Tourismus-Bilanz

Füssen bleibt trotz Pandemie Übernachtungsmillionär

In Füssen brummte trotz Corona im Sommer 2020 das Geschäft mit den Gästen. Doch die beiden Lockdown-Phasen im vergangenen Jahr sorgten dafür, dass die Stadt dennoch erhebliche Rückgänge bei den Übernachtungs- und Gästezahlen zu verzeichnen hat.

In Füssen brummte trotz Corona im Sommer 2020 das Geschäft mit den Gästen. Doch die beiden Lockdown-Phasen im vergangenen Jahr sorgten dafür, dass die Stadt dennoch erhebliche Rückgänge bei den Übernachtungs- und Gästezahlen zu verzeichnen hat.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

In Füssen brummte trotz Corona im Sommer 2020 das Geschäft mit den Gästen. Doch die beiden Lockdown-Phasen im vergangenen Jahr sorgten dafür, dass die Stadt dennoch erhebliche Rückgänge bei den Übernachtungs- und Gästezahlen zu verzeichnen hat.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Allerdings verzeichnet Füssens Tourismus-Bilanz wegen der Corona-Pandemie und der Lockdowns ein deutliches Minus. Warum die Gäste länger geblieben sind.
05.03.2021 | Stand: 16:19 Uhr

Zu deutlichen Rückgängen bei den Gäste- und Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr hat ein Virus in Füssen geführt: „Die Verwerfungen durch die Corona-Pandemie sind mit nichts vergleichbar, was wir in den letzten Jahren im Tourismus erlebt haben“, lautet das Fazit von Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier zur Tourismusbilanz 2020. Aber dank einer außerordentlich guten Sommersaison konnte sich Füssen unter den „Übernachtungsmillionären“ im Allgäu behaupten. Gleichwohl war mit exakt 1 093  897 Gästeübernachtungen ein Minus von rund 24 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 zu verzeichnen, teilt Füssen Tourismus und Marketing mit.

Bereinigt man die Vergleichszahlen zusätzlich um die Übernachtungen der Zweitwohnungsbesitzer, die – teilweise pauschaliert, teilweise tagesgenau berechnet – 2020 erstmals in die Bilanz eingeflossen sind, beträgt der Einbruch gegenüber 2019 sogar fast 27 Prozent. Noch massiver ist der Rückgang bei den Gästezahlen: 300.493 Ankünfte wurden registriert – im Vergleich zu 2019 ein Minus von mehr als 45 Prozent. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass wegen der Corona-Pandemie der Auslandstourismus eingebrochen ist. Statt der internationalen Gäste, von denen vor allem Überseetouristen üblicherweise kurze, teilweise einnächtige Aufenthalte buchen, logierten 2020 vor allem Gäste aus Deutschland in den Füssener Hotelbetten. Diese Entwicklung sorgte für eine Steigerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,6 auf 3,5 Übernachtungen.

Füssen-Urlaub: 91,5 Prozent der Gäste aus Deutschland

Der Anteil der deutschen Gäste an den Übernachtungen lag 2020 bei 91,5 Prozent – und damit 17,3 Prozent über dem Vorjahresanteil. Schmerzhaft für die Auslandsspezialisten unter den Füssener Gastgebern waren die erheblichen Rückgänge von 80,4 Prozent bei den Auslandsgästen und 75,6 Prozent bei den Übernachtungen. Dabei kamen die internationalen Gäste vor allem aus den europäischen Nahmärkten. Lagen 2019 noch China und die USA an der Spitze der Auslandsquellmärkte, so wird das 2020er-Ranking angeführt von der Schweiz und den Niederlanden.

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Die vielen Stornierungen von Reisegruppen aus Übersee dürften auch für die überproportionalen Rückgänge in Füssen-Stadt (Übernachtungen: minus 28,4 Prozent; Gäste: minus 45,1 Prozent) und Bad Faulenbach (Übernachtungen: minus 45,4 Prozent; Gäste minus 68,3 Prozent) verantwortlich sein, da sich in diesen beiden Stadtteilen die meisten auf dieses Marktsegment spezialisierten Hotels befinden.

Corona-Lockdown macht sich bemerkbar

Deutlich zu spüren in der Tourismusbilanz sind natürlich die beiden Lockdown-Phasen von Mitte März bis Ende Mai und dann wieder ab November, als keine Gäste beherbergt werden durften. 78,8 Prozent der Gesamtübernachtungen im Ortsgebiet fielen im Zeitraum Juni bis Oktober an, die Übernachtungszahlen erreichten in den Monaten August (plus 1,2 Prozent) und vor allem im September (plus 9,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr neue Spitzenwerte.

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Basierend auf dem Übernachtungsaufkommen ohne Camping- und Wohnmobilplätze sowie eigengenutzte Zweitwohnungen war 2020 jedes Gästebett am Ort an durchschnittlich 112 Tagen belegt. Zieht man die Lockdown-Phasen ab, entspricht das bei 232 Öffnungstagen 2020 einer Jahresauslastung von 48,4 Prozent. Damit wurde 2020 sogar eine bessere Bettenauslastung als 2019 erreicht: Damals lagen die Vergleichswerte für das Gesamtjahr mit 365 Öffnungstagen bei 154 Belegtagen, was einer durchschnittlichen Auslastung von 42,2 Prozent entsprach.

Starke Nachfrage in der Hauptsaison

„Für den Gast ging es bei seinem Urlaub nicht allein darum, was er sich wünscht und finanzieren kann, sondern welche Urlaubsmöglichkeiten ihm überhaupt offenstehen, die darüber hinaus noch möglichst sicher sein sollen“, sagt Fredlmeier zum vergangenen Jahr. „Die starke Nachfrage in der Hauptsaison ist somit eine Folge aus einer Zwangssituation einerseits, aber andererseits auch der sehr hohen Attraktivität und Begehrlichkeit geschuldet, die die Urlaubsregion und die Marke Allgäu über die letzten Jahre aufgebaut haben.“

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