17.000 Fahrzeuge an einem Sonntag

Darf man durch die Füssener Innenstadt bald nur noch als Anwohner fahren?

Füssen Stau

Staus sollen in Füssen bald der Vergangenheit angehören.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Staus sollen in Füssen bald der Vergangenheit angehören.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Bei Staus könnte die Zahl der Autos in der Luitpoldstraße künftig stark begrenzt werden. Grundlage war eine Auswertung des Verkehrs. Was die Stadt noch plant.
21.12.2020 | Stand: 06:12 Uhr

Es klingt wie ein süßes Versprechen: Mega-Staus am Lech zwischen Füssen und Schwangau soll es künftig nicht mehr geben. „Dass man mal fünf oder zehn Minuten steht – klar, das werden wir nicht verhindern können“, sagt Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Aber Wartezeiten von 40 Minuten oder mehr gebe es schon ab nächstem Jahr nicht mehr, verspricht der Rathaus-Chef. Möglich machen soll das eine ganze Reihe von Maßnahmen: Darunter eine neue Software für eine ganze Reihe von Ampelanlagen, eine Sperrung der Luitpoldstraße bei Bedarf sowie eine digitale Vernetzung mit dem Grenztunnel.

Verkehrskameras installiert

Doch der Reihe nach. Denn Ausgangspunkt all dieser Überlegungen sind Auswertungen von Verkehrskameras. Zwölf Stück davon waren im September installiert worden. Jetzt liegen dazu die ersten Erkenntnisse vor. Kernproblem nach Ansicht der Experten des Büros Bernard aus Stuttgart: Die Grüne Welle funktioniert nicht. Beobachtet haben sie das insbesondere am 8. Oktober dieses Jahres.

Rekordverdächtige 17 .000 Fahrzeuge stauten sich da am Eck zwischen B16 und B17 am Kaiser-Max-Platz. Als Grund dafür wurde die nicht funktionierende Taktung der Ampeln ausgemacht. Insbesondere zwischen Pulverturm und Luitpoldkreisel. Zwar sei die Grünschaltung alle 120 Sekunden ausreichend. Sie bringt aber nicht die erhoffte Entlastung. Denn die Programmierung bezieht die Nebenstraßen nicht mit ein.

Beispiel: Es wird grün, obwohl gerade vom Bahnhof kommende Autos den Luitpoldkreisel blockieren. „Dann kann der Verkehr nicht abfließen und alles stockt“, erklärte Eichstetter kürzlich im Stadtrat. Die Lösung, die er deshalb anstrebt: An bestimmten verkehrsreichen Tagen soll der Weg von Schwangau über den Luitpoldkreisel nur noch für Anlieger möglich sein. „Wir wollen den Verkehr großflächig aus der Stadt und über die B310 umleiten“, sagt Eichstetter. Wollen Schwangauer dann beispielsweise ans Füssener Eisstadion, müssen sie den Umweg über die Tunnelkreuzung in Kauf nehmen.

Füssen: Intelligente Ampeln sollen helfen

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Dafür sollen digital schaltbare Schilder aufgestellt werden, die eine Sperre des Weiterwegs durch die Innenstadt anzeigen. Insbesondere, wenn am Grenztunnel Blockabfertigung herrscht. „Auch das werden die Ampeln künftig wissen und in ihre Taktung einbeziehen“, sagt Eichstetter. Experten würden dafür gerade die Software programmieren. Und mit verschiedenen Szenarien versuchen, die Stausituationen zu simulieren. Nur eine davon ist die Blockabfertigung.

Mehr in die Karten schauen lassen will sich Eichstetter aber noch nicht. Die finale Version seiner Verkehrs-Vision soll erst im Januar vorgestellt werden. Wie zu erfahren war, beinhaltet sie auch neue Bedarfsampeln, die in der Kemptener Straße aufgestellt werden sollen.

Spätestens im Sommer wird sich der Rathaus-Chef dann an seinem Versprechen messen lassen müssen, ob Mega-Staus tatsächlich der Vergangenheit angehören.