Füssen

Artenschutz: In Füssen sollen mehr Wiesen aufblühen

Solche Prachtvolle Blüten soll es in Füssen künftig häufiger geben.

Solche Prachtvolle Blüten soll es in Füssen künftig häufiger geben.

Bild: Foto: Matthias Becker

Solche Prachtvolle Blüten soll es in Füssen künftig häufiger geben.

Bild: Foto: Matthias Becker

Spätestens seit dem erfolgreichen Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist der Insektenschutz in aller Munde. In Füssen will man jetzt mehr Flächen dafür ausweisen

03.09.2020 | Stand: 14:58 Uhr

Im Landkreis Ostallgäu sind durch das Projekt Wiese x 16 viele heimische Blumenwiesen entstanden. Auch wenn die Förderung durch Leader-Mittel 2019 ausgelaufen ist, will Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter an dem Ziel eines beispielhaften Grünflächenmanagements im Sinne des Naturschutzes festhalten. Spätestens im Oktober will die Kommune weitere Grünstreifen mit insgesamt über 2000 Quadratmeter Fläche so anlegen, dass sie sich in Blumenwiesen verwandeln. „Ich finde das Projekt super, es passt zu unserem Landschaftsbild“, sagte Eichstetter in einem Pressegespräch.

Artenschutz im Ostallgäu: Seit 2017 wurden über 3600 Stauden für Insekten gepflanzt

Im Mai 2017 lief das mit 35 000 Euro über Leader geförderte Projekt mit vielen Beteiligten im Ostallgäu an, 16 Kommunen beteiligten sich daran. In den knapp zwei Jahren Laufzeit wurden tausende Quadratmeter an öffentlichen Grünflächen naturnah mit heimischem Saatgut angelegt. Außerdem wurden 3600 Stauden gepflanzt und 17 200 Frühjahrsblüher gesteckt, hieß es bei einer Bilanz Ende 2019. „Allen Beteiligten ist klar, dass wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfen“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker damals bei der Abschlussveranstaltung. Das Projekt solle in den Modellgemeinden auch nach Förderende weitergeführt und auch bei weiteren Gemeinden umgesetzt werden. Landrätin Zinnecker war sich sicher: „Wir haben mit Wiese x 16 Pionierarbeit geleistet und das Ostallgäu wird weiterblühen.“

In Füssen blühen bereits 11.000 Quadratmeter neu auf

Zumindest für die Stadt Füssen trifft das zu. Sie hat bereits über 11 000 Quadratmeter eher ödes Begleitgrün in vielfältig blühende Wiesen verwandelt. Eine Aktion, die bei den Bürgern ankommt: So bedankte sich beispielsweise im Juni eine Frau bei der Stadtverwaltung „für diesen Traum der Mohnblumen- und Kornblumenwiese am Krankenhaus“. Dort ist im Zuge des Projektes Wiese x 16 auf 4100 Quadratmetern eine artenreiche Feuchtwiese entstanden, auf der auch die Teufelskralle, das Ochsenauge oder Thymiane vorkommen. Und als sich im August ein Bürger mit der Bitte an die Verwaltung wandte, ein Begleitgrün in Weißensee doch naturnah zu bepflanzen, bekam er schnell vom Bürgermeister zur Antwort: Die Verwaltung wolle in Weißensee nicht nur diese Fläche, sondern viel mehr in Blumenwiesen verwandeln. Vorgesehen sind Flächen an der Alten Steige (Größe: 380 Quadratmeter), an der Straße nach Brand (950 Quadratmeter) und westlich der Feuerwehr (1000 Quadratmeter). „Sie sehen, wir sind mit Vollblut am Thema dran und bauen unser Projekt weiter aus“, versicherte Eichstetter dem Bürger. In diesem Herbst sollen die Flächen nun so vorbereitet werden, dass sie sich im nächsten Jahr in heimische Blumenwiesen verwandeln.