Vereinsleben

Bei Sportheim-Abriss in Eisenberg trifft Wehmut auf Vorfreude

Das alte Clubheim des TSV Hopferau-Eisenberg wird abgerissen.

Das alte Clubheim des TSV Hopferau-Eisenberg wird abgerissen.

Bild: Martina Gast

Das alte Clubheim des TSV Hopferau-Eisenberg wird abgerissen.

Bild: Martina Gast

Der TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg freut sich aufs neue Domizil. Der Abriss des alten tut aber manchen weh. Auch für dessen Bau war viel Schweiß geflossen.
Das alte Clubheim des TSV Hopferau-Eisenberg wird abgerissen.
Von Martina Gast
02.11.2020 | Stand: 17:30 Uhr

Die Männer des TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg konnten die coronabedingt spielfreie Zeit gut nutzen. Sie haben das Sportheim beim Fußballplatz in Eisenberg-Unterreuten abgerissen. Nach über 40 Jahren ist das alte Gebäude nun gewichen, um Platz für Neues zu schaffen. Thorsten Reinke, Leiter der Fußball-Abteilung, ist begeistert von den vielen Helfern, die vor Ort anpackten. Natürlich wurde während der Arbeit stets auf Sicherheitsabstände und Hygieneregeln geachtet. „Viele Spieler freuen sich auf den Neubau und sind dementsprechend motiviert. So ein Projekt tut der Gemeinschaft gut, alle packen mit an und helfen zusammen, vielleicht wäre das bei einer Renovierung nicht ganz so gewesen“, meint Matthias Stocker-Böck. Er war als zweiter Vorsitzender mit Reinke und Sebastian Köpf maßgeblich an der Entstehung des Vorhabens beteiligt.

Sanierung war nicht möglich

Wurde anfangs noch eine Sanierung in Betracht gezogen, kristallisierte sich bald heraus, dass man aufgrund der beengten Räumlichkeiten und zahlreichen neuen Auflagen seitens des Bayrischen Fußballverbandes nicht um einen Neubau herumkommen würde. Ende August war bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig für den Abriss und Neubau gestimmt worden. Nachdem die Genehmigungen des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) und des Landratsamtes Ostallgäu vorliegen, konnte mit dem Projekt Abriss begonnen werden. Dank der guten Teamarbeit der A- und B-Jugend sowie Herrenmannschaften ist alles planmäßig verlaufen und wurde größtenteils durch Eigenleistung bewältigt.

Erinnerungen werden wach

Manchem war beim Anrücken des Baggers der Firma Lukas Baur aus Roßhaupten dann doch etwas mulmig zumute. Die meisten schnürten in den alten Kabinen erstmals ihre Fußballschuhe und haben seit ihren Anfängen zahlreiche unvergessliche Stunden in dem Vereinsheim verbracht. Trotzdem überwiegt die Vorfreude bei allen Beteiligten, denn der neue, größere Bau bietet einfach mehr Platz. Er verfügt neben vier Umkleidekabinen, Waschräumen, Ball- und Schiedsrichterbereich auch über einen Büro-, Technik- und Gastraum. Genau genommen handelt es sich bereits um das dritte Vereinsheim. Gregor Nigg, ein Gründungsmitglied des Vereins und passionierter Fußballer der ersten Stunde, kann sich noch gut an die Anfänge in Unterreuten erinnern. Die erste Unterkunft war eine einfache, gebraucht gekaufte Holzhütte, die Gottl Niedermeyer irgendwo in Füssen ausfindig gemacht hatte. Diese wurde abgebaut und als Umziehkabine am Spielfeldrand wiederaufgebaut. Eine gute Sache, denn seinerzeit musste man sich bei den meisten Vereinen noch im Freien umziehen. Wasser gab es anfangs nur vom nahe gelegenen Bach, erst ein paar Jahre später wurden eine Leitung von Unterreuten verlegt und ein Wassertrog außen, an der Südseite des Gebäudes, montiert. Zu einem späteren Zeitpunkt entstand durch das Einziehen einer Trennwand ein Gästebereich. Auch die Stromversorgung wurde zu einem späteren Zeitpunkt durch ein Aggregat sichergestellt. Eine Einkehrmöglichkeit brauchten die Spieler damals nicht, denn zur Spielanalyse und zu sämtlichen Vereinstreffen kehrte man beim Walter „Pancho“ Bauer ein, dem Wirt des Gasthofs Hirsch in Hopferau. Er war den Fußballern des TSV Hopferau-Eisenberg, wie viele andere, ein Leben lang sehr verbunden. Solche Gönner konnte man gut gebrauchen, denn zu damaliger Zeit konnte man weder von den Gemeinden, noch von anderer Stelle größere Zuschüsse erhoffen. „Heute hat sich das zum Glück geändert, da hat man natürlich ganz andere Mittel zur Verfügung“, sagt Nigg.

Vieles in Eigenleistung gestemmt

Was irgendwie möglich war, wurde in Eigenleistung gestemmt, früher wie heute. Auch beim Bau der zweiten Sportstätte war Nigg dabei. Dass sie nun abgerissen wird, findet er schade, versteht es aber und freut sich, dass es weitergeht. Auch Klement Poppler, ehemaliger Spieler und Trainer, tut sich mit dem Abriss schwer. Er hätte einen Umbau dem Abriss vorgezogen. Auch er war vor rund 40 Jahren beim Neu- und Innenausbau dabei und hat über die Jahre viele Arbeitsstunden und Herzblut in das Gebäude gesteckt. Trotzdem hat er bei der Mitgliederversammlung letztendlich für die Neuplanung gestimmt. Mittlerweile spielt Sohn Simon in der ersten Mannschaft mit und wird tatkräftig beim Bau der neuen Sportstätte dabei sein.

Jede Generation setzt ihre Zeichen

Viele ehemalige Spieler und Trainer begrüßen den Neubau. Auch bei Umbau und Renovierung hätte man viel Geld in die Hand nehmen müssen, eventuell hätte man nicht von den Fördermitteln profitieren können. Über die Jahre haben sich Verein, Sportplatz samt Gebäude und Spielfeldern immer wieder zeitgemäß verändert. Jede neue Generation trägt dazu bei, dass der Verein aktiv und attraktiv bleibt.

Rohbau soll im Dezember stehen

Viel Arbeit fällt nun auch für Thorsten Reinke und Matthias Stocker-Böck an. Es müssen zahlreiche Angebote anhand des Vergaberechts eingeholt werden. Je nach Bausumme werden diese regional, aber auch über den Landkreis hinaus eingeholt. Unterstützt werden die beiden dabei von Thomas Kaiser, dem Vorsitzenden des Vereins. „Wenn das Wetter mitspielt und wir nicht durch Corona ausgebremst werden, wollen wir bis Mitte Dezember mit dem Rohbau fertig sein“, plant Stocker-Böck. Bis im Frühjahr 2021 soll dann der einstöckige Baukörper komplett fertiggestellt sein.