Mahnwache

Asyl-Demo in Füssen: „Wir fordern sofortigen Abschiebestopp“

Wir haben hier in Füssen um Umgebung einen sehr klaren Lokalbezug, was die Abschiebungen nach Afghanistan betrifft , betont Betty Reiners (2. von links). Teilnehmer der Mahnwache war auch Hubert Endhardt (rechts).  Foto: Werner Hacker

„Wir haben hier in Füssen um Umgebung einen sehr klaren Lokalbezug, was die Abschiebungen nach Afghanistan betrifft“, betont Betty Reiners (Zweite von links) vom Arbeitskreis Asyl. Teilnehmer der Mahnwache am Schrannenplatz war auch Hubert Endhardt (rechts).

Bild: Werner Hacker

„Wir haben hier in Füssen um Umgebung einen sehr klaren Lokalbezug, was die Abschiebungen nach Afghanistan betrifft“, betont Betty Reiners (Zweite von links) vom Arbeitskreis Asyl. Teilnehmer der Mahnwache am Schrannenplatz war auch Hubert Endhardt (rechts).

Bild: Werner Hacker

Aktivisten aus Füssen protestierem am Schrannenplatz gegen Behörden, die Geflüchtete nach Afghanistan zurückschicken. Es gibt auch Beispiele in der Region.
07.06.2021 | Stand: 12:32 Uhr

Bei einer Mahnwache am Samstag am Schrannenplatz haben die Arbeitskreise Asyl aus Füssen und Rieden am Forggensee gegen die Abschiebungen junger Asylbewerber nach Afghanistan protestiert. Die Aktion stand unter dem Motto „Afghanistan is not safe – Afghanistan ist nicht sicher.“ Anlass für den Protest war ein bundesweiter Aktionstag. Wie die Initiatoren betonten, veranlassten sie aber auch lokale Ereignisse zu ihrer Kritik an Behörden. So erzählte etwa Ingrid Stube vom Füssener Arbeitskreis von jungen afghanischen Männern aus Füssen und Schwangau, die abgeschoben wurden. „Sie hätten im September eine Ausbildung beginnen können“, sagte Stubbe.

Mahnwache gegen Abschiebungen in Füssen: Protest in Form von Kunst geäußert

An der Kundgebung nahmen auch Betty Reiners von Amnesty International teil und der Riedener Hubert Endhardt (Grüne), der auch stellvertretender Landrat ist. „Nachdem Versammlungen, zumindest im Freien, wieder möglich sind, wollten wir in Füssen ein Zeichen setzen“, unterstrich Stubbe inmitten der Gruppe, die zum Schrannenplatz mit politischen Plakaten gekommen war. Die genehmigte Versammlung hatte von 11 Uhr bis 11.45 Uhr gedauert. Zurück blieb Kunst in Form von Pflastermalerei. Denn die elfjährige Schülerin Koshbo hatte mit ihren jüngeren Geschwistern ein buntes Bild geschaffen, das auf die schwierige Situation von afghanischen Familien in Deutschland hinweist.

Nach Afghanisatan abgeschobene junge Männer seien ohne Chance, kritisiert der Arbeitskreis Asyl in Füssen

Vor allem die dorthin abgeschobenen, jungen Männer seien chancenlos. Es herrsche Krieg und Hunger. „Veranlasst und durchgeführt von deutschen Behörden gibt es dennoch Sammelabschiebungen. Insgesamt 1035 Menschen mussten Deutschland verlassen“, sagten die Initiatoren. Und Reiners fügte hinzu: „Wir fordern einen sofortigen und absoluten Abschiebestopp in das gefährliche Land sowie ein Bleiberecht für diejenigen aus Afghanistan geflüchteten Menschen, die bereits in Deutschland sind.“