Verkehr im südlichen Ostallgäu

Pfronten soll mobiler werden: Gemeinde diskutiert über Carsharing und Ortsbus

Der Bus kommt, wenn man ihn ruft und E-Autos werden geteilt: In Pfronten wird über mögliche Mobilitätsideen der Zukunft gesprochen.

Der Bus kommt, wenn man ihn ruft und E-Autos werden geteilt: In Pfronten wird über mögliche Mobilitätsideen der Zukunft gesprochen.

Bild: Laurin Schmid (Symbolbild)

Der Bus kommt, wenn man ihn ruft und E-Autos werden geteilt: In Pfronten wird über mögliche Mobilitätsideen der Zukunft gesprochen.

Bild: Laurin Schmid (Symbolbild)

Carsharing und ein Ortsbus auf Abruf sollen den Verkehr in Pfronten flexibler gestalten. Was das für die Parkplätze und die Fahrräder im Ort bedeutet.
29.05.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Carsharing und einen Ortsbus auf Abruf könnte es bald auch in Pfronten geben. Darüber diskutierte laut einer Mitteilung der Arbeitskreis Mobilität der Gemeinde in einer Online-Sitzung. Der Blick der zwölf Teilnehmer richtete sich dabei auf die Kommunen Murnau und Kaufbeuren. Dort gibt es bereits Carsharing und flexible Ortsbusse.

Flexibler Ortsbus auf Abruf in Murnau: Wie das System funktioniert

Omobi heißt die Firma, die in Murnau bereits ein Ortsbussystem ins Leben gerufen hat. Einer der beiden Geschäftsführer und Mitbegründer, Clemens Deyerling, nahm an der Pfrontener Online-Sitzung teil und sagte: „Feste Haltestellen und feste Uhrzeiten wie beim klassischen Linienverkehr gibt es nicht. Das macht es so einfach.“ Der Bus fährt in Murnau täglich zwischen 6 und 20 Uhr und funktioniert auf Abruf. Jeder könne per App oder Telefon bei Bedarf den Fahrer kontaktieren. Leere Fahrten gebe es somit nicht und eine Fahrt koste einheitlich zwei Euro. „Der Bus wird ausgesprochen gut angenommen und ist sehr gut ausgelastet“, sagte Deyerling. Gerade für Jugendliche oder ältere Menschen bedeute der Ortsbus auf Abruf ein Mehr an Freiheit und Sicherheit auf der Straße. (Lesen Sie auch: Wasserstoff-Produktion soll Ende 2023 in Kempten starten)

Das Carsharing in Kaufbeuren zeigt, dass das System auch auf dem Land funktioniert

Mit Carsharing wurden in Kaufbeuren bereits Erfahrungen gemacht. Der Carsharing-Verein hat laut Mitteilung bald sieben Autos in der kreisfreien Stadt und anderen Allgäuer Gemeinden im Einsatz. Das zeige, dass ein solches System auch auf dem Land funktionieren könne. Der stellvertretende Vorstand Hartmut Meier sagt: „Wichtig dabei ist nur, dass es Ehrenamtliche gibt, die sich hier engagieren und sich beispielsweise um die Autos kümmern.“

Denkbar wäre solch ein Konzept auch für Pfronten. So könnten auch Gastgeber Vereinsmitglieder werden und die Fahrzeuge dann ihren Gästen zur Verfügung stellen. Laut Vereinsvorstand Christian Vávra ist das Prinzip „Leihen statt Besitzen“ um einiges billiger, als persönlicher Besitz und es entspricht einem erstarkenden Trend. (Lesen Sie auch: Landrätin: Jahresticket im Nahverkehr im Oberallgäu und Kempten ist "kurzfristig nicht machbar")

Bedarf an Parkplätzen in Pfronten könnte sinken

Mit den zwei Mobilitätssystemen könnte außerdem der Bedarf an Parkplätzen verringert und die Fahrradkultur gestärkt werden. Bürgermeister Alfons Haf will die Fördermöglichkeiten für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur nutzen. „Ich würde mich freuen, wenn sich dadurch noch mehr dazu ermutigt fühlen, öfter mal das Auto stehen zu lassen.“

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Weiter rief er die Bürger dazu auf, sich an der Gestaltung des Mobilitätskonzepts zu beteiligen. „Jeder Tatkräftige, der etwas vorantreiben möchte, kann sich hier einbringen“, sagte Haf, „Ich freue mich auch sehr über junge Leute.“

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