Natur

Der Erlenzeisig ist auf Durchreise im Ostallgäu

Der Erlenzeisig ist gerade auf Herbstzug. Hier sucht ein Vogel an der Burgruine Eisenberg nach Mineralien.

Der Erlenzeisig ist gerade auf Herbstzug. Hier sucht ein Vogel an der Burgruine Eisenberg nach Mineralien.

Bild: Richard Wismath

Der Erlenzeisig ist gerade auf Herbstzug. Hier sucht ein Vogel an der Burgruine Eisenberg nach Mineralien.

Bild: Richard Wismath

Die Vögel sammeln Mineralien für ihren Flug nach Südeuropa und Nordafrika. Ein Vogelkundler hat sich im Ostallgäu auf Spurensuche begeben.
Der Erlenzeisig ist gerade auf Herbstzug. Hier sucht ein Vogel an der Burgruine Eisenberg nach Mineralien.
Von Richard Wismath
03.09.2020 | Stand: 20:12 Uhr

In Scharen versammeln sich gerade die Zeisige, um an den Samenständen von Bäumen, wie etwa Birken, auf Nahrungssuche zu gehen. Schließlich befinden sich die Vögel auf Herbstzug, schreibt Vogelkundler Richard Wismath. Er hat sich deshalb selbst auf Spurensuche an der Burgruine Eisenberg gemacht.

„Dabei waren nicht nur Fichtenkreuzschnäbel und Kleiber zu finden, sondern auch die im Durchzug befindlichen Erlenzeisige“, schreibt er. Dort suchen sie erfahrungsgemäß in den Fugen des Gemäuers nach Mineralien wie auswitternde Salze und Kalk. Bei seiner Suche an der Ruine sah er tatsächlich über ein Dutzend Erlenzeisige, die das begehrte Mineral gegenwärtig mühsam mit ihren kleinen Schnäbelchen aus den Fugen herausholen. Dort, wo sie diese Möglichkeit nicht haben, beobachtete Wismath, dass sie auch Streusalz vom Boden aufnehmen.

Erlenzeisig brütet vor allem in Skandinavien

„Der Erlenzeisig ist bei uns im Allgäu nur sporadisch ein Brutvogel und konnte von mir diesbezüglich bisher noch nicht nachgewiesen werden“, sagt der Vogelexperte. Der Erlenzeisig brütet hauptsächlich in Skandinavien und auf den Britischen Inseln. Ihr Schwerpunkt liegt jedoch in der Taiga und den Waldsteppen in Osteuropa, dort gibt es ein reichhaltiges Vorkommen von Erlen.

Daher kommt auch sein Name Erlenzeisig. Er ist im Bestand ungefährdet und steht nicht, wie einige andere Singvögel, bereits auf der „Roten Liste“ aussterbender Vögel. Ende September bis Ende Oktober ziehen dann die umherschweifenden Truppbildungen, bei denen schon bis zu 1200 Vögel gezählt wurden, über Gibraltar nach Nordafrika oder auch nach Zypern und Israel.

Im Frühjahr geht’s zurück

Dort verbringen sie die harten Wintermonate und kehren bereits im Februar oder März wieder auf dem Frühjahrszug zurück. „Nicht selten erscheinen sie dann an unserem Futterhäuschen, wo sie mit Erdnüsschen und Samen neue Kraft erhalten“, schreibt Wismath.