Umwelt

Blaualgen-Gefahr im Weißensee bei Füssen besteht weiter

Erneut weisen Schilder auf die Algen-Gefahr im Weißensee hin. Zwischenzeitlich hatte es schon Entwarnung gegeben.

Erneut weisen Schilder auf die Algen-Gefahr im Weißensee hin. Zwischenzeitlich hatte es schon Entwarnung gegeben.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Erneut weisen Schilder auf die Algen-Gefahr im Weißensee hin. Zwischenzeitlich hatte es schon Entwarnung gegeben.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Bürger sichten erneut Schmierfilme mit Bakterien am Weißensee, die auch für Lebewesen gefährlich sind. Warum die Behörden alles erst 2022 unter die Lupe nehmen.
04.11.2021 | Stand: 15:53 Uhr

Die Gefahr schien schon gebannt. Doch noch immer gibt es im Weißensee ein Blaualgen-Problem. Nachdem zwischenzeitlich bereits Entwarnung von den Behörden kam, stehen jetzt wieder Warnschilder verteilt um den See. Sie weisen auf ein geltendes Badeverbot hin. Zunächst nicht weiter tragisch angesichts des nass-kalten Novemberwetters. Aber Vorsicht geboten ist dennoch weiterhin. Vor allem für Hundebesitzer: Denn trinken die Vierbeiner aus dem algenverseuchten Wasser, könnten sie verenden.

Warnschilder weisen am Weißensee bei Füssen wieder auf die Algen-Bedrohung hin

Bereits am 10. Oktober hatten Bürger erneut bräunliche Schlieren im Weißensee ausgemacht und dies der Stadt gemeldet. Diese hatte erst drei Tage zuvor die Warnschilder wieder entfernt und geltende Verbote aufgehoben. Untersuchungen des Landesamts für Gesundheit (LGL) hatten zu dieser Zeit Entwarnung gegeben. Offenbar ein Trugschluss. Denn weiterhin „besteht die Gefahr, dass das Wasser durch die Blaualgen toxisch belastet ist“, sagt Benjamin Schäling jetzt für das Ostallgäuer Gesundheitsamt. Zuerst war das Auftreten der sogenannten Burgunderblutalge Ende September bemerkt worden. Die Wasserwacht hatte damals einen verdächtig braunen Schmierfilm am östlichen See-Ende bei Moos entdeckt und die Behörden informiert. Das Wasserwirtschaftsamt untersuchte gemeinsam mit Laboren mehrere Proben, die den Bakterienbefall bestätigten. Ein Novum: Denn in den vergangenen 26 Jahren sei es am Weißensee zu keiner solchen Auffälligkeit gekommen, hieß es im September von den Behörden.

Blaualgen am Weißensee bei Füssen: Diese Gefahr besteht für Mensch und Tier

Blaualgen befinden sich zwar häufig in Gewässern und sind bei einer normalen Konzentration auch absolut ungefährlich. Ein Beispiel dafür ist etwa der Alatsee, wo in tieferen Schichten ebenfalls Vorkommen nachgewiesen sind. Wenn die Blutalgen sich aber stark vermehren – wie das am Weißensee offenbar geschehen ist – wird es brenzlig. Dann bilden sich grün-bräunliche Schlieren im Wasser – 20 oder 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Die Blutalgen können auch für Mensch und Tier gefährlich werden. So können sie je nach Konzentration im Wasser zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen.

Die Behörden wollen am Weißensee rechtzeitig zur neuen Badesaison wieder verstärkt Proben abnehmen

Angesichts der Jahreszeit sehen die Behörden die Situation aber am Weißensee im Moment recht entspannt: „Da die Badesaison vorbei ist, wird erst im kommenden Jahr eine dann allerdings verstärkte Beobachtung der Situation inklusive Beprobung stattfinden“, sagt Schäling. Doch Algengefahr hin oder her: Die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat am Wochenende im Weißensee eine Übung absolviert. Nach Auskunft von Kreisvorsitzendem Stefan Bahner hatten sich die Retter vorab mit dem Ordnungsamt der Stadt Füssen abgestimmt und die Erlaubnis erhalten. „Außerdem waren wir mit Neopren-Anzügen ausgerüstet“, sagt Bahner.