Großer Schwindel im Ostallgäu

Bei Handyverkauf betrogen: 39-Jähriger wird danach selbst zum Betrüger

Die Polizei hatte mit einem Mann zu tun, der erst betrogen wurde und daraufhin selbst zum Betrüger wurde.

Die Polizei hatte mit einem Mann zu tun, der erst betrogen wurde und daraufhin selbst zum Betrüger wurde.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolbild)

Die Polizei hatte mit einem Mann zu tun, der erst betrogen wurde und daraufhin selbst zum Betrüger wurde.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolbild)

Ein 39-jähriger Mann ist beim Handyverkauf betrogen worden. Um den entstandenen Schaden wieder hereinzuholen, wurde er selbst zum Betrüger.
24.09.2020 | Stand: 13:13 Uhr

Ein ungewöhnlicher Betrugsfall hat sich im Ostallgäu und in Österreich ereignet: Ein 39-jähriger Mann wollte laut Polizei sein hochwertiges und auf Kredit gekauftes Handy im Internet verkaufen. Dabei geriet er an einen Betrüger, der es schaffte, den Mann zu überreden, das Handy nach London zu verschicken. Allerdings passierte das nach Angaben der Polizei, bevor der ausgemachte Verkaufspreis auf dem Konto des Verkäufers ankam.

Der überhöhte Preis von weit über 1.000 Euro kam auch nach dem Versand der Ware nicht und der Mann blieb auf seinem Verlust sitzen.

39-Jähriger gab sich als Raubopfer aus

Offenbar hoffte der 39-Jährige dann, den Schaden wieder hereinzuholen, indem er bei der Polizei einen Raub meldete. Nach einem Ausflug nach Reutte (Österreich) gab er deshalb bei der dortigen Polizei an, dass er beim Spaziergang mit seinem Hund beraubt wurde und der unbekannte Täter mit seinem Handy geflohen sei. Die österreichischen Behörden begannen laut Polizei zu ermitteln, woraufhin der Schwindel aufflog.

Mann bekam schlechtes Gewissen

Die Versicherung des ehemaligen Handybesitzers wusste über den angeblichen Raub bereits Bescheid und hatte den Schaden ausgeglichen. Das schlechte Gewissen des Mannes brachte ihn jedoch dazu, der Versicherung das ausgelieferte Ersatzhandy zurückzugeben.

Der 39-Jährigen wird nun in Deutschland sowie Österreich wegen Vortäuschens einer Straftat und Versicherungsmissbrauchs angezeigt. Gegen den unbekannten Täter, der das Mobiltelefon nach England geschickt bekommen hat, wird laut Polizei ermittelt.