Corona

"Darfichrein": Füssen und Schwangau gehen mit Datenerfassung gegen die Pandemie vor

Kontaktverfolgung in Gaststätten

Dicke Ordner mit handgeschriebenen Zetteln sollen der Vergangenheit angehören. Schwangau und Füssen setzen auf die Verfolgung durch die IT-Lösung „Darfichrein“.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolfoto)

Dicke Ordner mit handgeschriebenen Zetteln sollen der Vergangenheit angehören. Schwangau und Füssen setzen auf die Verfolgung durch die IT-Lösung „Darfichrein“.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolfoto)

Füssen und Schwangau bieten heimischen Unternehmen IT–Lösung zur digitalen Nachverfolgung von Kontakten an. Betriebe sollen sich zeitnah bei Kommunen melden.
03.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

In der Pandemiebekämpfung spielt auch die Kontaktdatenerfassung eine herausragende Rolle. Damit soll die Zettelwirtschaft abgeschafft werden, die nach dem ersten Lockdown in vielen Gaststätten angesagt war. Dafür hat wie berichtet die Allgäu GmbH zusammen mit dem Tourismusverband Allgäu/Bayerisch Schwaben und mit Vertretern von Kommunen, Landkreisen und der Hotellerie die Darfichrein GmbH ins Spiel gebracht – per Smartphone lassen sich Kontakte so digital erfassen und im Infektionsfall zurückverfolgen. Die Stadt Füssen steigt nun mit einer Kommunallizenz ein, die sie Unternehmen zur Verfügung stellt. Schwangau spendiert den Lizenzvertrag und übernimmt die Kosten für heimische Betriebe.

Schwangau übernimmt Kosten für Lizenz

Während der Sitzung des Gemeinderates beschloss das Gremium den Rahmenvertrag. Schwangau übernimmt auch die Kosten für die digitale Kontaktdatenerfassung bei Betrieben für das Jahr 2021. „Jede Schwangauer Organisation, die zu einer Kontaktdatenerfassung verpflichtet ist, kann das Tool kostenlos im Jahr 2021 nutzen! Bitte bei der Tourist Information melden,“ appellierte Bürgermeister Stefan Rinke an die heimischen Unternehmen. Tourismusdirektorin Sylvia Einsle freut sich über diesen Schritt: „Es werden damit bessere Voraussetzungen für das doch aufwendige und letztlich wichtige Thema der Kontaktdatenerfassung in dieser schwierigen Zeit geschaffen. Profitieren von diesem Rahmenvertrag kann hier von der Pfarrgemeinde bis hin zum Einzelhändler und Gastronom jede Organisation und jeder Betrieb.“

Die IT-Anwendung ermöglicht insbesondere Wirten eine klare Zuordnung der Gäste in unterschiedlichen Räumen und sogar pro Tisch. Sie ist seit einem Jahr im Einsatz und habe sich in der Praxis bewährt. Eine Kommunikation mit den Gesundheitsämtern sei auch möglich, teilte Rinke mit. Diese können über das System eine Anfrage stellen, zum Beispiel alle Restaurantbesucher am 15. Mai 2021 von 18 Uhr bis 22 Uhr abfragen. Diese Anfrage kann dann durch einen Klick freigegeben werden und würde die Kommunikation sehr vereinfachen. Schwangau ruft alle interessierten Betriebe dazu auf, sich bei der Tourist Information zur Registrierung zu melden. Auch Füssen geht einen ähnlichen Weg und steigt mit einer Kommunallizenz in den Rahmenvertrag der Allgäu GmbH ein. Die Stadt will damit den Füssener Unternehmen eine maximale Sicherheit in Bezug auf den Datenschutz und die Technik bieten, teilten Bürgermeister Maximilian Eichstetter und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier jetzt in einem Schreiben mit.

Kosten pro Monat in Füssen: Drei Euro

Federführend bei der Umsetzung für die Kontaktdatenverfolgung ist Füssen Tourismus und Marketing. Um zeitnah freigeschaltet zu werden, sollten sich Unternehmen dort schnell melden und die entsprechenden Anträge ausfüllen. Die Kosten betragen pro Monat drei Euro – hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer. Wichtig sei, dass jedes Unternehmen selbstverständlich auch auf andere Systeme zurückgreifen könne, heißt es in dem Schreiben.

(Lesen Sie hier, wie auch andere Bundesländer auf Apps setzen.)

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