Burgenwelt Ehenberg

Die Bauhütte – eine moderne Idee aus dem Mittelalter

Bauhütte Ehrenberg

Armin Walch (Mitte, im hellen Hemd), erklärt Mitgliedern des Vereins Burgenwelt Ehrenberg sein Konzept der Bauhütte.

Bild: Verein Burgenwelt Ehrenberg

Armin Walch (Mitte, im hellen Hemd), erklärt Mitgliedern des Vereins Burgenwelt Ehrenberg sein Konzept der Bauhütte.

Bild: Verein Burgenwelt Ehrenberg

Armin Walchs Konzept für eine historische Sanierung von Ehrenberg findet nicht nur beim österreichischen Bundesdenkmalamt und Förderstellen Anklang.
24.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Bei der Sanierung der Ruine Ehrenberg in Reutte setzt der Verein Burgenwelt Ehrenberg auf ein historisches Konzept, das er neu interpretiert: die Bauhütte. Darüber informiert der Verein Burgenwelt Ehrenberg in einer Pressemitteilung.

Handwerker schließen sich zusammen

Schon im Mittelalter hatten sich Baumeister, Steinmetze und Zimmerleute in einer Bauhütte für die Abwicklung großer Baustellen zusammengeschlossen. Sie nahmen Lehrlinge auf, gaben ihr Wissen weiter und erreichten so enorme handwerkliche Fähigkeiten. Diese Struktur wurde bei der Errichtung vieler Kathedralen und Kirchenbauten angewandt, teilweise über mehrere Generationen. Auf Ehrenberg wurde dieser geschichtliche Ansatz im vergangenen Jahr vom Geschäftsführer der Burgenwelt, Architekt Armin Walch, angepasst. Er stellt in dieser Form eine Innovation für ein Burgensanierungsprojekt dar und wird vom Bundesdenkmalamt und den Förderstellen begrüßt und unterstützt. Die von Vorarbeiter Werner Entstrasser geleitete Arbeitstruppe besteht aus ausgebildeten Natursteinmaurern und Arbeitern für das Graben und Freilegen von historischen Mauern und Architekturelementen, für das Aussuchen der Mauersteine und das Mischen des Mörtels nach einer vom Bundesdenkmalamt freigegebenen Rezeptur.

Know-how bleibt vor Ort

Die Bauhütte erbringt als Teil der Burgenwelt Ehrenberg ihre Leistungen wirtschaftlich äußerst effizient, da sie zu Selbstkosten arbeitet. Im Vergleich zur Fremdvergabe an eine Baufirma besteht ein weiterer großer Vorteil darin, dass das erworbene Wissen und Know-how über historische Mauerwerkstechnik und burgenspezifische Details vor Ort bleibt.

Burg begreifbar machen

Bei einem Besuch vor Ort mit Armin Walch konnten sich kürzlich Vereinsmitglieder von der Qualität der Arbeiten und der Sinnhaftigkeit des Projekts überzeugen. Der Mehrwert wurde für sie sofort begreifbar, während sie für die anstrengende Tätigkeiten der Mitarbeiter der Bauhütte ihre Bewunderung äußerten. Ziele der umfangreichen Bautätigkeiten sind zum Einen, die Sicherheit im ruinösen Mauerwerk zu erhöhen, erklärte Walch. Durch die Freilegung von Architekturdetails werde die Burg in ihrer Funktion besser begreifbar gemacht. Durch Teilrekonstruktionen würden zudem Verteidigungselemente wie Wehrturm, Bastion, Wehrgang, Felsgang, Zangenscharten und Kanonenbatterie besser ablesbar. Diese Wissensvermittlung sei ein wichtiger Bestandteil des Sanierungskonzeptes.

Um dieses Bauprojekt umsetzen zu können sind neben vielen fleißigen Hände finanzielle Unterstützer notwendig. Der Verein finanziert selbst einen erheblichen Teil, wird jedoch vom Land Tirol, der Landesgedächtnisstiftung, der Marktgemeinde Reutte, dem Tourismusverband Reutte und der „Highline 179“ unterstützt.

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