Infoveranstaltung

Bürger sollen mehr über Hotelprojekt in Lechbruck erfahren

Auf dieser Wiese und den dahinter liegenden Grundstücken des alten Hallenbades und der maroden Tennishalle in Lechbruck soll ein großes Vier-Sterne-Hotel entstehen.

Auf dieser Wiese und den dahinter liegenden Grundstücken des alten Hallenbades und der maroden Tennishalle in Lechbruck soll ein großes Vier-Sterne-Hotel entstehen.

Bild: Bürgerinitiative Lechbruck am See

Auf dieser Wiese und den dahinter liegenden Grundstücken des alten Hallenbades und der maroden Tennishalle in Lechbruck soll ein großes Vier-Sterne-Hotel entstehen.

Bild: Bürgerinitiative Lechbruck am See

Die Gemeinde und die künftigen Betreiber der Lerch GmbH wollen über den geplanten Vier-Sterne-Bau am Oberen Lechsee in Lechbruck sprechen
16.10.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Ein Vier-Sterne-Hotel mit 140 Zimmern und Wellnessbereich soll am Oberen Lechsee in Lechbruck entstehen. Das stößt, wie berichtet, auf Widerstand in Teilen der Bevölkerung. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen will. Doch auch die andere Seite formiert sich. Bei einer Infoveranstaltung wollen nun die Gemeinde und die künfitgen Betreiber die Bürger über das Projekt informieren. Stattfinden soll diese am Donnerstag, 22. Oktober, 20 Uhr, in der Lechhalle.

Seit 30 Jahren im Geschäft

Betreiben möchte das Luxushotel auf dem Gelände des alten Hallenbades und der maroden Tennishalle die Lerch GmbH aus Biberach. Das Familienunternehmen hat laut seiner Homepage unter anderem das Panoramahotel Oberjoch, das Parkhotel Jordanbad in Biberach, das Hotel Weitblick Allgäu in Marktoberdorf sowie verschiedene Chalets, Lodges, den Weinshop „Fräulein Lecker Weinwelt“ und ein großes Catering. Die Familie Lerch ist seit etwa 30 Jahren im Geschäft und hat derzeit nach eigenen Angaben in allen Betrieben an die 550 Mitarbeiter sowie einen Umsatz von über 30 Millionen Euro.

Etwa genauso viel soll für den Neubau in Lechbruck ausgegeben werden. Als hundertprozentiger Investor steht Gerhard Breher der Familie Lerch zur Seite. Er ist Leiter der BreFa Bauunternehmung GmbH aus Woringen und hat zusammen mit der Lerch GmbH bereits das Hotel Weitblick Allgäu in Marktoberdorf und das Panoramahotel Oberjoch gebaut. Gemeinsam mit Manfred Rietzler wollte Breher außerdem das Luxushotel am Füssener Festspielhaus realisieren. Dieses millionenschwere Vorhaben scheiterte aber im August 2019 endgültig unter anderem am Widerstand von Naturschützern und Bürgern.

Für die Gemeinde Lechbruck würde der Hotelneubau am Oberen Lechsee bedeuten, dass sie mit einem Schlag zwei langjährige Sorgenkinder los wäre – das Hallenbad und die Tennishalle. Auf deren Gelände und einer Wiese davor nämlich soll der vierstöckige Luxus-Betrieb mit 300 Betten, Wellnessbereich und Restaurant entstehen. Die alten Gebäude würde der Investor abreißen. Die Lechwiesenstraße und der Fußweg, die bisher nahe am See entlang führen, müssten allerdings nach hinten verlegt werden, so dass die künftigen Hotelgäste freien Zugang zum See haben.

Schon seit Jahren ein Thema

Als Argument für den Neubau führt die Gemeinde ins Feld, dass sie mit dem Geld aus dem Grundstücksverkauf die dringend nötigen Projekte Kindergarten und Feuerwehrhaus in Angriff nehmen könnte, ohne die Gemeindekasse sehr zu belasten. Der Gemeinderat ist in weiten Teilen für das Projekt. Es ist auf seiner Agenda auch nicht neu. Im Zuge der Überlegungen, was mit Hallenbad und Tennishalle passieren soll, ist ein Hotelbau schon seit etlichen Jahren Thema. Die Pläne gerieten jedoch immer wieder ins Stocken, auch weil ein Investor fehlte. Vergangenes Jahr nun traten die Familie Lerch und Breher auf den Plan und das Vorhaben bekam neue Dynamik. Im September 2019 stimmte der Gemeinderat zugunsten des Vier-Sterne-Hotels. Derzeit sind die Pläne aber noch relativ am Anfang. Es müssen zum Beispiel erst noch Absprachen mit dem Landratsamt Ostallgäu getroffen werden und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden.

Was genau noch auf die Bürger zukommt, soll aber nächste Woche die Infoveranstaltung klären. Coronabedingt muss die Teilnehmerzahl dabei laut Bürgermeister Werner Moll begrenzt werden. Wer in die Lechhalle will, muss sich vorher bei der Gemeinde unter E-Mailoder telefonisch unter 08862/9878-0 anmelden und seine Kontaktdaten hinterlegen.

Damit trotzdem möglichst viele Lechbrucker die Infoveranstaltung verfolgen können, plant die Gemeinde eine Videoübertragung. Ob diese live am selben Tag über das Internet erfolgt oder in aufgezeichneter Form später abgerufen werden kann, ist laut Moll aber noch offen.