Glaube

Bischof Bertram segnet neue Ordensschwestern in Seeg

In der Seeger Pfarrkirche fand ein Pontifikalamt zur Begrüßung der neuen Ordensschwestern statt.

In der Seeger Pfarrkirche fand ein Pontifikalamt zur Begrüßung der neuen Ordensschwestern statt.

Bild: Fotos: Anton Reichart/Julian Schmidt pba

In der Seeger Pfarrkirche fand ein Pontifikalamt zur Begrüßung der neuen Ordensschwestern statt.

Bild: Fotos: Anton Reichart/Julian Schmidt pba

Drei Frauen aus Nigeria und Kamerun werden ab sofort alte Menschen im Caritasheim in Seeg mit betreuen. Warum es nicht bei den drei Afrikanerinnen bleiben soll
10.01.2021 | Stand: 12:01 Uhr

Nach sieben Jahren Abstinenz wirken in Seeg ab sofort wieder drei Ordensschwestern. Den neugegründeten Konvent segnete der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier jetzt in den Räumen im Caritasheims. Dem schloss sich ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Ulrich an. Weihbischof Florian Wörner hatte vor einiger Zeit mit dem Orden der „Daughters of Divine Love“ (DDL), übersetzt: „Töchter der Göttlichen Liebe“, erste Kontakte geknüpft. Nun ging es sehr schnell. Bürgermeister Markus Berktold hatte die drei Ordensschwestern am deutschen Stammsitz in Bonn abgeholt. Hier in Seeg wurden sie von Berktold, Pfarrer Wolfgang Schnabel und Professor Dr. Klaus W. Ruprecht empfangen. Die drei sind bekanntlich Vorstandsmitglieder der örtlichen Caritasstiftung.

Räume in Seeg bieten Platz für noch mehr Ordensschwestern

Architekt Otto Blender hatte den zweiten Stock über der Kindertagesstätte zuvor renovieren lassen: Neu entstanden sind sechs Zimmer, ein Gebetsraum, Küche und zwei kleine Räume als Ess- und Gemeinschafts-Wohnzimmer. Die drei Schwestern aus Nigeria und Kamerun werden von dort aus zukünftig das Seeger Caritasheim mitbetreuen. In seiner kurzen Ansprache zeigte Berktold seine Freude darüber, dass die drei Schwestern im Caritasheim mithelfen werden. Mit Blick auf die renovierten Zimmer spielte Berktold auf die Zahl der vorerst drei Schwestern an: „Vielleicht werden es ja noch mehr“, schmunzelte der Rathaus-Chef.

Bischof Meier erinnerte sich in seiner Ansprache, dass er schon häufig Gast im Seeger Pfarrhaus gewesen sei. Meier segnete im Anschluss die Räume des neuen DDL-Konvents im örtlichen Seniorenheim. „Die Schwestern werden nicht nur im Caritasheim tätig sein, sondern hoffentlich auch im geistlichen Seeg“, sagte Meier. Domvikar Andreas Miesen hatte als Beauftragter des Bischofs für die Ordensgemeinschaften ein altes Kreuz als Geschenk mitgebracht. Es wird seinen Platz in der Mitte des Konvents erhalten. Auch das segnete der Bischof.

Gründung einer Ordensgemeinschaft auch für Bischof Bertram Meier ein seltener Anlass

„Oft müssen wir eine Ordensgemeinschaft beerdigen, heute dürfen wir eine gründen“, freute sich der Bischof über den seltenen Anlass seines Besuchs. Er dankte Berktold und auch Ruprecht für deren Einsatz und ernannte Pfarrer Schnabel scherzhaft zum geistlichen Protektor des Konvents. Doch dann fand der Bischof besonders ernste, aktuelle Worte zum Thema Rassismus. Mit Blick auf die dunkle Hautfarbe der DDL-Schwestern verwies er auf die Drei Weisen aus dem Morgenland, unter denen einer aus Afrika stamme. Diesen als Schwarzen dargestellten König solle man wieder einbeziehen. Der Bischof spielte damit auf die Krippenfigur des dunkelhäutigen Königs an, die aus dem Ulmer Münster wegen angeblichem Rassismus entfernt wurde.

Im anschließenden Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Ulrich informierte die Regionaloberin Schwester Rosemary Ude in klarstem Deutsch über den Werdegang des 1969 gegründeten DDL-Ordens. Die Gründung erfolgte mitten im nigerianischen Bürgerkrieg in Biafra. Mittlerweile seien rund 900 Schwestern auf fünf Kontinenten, darunter 67 in Deutschland, in verschiedensten Bereichen tätig. Darunter in Schulen, Krankenhäusern und karitativen Einrichtungen. Ihr Motto ist: „Die Liebe Gottes treibt uns an.“ Sie wollen „den Glauben vor allem durch tätige Liebe weitergeben, nicht nur durch Katechese“, wie es der Bischof präzisierte.

Ein farbenprächtiges Bild – in fast bayrischem Weiß-Blau gekleidet – boten die zehn Schwestern, teils als Unterstützung aus der Bonner Zentrale angereist. Sie gestalteten den Gottesdienst im Wechsel mit dem Seeger Kirchenchor und dem heimischen Organisten Bernhard Gantner durch sehr harmonische Gesänge, Trommeln und weitere Instrumente. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Kugler bedachte den Bischof mit einem kleinen Seeger Geschenkkorb.

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