Versuchte Erpressung

Autoverkäuferin aus Roßhaupten wird von vermeintlichem Autohändler erpresst

Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten wollte ihren Pkw über eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform verkaufen. Das ging schief.

Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten wollte ihren Pkw über eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform verkaufen. Das ging schief.

Bild: Zacharie Scheurer, dpa (Symbolfoto)

Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten wollte ihren Pkw über eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform verkaufen. Das ging schief.

Bild: Zacharie Scheurer, dpa (Symbolfoto)

Eine 33-Jährige aus Roßhaupten will ihr Auto über eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform verkaufen. Das geht jedoch gründlich schief.
18.08.2021 | Stand: 13:36 Uhr

Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten hat vergangene Woche ihren Pkw über eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform verkaufen wollen. Das ging jedoch gründlich schief.

Am Dienstag meldete sich ein Interessent bei der 33-Jährigen. Der 32-jährige Mann aus dem Bereich Hannover gab sich als seriöser Autohändler aus, wie die Polizei berichtet. Nach einem kurzen Verhandlungsgespräch per Telefon baute der Betrüger nach und nach Druck auf die Verkäuferin auf. Er drängte sie zu einem sofortigen Vertragsabschluss.

Unmittelbar nach der Übermittlung des Kaufvertrags per E-Mail nahm der Mann aus Hannover laut Polizei sofort mit der Verkäuferin telefonisch Kontakt auf. Er setzte die Verkäuferin weiter massiv unter Druck, indem er ihr wiederholt Betrugsabsichten vorwarf, da sie angeblich eine andere Ausstattung im Internet eingestellt hatte, als das Fahrzeug tatsächlich hat. Er drohte weiter mit immensen Anwaltskosten und Schadensersatzansprüchen, die auf die 33-Jährige zukommen werden. Der Pkw sei bereits weiterverkauft worden und der Abholer des Fahrzeuges sei schon auf dem Weg zu ihr.

Autoverkäuferin aus Roßhaupten wird von vermeintlichem Autohändler erpresst

Um der Roßhauptenerin eine Gerichtsverhandlung, Anwaltskosten und Schadensersatzansprüche zu ersparen, schlug ihr der Betrüger einen viel zu niedrigen, neuen Verkaufspreis vor, so die Polizei. Anfangs wurde ein Preis von knapp 5000 Euro vereinbart, plötzlich wollte der Käufer nur noch 3300 Euro bezahlen. Um seinen unberechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen, übermittelte der angebliche Autohändler der Frau zudem Gerichtsurteile, die sich auf die Nichteinhaltung eines Kaufvertrages bezogen. Es wurde beschrieben, dass mehrere Tausend Euro Schadensersatz und weitere Kosten auf Verkäufer zukommen können, wenn sie zuvor falsche Angaben zu einem Fahrzeug gemacht haben.

Die Frau meldete den Fall der Polizei Füssen, bevor es zu einer Fahrzeugübergabe kam. Es entstand bislang kein finanzieller Schaden. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die Kriminalpolizei Hannover bereits ein Verfahren wegen Betrugs gegen den Autoverkäufer eingeleitet hat. Bereits in der Vergangenheit wurde gegen die Person in gleicher Sache ermittelt. (Lesen Sie auch: Zweimal für gleiches Auto gezahlt: Wie das Traumauto eines Oberallgäuers zum Albtraum wurde)

Deutschlandweite Betrugsmasche

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Betrug

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Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich laut Polizei um eine deutschlandweite Betrugsmasche. Die Tatverdächtigen suchen bei den privat angebotenen Fahrzeugen bewusst nach Mängeln, die nicht angegeben wurden oder verändern die übermittelten Kaufverträge derart, dass nicht mitgeteilte Mängel plötzlich erscheinen. Danach werden die Anbieter der Fahrzeuge massiv unter Druck gesetzt, in dem der Interessent ihnen mit gerichtlichen Verfahren hinsichtlich Schadenersatz und weiterer Kosten droht. Ebenso heißt es, es werde Anzeige wegen Betrugs gegen die Autoverkäufer erstattet werden, es sei denn, der Kaufpreis wird drastisch und völlig unberechtigt reduziert. (Lesen Sie auch: Wie Immobilien-Betrüger im Internet vorgehen)

Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“

Die Polizei rät in Fällen einer solchen Betrugsmasche:

  • Lassen Sie sich nicht unüberlegt zu einem Autoverkauf drängen.
  • Wenn der Verkäufer Druck aufbaut, ist Vorsicht geboten. Gehen Sie auf Forderungen und auf einen geforderten Preisnachlass nicht sofort ein.
  • Geben Sie dem Interessenten klar zu verstehen, dass Sie Bedenkzeit brauchen. Ein seriöser Käufer wird nicht sofort mit immensen Kosten, einer Anzeige wegen Betrugs oder einer Gerichtsverhandlungen drohen.
  • Kontaktieren Sie im Zweifelsfall immer die örtlich zuständige Polizei.

Eine Vielzahl von weiteren Tipps, speziell auch zum Autoverkauf, finden Sie auf der Internetseite sicherer-autokauf.de. Die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ wurde Anfang 2007 von den führenden Internet-Fahrzeugmärkten AutoScout24 und mobile.de zusammen mit dem ADAC ins Leben gerufen und wird seit März 2008 von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Nutzer von Online-Autobörsen für Sicherheitsfragen rund um den Autokauf und den Autoverkauf zu sensibilisieren, umfassend zu informieren und konkrete Hilfestellungen zu geben.

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