Lechbruck/München

Auszeichnung für den sparsamsten aller Allgäuer Bürgermeister

Auszeichnung Angl

Ein Löwe für Sparfuchs Helmut Angl. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) und Rolf Baron von Hohenau, Präsident des Bunds der Steuerzahler in Bayern würdigten Angls Wirken.

Bild: Wirtschaftsministerium

Ein Löwe für Sparfuchs Helmut Angl. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) und Rolf Baron von Hohenau, Präsident des Bunds der Steuerzahler in Bayern würdigten Angls Wirken.

Bild: Wirtschaftsministerium

Helmut Angl hat die Gemeinde Lechbruck von einem Sanierungsfall zur Vorzeigekommune gemacht. Der Bund der Steuerzahler würdigte ihn jetzt mit einem Sonderpreis

30.07.2020 | Stand: 12:33 Uhr

Eine nicht alltägliche Auszeichnung ist jetzt dem ehemaligen Lechbrucker Bürgermeister Helmut Angl zu Teil geworden. Der Bund der Steuerzahler in Bayern zeichnete den Ex-Rathaus-Chef nun mit dem sogenannten Kreativpreis aus. Damit wird gewürdigt, dass Angl die Gemeinde Lechbruck in seiner Amtszeit komplett entschuldet hat. Als er übernommen hatte, war Lechbruck der Ort mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung Bayerns (14,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten). Corona-bedingt erfolgte die Verleihung im Münchner Wirtschaftsministerium jetzt in kleinem Kreis. Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsident betonte in seiner Rede, dass Angl sich den Preis redlich verdient habe.

Wirtschaftsminister Aiwanger lobt Angl für dessen Tourismuspolitik

„Die Fokussierung auf den Tourismus war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Den Fremdenverkehr zu stärken hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde Lechbruck am See heute praktisch schuldenfrei ist“, sagt Aiwanger. Zu Beginn von Angls Amtszeit zählte die Gemeinde 206 000 Übernachtungen pro Jahr. 2019 waren es bereits 365 000. Wenn nun aufgrund der Corona-Pandemie Gäste in Lechbruck wegbleiben und die Übernachtungen zurückgehen würden, sei das für einen Tourismusort wie Lechbruck im Ostallgäu natürlich eine besondere Belastungsprobe. „Gleichzeitig sehen wir aber auch: Urlaub bei uns im Freistaat ist beliebter als je zuvor. Für einen erholsamen und abwechslungsreichen Urlaub muss man nicht um die halbe Welt reisen“, unterstrich Aiwanger. Er sei deshalb optimistisch, dass die Gemeinde den eingeschlagenen Weg weiter erfolgreich gehen wird.

Auch Rolf Baron von Hohenhau, Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern, gleichzeitig Präsident des europäischen Bundes der Steuerzahler, fand nur lobende Worte. Seine Lebensleistung sei, so von Hohenhau, insgesamt beeindruckend. 42 Jahre im Berufsleben von der Lehre bis zum Sparmarktinhaber ab 1972 sowie zwölf Jahre Bürgermeister, das mache zusammen 54 Arbeitsjahre. Dass der Preisträger nie eine 40-Stunden-Woche gehabt habe, sei durch die Recherchen anlässlich der Preisverleihung deutlich geworden. Der Geehrte habe zu Beginn seiner Amtszeit alle Kosten auf den Prüfstand gestellt und dann den beeindruckenden Schuldenabbau eingeleitet. Lechbruck sei bei seinem Amtsantritt mit 14,7 Millionen Euro Belastung die am höchsten verschuldete Gemeinde Bayerns gewesen und sei jetzt schuldenfrei. Mehr noch, die Gemeinde habe zwar 3,1 Millionen Euro Schulden, verfüge aber über Rücklagen von sechs Millionen Euro. Diese unverständlich wirkende Diskrepanz ergebe sich nur dadurch, dass eine Bank der vorzeitigen Tilgung nicht zugestimmt habe.

In Lechbruck enstanden in seiner Amtszeit viele Arbeitsplätze

Und Hohenau hob noch einen Aspekt hervor: Von 630 Arbeitsplätzen, der Situation bei Amtsantritt von Angl, verfüge die Gemeinde heute über 900 Arbeitsplätze und das dank der Devise des Geehrten „Alte Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen“. Als maßgebliche weitere Verleihungsgründe seien die Senkung der Grundsteuer von 450 auf 370 Punkte sowie ein tragbarer, gleichbleibender Gewerbesteuer-Hebesatz von 320 Prozent gewertet worden. Mit diesen Verdiensten habe sich Helmut Angl in besonderer Weise um die Steuerzahler verdient gemacht.

Nach Überreichung des Kreativpreises in Form eines Löwen aus Bronze gab Angl den Dank und die Anerkennung auch an die jeweils mitentscheidende Gemeinderatsmehrheit, sowie an die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Lechbruck weiter. Ohne Mittragen seines unternehmerisch geprägten Kurses wäre die Erfolgsbilanz von Lechbruck als leistungsstarke und schuldenfreie Tourismusgemeinde nicht möglich gewesen. Was er gerne noch geschafft hätte, wäre das Ausbaggern des Oberen Lechsees und ein neues Feuerwehrhaus gewesen. Vorhaben die jetzt sein Nachfolger in Angriff nehmen müsse. Sein Fazit nach zwölf Jahren als Bürgermeister: „Es ist ein schönes und verantwortungsvolles Amt, nur vergnügungssteuerpflichtig ist es nicht.“ Den Kreativpreis des Bundes der Steuerzahler werte er als Bestätigung, dass er mit dem Geld der Bürger von Lechbruck sparsam und verantwortungsbewusst umgegangen sei.