Füssen

Chancen für Wissenstransferzentrum steigen

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Bild: StMWK-Peter Richter

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Tourismus Mittel für Nachtragsetat angemeldet. Das bestätigt Minister Sibler im Gespräch mit Schorer und Zinnecker
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Von pm
12.11.2019 | Stand: 16:04 Uhr

Das lange Warten auf ein Wissenstransferzentrum (WTZ) Tourismus in Füssen könnte bald ein Ende haben: Denn die finanziellen Mittel dafür sind für den Nachtragshaushalt 2020 angemeldet. Dies teilte Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei einem Gespräch im Landtag der Abgeordneten Angelika Schorer und Landrätin Maria Rita Zinnecker mit. Damit ist – vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags zum Haushaltsentwurf – die Anschubfinanzierung durch den Freistaat für den Start des WTZ Füssen gesichert. Mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts ist im Frühjahr 2020 zu rechnen.

Bereits vor geraumer Zeit hatte Professor Alfred Bauer, Dekan der Tourismus-Fakultät der Hochschule, den Füssener Stadträten die Pläne für das WTZ vorgestellt. Dort sollen touristische Zukunftstrends für das Allgäu in den Fokus rücken und Themen wie Overtourism, Belastungsgrenzen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit beleuchtet werden. Mit dieser Forschung und den Projekten will man den Qualitätstourismus in Bayern fördern. Während die Stadt sich umgehend dazu bereit erklärte, kostenlos Räume für das WTZ zur Verfügung zu stellen, ließ die millionenschwere Anschubfinanzierung durch den Freistaat auf sich warten.

Da die Mittel jetzt im Nachtragshaushalt aufgeführt sind, gilt die Verwirklichung des Wissentransferzentrums in Füssen als so gut wie sicher. „Mit dem WTZ Tourismus in Füssen schaffen wir eine neue Außenstelle der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, die ganz dem Markenzeichen unserer Hochschulen für angewandte Wissenschaften entspricht: Die Forschung der Hochschule orientiert sich maßgeblich an den Stärken der Region und arbeitet dabei eng und praxisorientiert mit der Tourismusbranche vor Ort zusammen“, wird Siebler in einer Pressemitteilung zitiert. Für alle Beteiligten würden sich daraus „wertvolle Zukunftschancen“ ergeben.

Schorer hatte sich mit Unterstützung des Wissenschaftsministers bereits bei den Verhandlungen zum Doppelhaushalt für die Finanzierung des WTZ stark gemacht. „Tourismusforschung muss dort betrieben werden, wo sie relevant ist“, sagt die Abgeordnete. „Der südliche Landkreis Ostallgäu ist eine der tourismusintensivsten Gegenden Bayerns und damit wie dafür geschaffen, Forschungsthemen zu finden.“

Landrätin Zinnecker ist sich sicher, dass die wissenschaftliche Begleitung durch ein WTZ entscheidende Beiträge leisten kann: „Wir setzen bei unserer Tourismusstrategie unter anderem auf nachhaltigen Tourismus und wollen ein umsetzbares, zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für den Landkreis erarbeiten, um für die Bürger Lebensqualität zurückzugewinnen. Dafür sind Experten und ein WTZ in der Region enorm wichtig.“ Deshalb habe sie die Bewerbung der Hochschule von Anfang an unterstützt.“

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Die Erkenntnisse, die aus dem Tourismus vor Ort gewonnen werden können, sind für alle bayerischen Tourismusgebiete relevant. Im südlichen Landkreis, rund um Füssen und die Königsschlösser, können Problemfelder identifiziert und Lösungen erarbeitet, erforscht und umgesetzt werden. Diese können dann als Best-Practice-Beispiele andernorts ebenfalls Anwendung finden.

Das WTZ soll die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Tourismusregionen sichern. Der Schwerpunkt in Füssen soll vor allem auf den Themen Overtourism, Belastungsgrenzen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit liegen. Zielsetzung der Forschung ist die Förderung des Qualitätstourismus’. Zudem wird die Beratung von Staatsregierung und Ministerien zur Ausrichtung der Förderpolitik für den Tourismus und der Tourismuspolitik Aufgabe des WTZ.