Anwohner haben Sorge vor Strahlung

Besserer Handyempfang auf Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau?

Auf dem Haus „Lisl“ (unterer Bildrand) soll eine drei Meter hohe Funkstation errichtet werden. Der Schwangauer Bauausschuss gab dazu jetzt grünes Licht, es braucht aber noch weitere Genehmigungen.

Auf dem Haus „Lisl“ (unterer Bildrand) soll eine drei Meter hohe Funkstation errichtet werden. Der Schwangauer Bauausschuss gab dazu jetzt grünes Licht, es braucht aber noch weitere Genehmigungen.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Auf dem Haus „Lisl“ (unterer Bildrand) soll eine drei Meter hohe Funkstation errichtet werden. Der Schwangauer Bauausschuss gab dazu jetzt grünes Licht, es braucht aber noch weitere Genehmigungen.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

In Hohenschwangau soll eine neue Funkstation entstehen, um auf den Schlössern den Empfang zu verbessern. Warum das im Bauausschuss für Diskussionen sorgt.
06.09.2020 | Stand: 09:36 Uhr

Können Besucher von Schloss Neuschwanstein oder Schloss Hohenschwangau ihre Videos bald besser direkt mit der ganzen Welt teilen? Wenn es nach der Deutschen Funkturm GmbH geht, soll das in Zukunft möglich sein. Das Unternehmen, das die Infrastruktur für Mobilfunkanbieter bereitstellt, möchte auf einem Gebäude von Hotel Ameron in Hohenschwangau eine Station neu errichten. Ein Antrag auf eine sogenannte Abweichung der dort geltenden Bauvorschriften lag nun dem Schwangauer Bauausschuss vor. Der stimmte zu, der Mast ist aber noch nicht endgültig genehmigt.

Etwa drei Meter wird die Mobilfunkstation über die sogenannte Dachhaut hinausragen, erlaubt sind in den Bauvorschriften aber höchstens 2,50 Meter. Deshalb stand das Thema auf der Tagesordnung im Ausschuss – nicht zum ersten Mal. Vor gut einem Jahr haben die Schwangauer Räte schon einmal über das Projekt diskutiert, damals aber noch mit völlig anderen Ausmaßen. Denn da sah der Antrag vor, einen etwa 30 Meter hohen Betonmasten mit einem fünf Meter langen Aufsatzrohr zu errichten, als Standort war damals ein Waldgebiet an der Alpseestraße im Gespräch.

2019 wurde der Bau eines Masten in Hohenschwangau abgelehnt

Dieser Bau wurde vom damaligen Ausschuss einstimmig abgelehnt. Kritikpunkte waren damals unter anderem, dass der Funkturm die Baudenkmäler in der Alpseestraße überragen würde und somit wie ein Fremdkörper inmitten der Denkmallandschaft stünde. Auch die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen lehnte das Projekt ab, es würde die „königliche Landschaft stören“. Der Ausschuss verwies in seiner Ablehnung darauf, sich nicht generell gegen eine Mobilfunk-Verbesserung in Hohenschwangau zu stellen.

Das wiederholte Bürgermeister Stefan Rinke auf Anfrage unserer Redaktion: „Der Handyempfang dort ist nicht gut.“ Gespräche mit der Deutschen Funkturm GmbH hatte es nach dem negativen Bescheid im vergangenen Oktober nicht gegeben, das Unternehmen selbst habe laut Rinke den gewünschten Masten dermaßen verkleinert. Laut Plan soll die Station auf dem Hotel Ameron, auf dem Haus „Lisl“ angebracht werden.

Kommt es zur Strahlenbelastung für die Anwohner in Hohenschwangau?

Lothar Poltmann (Freie Dorfgemeinschaft Schwangau) brachte die Standortfrage ins Spiel. Er hatte sich im Vorfeld erkundigt, ob es auch eine andere Position für den Mast geben könnte. Die Antwort lautete Nein. „Weiter hinten sei das Projekt nicht durchzuführen“, sagte er. Wichtig sei für ihn, dass es zu keiner Strahlenbelastung für Anwohner kommt. Da hätte ihn die Firma beruhigen können. „Der Mast soll so gebaut werden, dass die Strahlen in Richtung der beiden Schlösser gehen.“

Trotzdem sei es für ihn wünschenswert, die Strahlungsrichtung schriftlich zu fixieren. Rinke sagte, man wolle es dokumentieren. Michael Gebler (CSU) warf ein, ob auch Digitalfunk für Rettungsdienst und Feuerwehr installiert werden könne. Man wolle sich informieren, sagte der Bürgermeister.

Auch wenn sich die Kommunalpolitiker einig waren, dass der Standort nicht ideal sei und der drei Meter hohe Mast zwischen den Schornsteinen nicht gut aussehen würde, stimmten sie dem Antrag bei einer Gegenstimme zu. Ob die Station ins Ortsbild passt, solle das Denkmalamt entscheiden.