Wahlkampf

AfD-Politikerin Beatrix von Storch spaltet Füssen

AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am Parteistand am Stadtbrunnen in Füssen während ihrer Rede (rechtes Bild). Links: Auf dem Schrannenplatz haben sich Gegendemonstranten zu einer Mahnwache gegen Rechts und für "bunte Vielfalt" zusammengefunden (von links: Barbara Rainers "Omas gegen Rechts", Regina Renner (SPD Ostallgäu) und Helferin Nadine Linckh.

AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am Parteistand am Stadtbrunnen in Füssen während ihrer Rede (rechtes Bild). Links: Auf dem Schrannenplatz haben sich Gegendemonstranten zu einer Mahnwache gegen Rechts und für "bunte Vielfalt" zusammengefunden (von links: Barbara Rainers "Omas gegen Rechts", Regina Renner (SPD Ostallgäu) und Helferin Nadine Linckh.

Bild: Felix Futschik

AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am Parteistand am Stadtbrunnen in Füssen während ihrer Rede (rechtes Bild). Links: Auf dem Schrannenplatz haben sich Gegendemonstranten zu einer Mahnwache gegen Rechts und für "bunte Vielfalt" zusammengefunden (von links: Barbara Rainers "Omas gegen Rechts", Regina Renner (SPD Ostallgäu) und Helferin Nadine Linckh.

Bild: Felix Futschik

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch sprichtin Füssen vor etwa 60 Anhängern. Auf dem Schrannenplatz findet eine Mahnwache dagegen statt.
16.09.2021 | Stand: 13:13 Uhr

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch ist umstritten: In der Vergangenheit sorgte sie immer wieder mit ihren Aussagen für Schlagzeilen, löste Entsetzen aus, als sie beispielsweise während der Flüchtlingskrise den Gebrauch von Schusswaffen an der Grenze befürwortete – später ruderte sie wieder zurück. Nun besuchte Von Storch den AfD-Stand des Kreisverbandes Ostallgäu am Stadtbrunnen in Füssen. Sie spricht dort mit Blick auf die EU von der Wichtigkeit der Nationalstaaten („Frankreich soll französisch bleiben“), von der Ehe – bestehend aus Mann und Frau – als höchstem Gut und von einem sinnlosen Kampf gegen den Klimawandel. Am Schrannenplatz organisieren Gegner der AfD eine Mahnwache unter dem Motto „Füssen ist bunt!“. Sie sagen: „Rassismus ist keine Alternative für Deutschland.“

"Omas gegen Rechts" sind ebenfalls vor Ort

Es ist wie so oft in diesen letzten Tagen des Wahlkampfes: Dort wo die AfD auftaucht und Kundgebungen abhält, dauert es nicht lange, bis auch Gegendemonstranten vor Ort sind. Um die Sicherheit zu gewährleisten, und damit beide Gruppierungen ihr Recht auf Kundgebung und Demonstration wahrnehmen können, haben die Behörden entschieden, dass eine Mahnwache am Schrannenplatz stattfinden kann. Organisiert haben diese Regina Renner (SPD Ostallgäu) und Barbara Reiners von „Omas gegen Rechts“.

Damit die Demonstranten auch in Sichtweite des AfD-Standes sein können, darf eine kleine Gruppe mit Fahnen und Plakaten bis auf etwa 50 Meter an den Stand heran. „Das hat einige enttäuscht“, sagt Renner, die ansonsten aber zufrieden ist. Vor allem auch, weil die Mahnwache sehr spontan parteiübergreifend Anklang gefunden habe. Sie spricht von 60 Teilnehmern an der Mahnwache, die Polizei schätzt mindestens 30, sagt aber, dass es schwierig zu überblicken sei.

Beatrix von Storch nimmt Bezug auf Gegendemonstranten

Vor dem AfD-Stand, wo auch der Abgeordnete Peter Felser und der Ostallgäuer Kandidat Christian Sedlmeir sprechen, sammeln sich um die 60 Personen. Ein Parteianhänger hält dabei ein Schild mit der Aufschrift „Links Grüne Diktatur Nein, danke“ in die Höhe. Von Storch erntet immer wieder Applaus, vor allem wenn sie auf die Gegendemonstranten anspielt und diese etwa als „die Kinder mit ihrem Plakat“ bezeichnet. Immer wieder zu beobachten: Zufällig vorbeikommende Bürger schütteln den Kopf, eine Frau sagt: „Ihr habt den Schuss nicht gehört.“ Eine andere ruft: „Geht nach Hause.“ Die Polizei spricht insgesamt von friedlichen Veranstaltungen. Die Auflagen seien eingehalten worden und auch mit einer Gruppe der Antifa habe es keine Probleme gegeben.