eine Schülerin nach ihren Eindrücken gefragt.

Realschüler Lorenz Landerer kann sich vorstellen, sich bei Endress+Hauser zu bewerben.
Realschüler Lorenz Landerer kann sich vorstellen, sich bei Endress+Hauser zu bewerben.
Bild: Noa Hüper

Lorenz Landerer: „Mir hat der Vortrag und die Führung gut gefallen. Wir haben Einblicke in jede Abteilung erhalten. Dabei hat man genau gesehen, wie die Arbeitsabläufe funktionieren. Alles in allem ist es ein cooler Betrieb. Ich will später Elektroniker oder Mechatroniker werden, also kommt Endress+Hauser für mich in Frage. Ich kann mir durchaus vorstellen, mich hier zu bewerben.“

Pia Leitner hat vor Bankkaufrau zu werden.
Pia Leitner hat vor Bankkaufrau zu werden.
Bild: Noa Hüper

Pia Leitner: „Wir haben viele gute Einblicke in das Firmenleben bekommen, für mich ist allerdings kein Ausbildungsberuf dabei. Ich werde nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolvieren und habe auch schon einen Platz sicher. Interessant war es hier trotzdem, vor allem die vielen Absperrungen zwischen den einzelnen Abteilungen haben mich fasziniert.“

Karim Lisson will nach dem Realschulabschluss noch auf's Gymnasium.
Karim Lisson will nach dem Realschulabschluss noch auf's Gymnasium.
Bild: Noa Hüper

Karim Lisson: „Der Tag war sehr informativ. Wir haben alles gesehen, was hier gemacht wird. Wie die Maschinen so kleine Teile fertigen, ist spannend. Und die Azubis machen coole Projekte. Ich will nach der Realschule aber noch aufs Gymnasium und mein Abitur machen. Danach bewerbe ich mich beim Bund, um Kampfpilot zu werden. Eine Ausbildung bei Endress+Hauser kommt also nicht in Frage.“

Jakob Freudling will Industriemechaniker werden.
Jakob Freudling will Industriemechaniker werden.
Bild: Noa Hüper

Jakob Freudling: „Ich würde nach der Realschule gerne eine Ausbildung zum Industriemechaniker machen. Endress+Hauser habe ich vorher zwar vom Vorbeifahren gekannt, wusste allerdings nicht, was hier genau gemacht wird. Spannend waren vor allem die modernen Abläufe überall in der Firma. Alles ist gut organisiert. Ich weiß aber noch nicht, ob ich mich hier bewerben werde.“

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