Pfronten

Aus der kleinen Werkstatt auf die große Bühne

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Bild: Anton Reichart

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Bild: Anton Reichart

Mächlerausstellung In der Mittelschule Pfronten zeigen Tüftler und Kunsthandwerker Produkte ihres Könnens
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Von Anton Reichart
12.08.2019 | Stand: 15:49 Uhr

„Die Mächlar schenken uns ihre Zeit!“ Mit diesem dicken Lob von Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann eröffnete Mächler-Vorsitzender Manfred „Mecki“ Wünsch die diesjährige Ausstellung – leider noch nicht in einem eigenen Museum. In Pfronten und Umgebung gab und gibt es viele Tüftler, die mit viel Können, technischem Wissen und handwerklicher Geschicklichkeit in meist winzigen Werkstatträumen Dinge entwickelten, die später als Grundlage für die großen Allgäuer Unternehmen der Neuzeit dienten: die Macher, auf Allgäuerisch die „Mächlar“. In der Schulaula stellen sie zusammen mit Kunsthandwerkern ihre oft schier unglaublichen Produkte vor. Musikalisch untermalten Erika Homann am Hackbrett und Hans Settele auf der Ziach die Eröffnung.

Rudi Mineif hat früher bereits einen großen Fendttraktor gebaut. Nun ist das traditionelle Dieselross fast fertig. Seit Januar arbeitet er daran in seiner acht Quadratmeter kleinen Werkstatt, habe „aber bisher relativ wenige Stunden aufgewandt, pro Woche so ungefähr drei Tage“. Im Oktober will er fertig sein. Der Miniaturtraktor ist voll funktionsfähig und wird eventuell käuflich erwerbbar sein. Auf keinen Fall hingegen hergeben wird der früher als Mitarbeiter bei Sinterstahl in Füssen tätige Rentner das Lamborghini-Rennboot. Das rund einen Meter lange Modell lässt Mineif schon mal mittels Fernsteuerung auf dem Weißensee dahinflitzen. Das große Original war restauriert worden und ist mittlerweile für dreieinhalb Millionen Euro zu haben.

Neben dem Filigran-Drechsler Reinhard Beck und dem Kugelschleifer Heinz Schubert (wir berichteten)präsentieren beispielsweise Irmgard Friedl und Anni Hefter ein besonderes Tongefäß. Aus Ton, den sie gebrannt und lasiert haben, stellten sie ein Brotgefäß her. „So bleibt das Brot frisch“, war die Idee der Keramikkünstlerinnen.

Angelika Haf kommt aus dem Pfrontener Schnitzer- und Krippenbaustüble und drückt sich in gleich zwei Kunstarten aus. Als 18-Jährige hatte sie mit Schnitzen angefangen. Später benutzte sie Acryl und Farbpigmente und malte als „bevorzugte Motive Tiere, aber auch alles andere“. Werke aus beiden Sparten zeigt sie in der Ausstellung.

Mächlarchef Wünsch (ein Besucher: „Dir hätt’ ich das gar nicht zugetraut!“) hatte als Kind den Kunstmaler Joseph Lipp aus Weißensee kennengelernt. Der habe Meckis Talent erkannt, Mecki musste erst mal Zitronen mit deren Blättern als Probe malen. Heute malt er auch Porträts, nach Vorlage von Fotografien von Personen. So kam auch Engelbräu-Chef Hermann Widenmayer auf die Leinwand.

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Der frühere Postbote Hans Guggemos hat mittlerweile einen Stamm von rund 50 Malschülern, die er in Volkshochschulkursen anlernt. An den vier Vhs-Standorten in Pfronten, Lechbruck sowie in Füssen bei Füssen Tourismus und Marketing und im Gymnasium lässt er nach Vorlagen die Anfänger („die sind schon nach einem Jahr sehr weit“) Aquarelle malen. Aber auch Fortgeschrittene gehen noch in seine Vhs-Kurse, wie die zahlreichen Exponate in der Mittelschulaula beweisen.