Füssen

Azubi-Woche vermittelt Wissenswertes über Füssen

Betriebsleiter Rudolf Fichtl (Zweiter von rechts) mit einem Teil der Auszubildenden im Labor der Füssener Kläranlage.

Betriebsleiter Rudolf Fichtl (Zweiter von rechts) mit einem Teil der Auszubildenden im Labor der Füssener Kläranlage.

Bild: Stadt Füssen

Betriebsleiter Rudolf Fichtl (Zweiter von rechts) mit einem Teil der Auszubildenden im Labor der Füssener Kläranlage.

Bild: Stadt Füssen

Stadtverwaltung organisert viele Veranstaltungen für Nachwuchskräfte. Warum Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter darauf viel Wert legt
Betriebsleiter Rudolf Fichtl (Zweiter von rechts) mit einem Teil der Auszubildenden im Labor der Füssener Kläranlage.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
02.10.2020 | Stand: 18:15 Uhr

Ihm sind die Auszubildenden der Stadt Füssen „sehr wichtig“, denn sie seien die Zukunft und die späteren Führungskräfte: Bürgermeister Maximilian Eichstetter beteiligte sich deshalb intensiv an einer Azubi-Woche. Die Termine dieser Woche sollten dazu beitragen, dass die jungen Menschen sich mit der Stadt Füssen identifizieren lernen, stolz auf ihr Arbeitsgebiet werden können und Einblick in die vielfältigen Themengebiete der Kommune erhalten. Zudem stärke sie die Gemeinschaft und den Teamgedanken, sagte Eichstetter.

Den Auftakt machte die Besichtigung der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes. Betriebsleiter Rudolf Fichtl erklärte den Azubis die komplette Anlage vom Zulauf bis zum Nachklärbecken. Die Auszubildenden zeigten sich sehr beeindruckt von der Anlage: „Ich finde es spannend, welcher Aufwand betrieben wird, um das hereinkommende dreckige Wasser aufzubereiten“, sagte Alexandra Wolf.

Galgenbichl ein "Juwel" der Stadt

Beim Workshop zum Thema Wiese x 16 ging es für die Nachwuchskräfte mit Thomas Hennemann, Gebietsbetreuer des Ostallgäuer Alpenrandes beim Landratsamt, zum Galgenbichl. Bei der Wanderung erklärte Hennemann der Gruppe unter anderem, warum Biodiversität – also die Vielfalt an Lebensräumen, Arten und Genetik in einem Gebiet – so wichtig für die Natur ist. Dies treffe auf den Galgenbichl zu, weshalb Hennemann das Gebiet ein „Juwel der Stadt Füssen“ nannte. Nachdem sich die Gruppe mit Butterbrezen und Tee mit frisch gepflückter Pfefferminze gestärkt hatte, informierte Sarah Sagemann von der Projektleitung Wiese x 16 beim Landratsamt über dieses Vorhaben. Es hat zum Ziel, Arten zu schützen, indem städtische Grünflächen erhalten und neue angelegt werden.

Wiesen-Projekt rechnet sich finanziell

Füssen beteiligt sich bei dem Projekt und integriert stetig Grünflächen – in Weißensee zum Beispiel sollen weitere 2000 Quadratmeter hinzukommen. Eichstetter steht hinter dem Projekt – aus Umweltschutzgründen, aber auch, weil es sich langfristig finanziell rechnet: „Wiesen, die man aus Umweltschutzgründen verwildern lässt, muss man auch weniger bewirtschaften.“ Andreas Weiß von der Stadtgärtnerei pflichtete dem Rathauschef bei. Natürlich seien die Maßnahmen für das Projekt in der Anfangszeit zeitaufwendig. Weiß rechnet aber damit, dass sich die Maßnahmen durch Einsparungen bei der Arbeitszeit nach drei Jahren amortisiert haben.

Nach dem theoretischen Teil griffen Eichstetter und die Azubis zu Schaufel und Rechen. Im Ziegelbergweg richteten sie mithilfe von Mitarbeitern der Stadtgärtnerei drei Grünstreifen her. Sie schaufelten Erde, verteilten diese mit Rechen, errechneten die notwendige Menge an Saatgut, brachten die Samen aus und planierten die Flächen mit einer Walze. Das lobte eine Anwohnerin, die zufällig vorbeikam, als die jungen Menschen mit Eichstetter am Werkeln waren: „Die Artenvielfalt sollte erhalten bleiben, wir dürfen nicht alles zubetonieren“, sagte Christine Görne und fuhr fort: „Ich finde das schön, auch Klee hat einen optischen Wert.“

Füssens Besitz in Tirol

Zum Abschluss der Azubi-Woche wanderten die Nachwuchskräfte mit Eichstetter, Hauptamtsleiter Peter Hartl und Vertretern des Personalrates auf die Füssener Hütte. Nach einer Brotzeit erklärte der Verwalter des städtischen Grundbesitzes in Tirol, Thomas Wechner, den jungen Menschen seine Arbeit. Sie reichen von der Verwaltung der Füssener Hütte bis hin zur Verhinderung von Waldschäden auf den Tiroler Liegenschaften der Stadt Füssen.

Die Auszubildende Julia Steger zeigte sich sehr erfreut, dass die Kommune die Azubi-Woche angeboten hat: „Es war sehr interessant zu sehen, was alles zu den Aufgaben der Stadt Füssen gehört. Vor allem hat es mich aber gefreut, in einem ungezwungenen Rahmen meine Azubi-Kollegen besser kennenzulernen – vor allem diejenigen, die bei Füssen Tourismus und Marketing angestellt sind, da wir mit diesen nur bei solchen Gelegenheiten in Kontakt kommen.“ Eichstetter dürfte das gefallen. Sein Ziel der Azubi-Woche ist erreicht: Entdecken und Zusammenwachsen.