Straßen- und Wegebau

Aus Information über Straßenprojekte in Seeg wird längere Diskussion

Baustelle

Im Sonderbaugebiet an der Nesselwanger Straße wird das Aushubmaterial vom Bau an der Staatsstraße 2008 eingebracht. Zuvor wurde es auf seine Unbedenklichkeit für die Umwelt getestet.

Bild: Anton Reichart

Im Sonderbaugebiet an der Nesselwanger Straße wird das Aushubmaterial vom Bau an der Staatsstraße 2008 eingebracht. Zuvor wurde es auf seine Unbedenklichkeit für die Umwelt getestet.

Bild: Anton Reichart

Eigentlich soll ein Planer den Gemeinderat Seeg nur zu ein paar Projekten auf den neuesten Stand bringen. Am Ende werden Details besprochen und manches neu aufgerollt
01.05.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Eigentlich ist nur ein Sachstandsbericht auf der Tagesordnung der Seeger Gemeinderatssitzung angekündigt gewesen. Aus der reinen Information durch Planer Bertram Mooser vom beauftragten Ingenieurbüro zu den laufenden Projekten in Sachen Straßen- und Wegebau wurde jedoch eine ausführliche Diskussion im Rat. Dabei wurden Details angesprochen und teils wieder neu aufgerollt sowie nach Beratungen abgesegnet.

  • In der Lobachstraße wird der Schmutzwasserkanal auf neuer Trasse geführt, weil teilweise hier noch keiner bestehe, informierte Mooser den Rat. In dem Zug werde auch der Regenwasserkanal gebaut beziehungsweise erneuert. Die Straße wird auf fünf Meter Breite erweitert. Mooser warf auch die Frage auf, ob einzelne schmale Flächen entlang der Straße, die mit einer Hecke bepflanzt sind, so beibehalten werden können. Denn sie liegen eigentlich auf Gemeindegrund, werden aber für die Straßenfläche nicht unbedingt benötigt. Richard Dopfer (Demokratische Bürger Seeg/DBS) sprach sich dafür aus, die Hecke bestehen zu lassen. Auch Bürgermeister Markus Berktold (Gemeinsame Zukunft Seeg/GZS) meinte, die Hecke sollte man nicht ohne Not wegreißen. Aber zumindest stutzen, so der Wunsch von Cyriakus Rietzler (GZS), damit die Höhe wieder passe. Die Straßenbegrenzung soll nur durch einen lediglich drei Zentimeter hohen Randstein erfolgen, und dies nur auf der südlichen Seite der Straße. Zweiter Bürgermeister Lorenz Schnatterer (GZS) schlug daraufhin vor, der Bauausschuss möge sich die Situation vor Ort anschauen, was auf allgemeine Zustimmung stieß.
  • An der Zwischenlagerfläche beim Kreisverkehr nördlich des Ortsteils Enzenstetten werde belastetes Z-2-Material aufbereitet. Das anfallende Aushubmaterial der Staatsstraße 2008 sei getestet und für unbelastet befunden worden. Es kann somit im Sonderbaugebiet An der Nesselwanger Straße (wir berichteten) unbedenklich eingebaut werden.
  • Die Staatsstraße 2008 wird ab dem südlichen Ortszentrum von Seeg, auf Höhe der einmündenden Straße Aufmberg, seit einigen Monaten ausgebaut. Nach der erzwungenen langen Winterpause sei die Baustelle nun laut Mooser wieder am Laufen. Die Vorarbeiten der Telekom seien „jetzt endlich erledigt“, auch die Arbeiten der E-Werke abgeschlossen. Die Straße Aufmberg gehe nun in einer Breite von 5,50 Meter ein gutes Stück von der Einmündung in westlicher Richtung bergauf. Aufgrund der Breite werden rund 17 000 Euro Mehrkosten für die Kommune fällig, die das Staatliche Bauamt nicht übernehme. Ludwig Mayer (DBS) wollte wissen, ob dieser Mehrbetrag nicht zu vermeiden sei. Berktold erinnerte daran, dass ursprünglich mit einer Breite von 4,50 Meter geplant wurde. Und nur bei diesen Maßen habe das Bauamt seine Mitwirkung zugesagt. Den einen Meter mehr wolle der Gemeinderat mittlerweile verwirklicht sehen. Der Gemeindechef versprach aber, über die Sache nochmal mit den Behörden zu reden. Die Telekom bereitet nach wie vor einigen Räten Sorgen, vor allem den Landwirten unter ihnen. Denn die künftig zu verlegenden Kabel sind schon mal oberirdisch ausgelegt. Da aber Landwirte von der Straße in ihre Felder fahren müssen, soll die Telekom gewarnt werden, dass möglicherweise an diesen oberirdisch verlegten Leitungen Schäden entstehen könnten.
  • Ein ständiger Gefahrenpunkt könnte zugunsten des Sportplatzbereichs behoben werden. Die Ortsstraße führt ab dem Baugeschäft Blender mit großem Gefälle hinab zum Sportheim des TSV. Dabei quert sie in einer engen Kurve die Bahngleise. Ausgerechnet beim Bahnübergang ist die Topografie sehr unübersichtlich. Zusammen mit dem Amt für ländliche Entwicklung und der Bahn plant die Kommune einen verkehrssicheren Ausbau dieser wenigen hundert Metern Ortsstraße. Die Planung sei auf eine spätere Beschrankung ausgelegt. Dabei müssen extrem viele Anforderungen des Eisenbahnbundesamtes integriert werden wie beispielsweise flächenmäßig große Aufweitungen der Kurven. Der Geh- und Radweg ist jetzt auf der westlichen Seite geplant. Diese Linienführung wie auch der Weg selbst treffen auf Zustimmung etlicher Räte.
  • Aus 3 mach 1: Im Bereich Felben-Zeil führt die Bahnlinie in einem Bogen Richtung Enzenstetten. An diesem Hanggelände gehen innerhalb weniger Meter gleich drei Übergänge über die Bahngleise. Da die Bahn an der Aufhebung möglichst vieler solcher schienengleichen Übergänge interessiert ist, wird hier künftig nur noch ein Übergang bleiben. Im Gegenzug bietet die Bahn eine Beschrankung an. Das hat noch einen weiteren, positiven Nebeneffekt: Die Züge müssen nicht mehr pfeifen, was in Seeg bereits in der Vergangenheit zum Thema geworden war.