Festival in Seeg

4000 Partygäste feiern die Blasmusik in Seeg: Endlich wieder Singen, Tanzen, Schunkeln

Das 4000-Mann-Bierzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher in absoluter Hochstimmung. Das Motto des Festivals in Seeg am Pfingstsonntag: Vollgasparty und Gänsehaut pur!

Das 4000-Mann-Bierzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher in absoluter Hochstimmung. Das Motto des Festivals in Seeg am Pfingstsonntag: Vollgasparty und Gänsehaut pur!

Bild: Martina Gast

Das 4000-Mann-Bierzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher in absoluter Hochstimmung. Das Motto des Festivals in Seeg am Pfingstsonntag: Vollgasparty und Gänsehaut pur!

Bild: Martina Gast

Das Blasmusikfestival am Pfingstwochenende war ein voller Erfolg: Was das Festival von anderen unterscheidet und warum es in diesem Jahr schnell gehen musste.
06.06.2022 | Stand: 15:36 Uhr

Eins machte das Großereignis „Blasmusikfestival Seeg – Wir sind Blasmusik“ deutlich: Die Bläserbranche hat die Pandemie gut überstanden – und die Besucher freuen sich auf Live-Musik, Tanzen und Singen. Motto des gesamten Pfingstsonntags im Blasmusik Eldorado Seeg: Vollgasparty und Gänsehaut pur! Im Zelt, am Feuerwehrhaus und an den kleinen spontanen Treffpunkten. Vor allem die ungebrochene Leidenschaft der Vollblutmusiker der Brauhausmusikanten, Wüdara Musi, Musikatzen, PS Reloaded oder Saustoimusi machten das Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Publikum des bis auf den letzten Platz gefüllten 4000 Mann-Bierzeltes sang, tanzte, schunkelte, rockte und tobte sich nach zwei Jahren Pause ordentlich aus.

Das Festival in Seeg ist eines der Highlights im Jahr

Johannes Stadler, Bandmitglied und Moderator der Brauhaus Musikanten oder Markus Hauke von den Musikatzen sind sich einig. Das Festival in Seeg ist eines der Highlights der gesamten Tournee. Nicht nur für die Musikanten, sondern auch für die Besucher, die teilweise von weit her angereist waren. Vom ersten Ton an, um 13.00 Uhr, war die Stimmung im Bierzelt überragend. Mit den bekannten typischen Bierzeltzutaten: Grandiose Musik, volle Lautstärke und mit wenig Platz. Apropos eng, wer nach zwei Jahren Fest- und Feierpause nicht mehr so recht ins Dirndl oder die Lederhose hineinpassen wollte, konnte sich am Merchandising-Stand mit passenden T-Shirts und anderen Accessoires und Souvenirs eindecken.

Krankheitsbedingt fiel die Gruppe „Fünfer Blech“ aus. Spontan bildeten verschiedene Bandmitglieder eine grandiose Formation.
Krankheitsbedingt fiel die Gruppe „Fünfer Blech“ aus. Spontan bildeten verschiedene Bandmitglieder eine grandiose Formation.
Bild: Martina Gast

Die Besucher waren größtenteils Text- und Taktsicher. „Die kommen wegen der Musik ins Bierzelt, wie bei einem Rockkonzert, um uns Gruppen zu hören. Das ist der große Unterschied zu anderen Bierzelten, wo die Blasmusik eher als musikalische Untermalung dient“, meinte Hauke begeistert. Die Musik scheint populärer denn je. Allerdings vielleicht weniger wegen der traditionellen Blasmusik an sich, vielmehr hat sich in den vergangenen Jahren ein vielseitiger Mix aus Märschen, Polkas, Walzer oder Pop, Rock und Filmmusik etabliert. Aus den großen, traditionellen Kapellen haben sich kleine Gruppen herauskristallisiert, die bekannten Stücken durch flotte Intros und andere kleine aber feine Abweichungen fast jazzig oder groovig ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken.

(Lesen Sie hier: So lief es auf dem Ikarus-Festival bei Memmingen.)

Was dabei so leicht und locker beim Publikum ankommt, hat viel mit Übung und Können zu tun. Als krankheitsbedingt die Gruppe Fünfer Blech absagen musste, bildete sich kurzerhand ein bunt zusammengewürfelter Haufen Musiker zu einer neuen Formation. Eine absolute Premiere. „Wir kennen und schätzen uns seit Langem, das hat richtig Spaß gemacht“, schmunzelt Stadler.

Das 4000-Man-Bierzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher in absoluter Hochstimmung.
Das 4000-Man-Bierzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher in absoluter Hochstimmung.
Bild: Martina Gast

Seit über 40 Jahren gibt es in Seeg die Bierzelttradition. Seitdem helfen alle Seeger Musikanten samt Anhang zusammen, um für den reibungslosen Ablauf der Seeger „Festwoche“ zu sorgen. Ein enormer Kraftakt. 2004 fand das erste Blasmusikfestival statt, damals zum zehnjährigen Jubiläum der Schwindligen 15. Normalerweise plant Hauptorganisator Andreas Gast (seit sieben Jahren) bereits ein Jahr im Voraus für das Mega-Event in Seeg.

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Dieses Jahr musste alles innerhalb von wenigen Wochen in trockenen Tüchern sein, denn erst im April fielen die Corona Auflagen weg. Dafür kommen von Jahr zu Jahr mehr Auflagen hinzu – samt großer Verantwortung für die Veranstalter. „Damals waren wir eigentlich die ersten, die ein reines Festival für Blasmusik auf die Beine gestellt haben. Mittlerweile gibt es viele Blechbläserfestivals. Die Konkurrenz ist riesig“, weiß Gast.

Blasmusikfestival Seeg: Die Tickets im Vorverkauf waren schnell ausverkauft

Daher sondiert er regelmäßig die Szene nach Newcomern und außergewöhnlichen Bands. Offensichtlich hatte er auch heuer wieder ein gutes Händchen. Die Tickets im Vorverkauf waren binnen Stunden ausverkauft. Am Feuerwehrhaus, der offiziellen Zweigstelle des Bierzelts konnten dank bester Bewirtung der Feuerwehrler und mittels Musikübertragung alle wieder mitfeiern, die im Vorfeld keine Tickets mehr bekommen hatten. Die tanzenden und feiernden Freunde der Volksmusik ließen sich auch von den kurzzeitigen Gewittern, samt Platzregen nicht die Stimmung vermiesen.

Corina Zimmermann mit ihrer 60-köpfigen Crew, vom gleichnamigen Festbetrieb, war wegen der Sturmwarnung und der Gewittervorhersagen schon mal kurz nervös. Glücklicherweise zogen die mehrmaligen Gewitter schnell wieder ab und es konnte bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert werden.