Kooperation

Die Burgenregion Allgäu bekommt einen Tiroler Zweig

Burgruine Ehrenberg von oben

Mit der Reuttener Burgenwelt Ehrenberg – hier der Blick von oben auf die Ruine mit der Hängebrücke „Highline 179“ im Vordergrund – gewinnt die Burgenregion Allgäu einen sehr starken Partner im Außerfern.

Bild: Benedikt Siegert

Mit der Reuttener Burgenwelt Ehrenberg – hier der Blick von oben auf die Ruine mit der Hängebrücke „Highline 179“ im Vordergrund – gewinnt die Burgenregion Allgäu einen sehr starken Partner im Außerfern.

Bild: Benedikt Siegert

49 Anlagen in 29 Kommunen haben laut Burgenforscher Zeune ein einzigartiges Potenzial durch Zeitspanne, Vielfalt und Qualität. Neue Projekte in Vorbereitung.
17.10.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Die Burgenregion Allgäu wächst und bekommt einen attraktiven Tiroler Zweig. Wie Ortsentwickler Jan Schubert im Kulturausschuss des Pfrontener Gemeinderats berichtete, konnten dank eines Interreg-Projekts mit den Gemeinden Reutte mit ihrer Burgenwelt Ehrenberg und Pinswang mit Schloss Loch und Kniepass sowie der Stadtgemeinde Vils mit Burg Vilsegg drei starke Partner dazu gewonnen werden. Mit ihnen wird nunmehr die „Burgenregion Allgäu-Außerfern“ gebildet. Ab dem Jahreswechsel wird ein Kooperationsvertrag die Basis der weiteren Zusammenarbeit der nun 29 Gemeinden mit 49 Objekten bilden. Die umfassen eine Zeitspanne von den Jahren 1060/70 (Burg Hopfen) bis 1729/41 (Schlosskopf bei Ehrenberg) sowie Anlagen von Ruinen über Stadtbefestigungen bis zu Spielplätzen in verschiedensten Bauformen. Mit dieser Zeitspanne, Vielfalt und Qualität sei das Potenzial der Burgenregion Allgäu-Außerfern laut Burgenforscher Dr. Joachim Zeune einmalig, zitierte Schubert. Für die Pfrontener Räte war es keine Frage, dass die Gemeinde dabei bleibt: Geschlossen stimmte der Ausschuss dem Entwurf für den Kooperationsvertrag zu.

Grundlagen 2005 bis 2007 gelegt

Die „Burgenregion Allgäu“ war in den Jahren 2005 bis 2007 mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Leader-Programm der Europäischen Union auf den Weg gebracht worden. Infotafeln wurden damals errichtet, Abenteuerspielplätze aufgebaut, ein Burgenführer sowie eine Internetseite verfasst. In Pfronten entstanden damals mit Hilfe der Fördermittel der Aussichtsturm in der Burgruine Falkenstein, das dortige Burgenmuseum sowie der Ritterspielplatz, erinnerte Ortsentwickler Schubert. In der aktuellen Leader-Förderperiode von 2014 bis 2022 folgte unter anderem die Neugestaltung des Burgenmuseums in Eisenberg-Zell, das Jan Schubert als Aushängeschild für die gesamte Burgenregion bezeichnete. Zudem wurde in Eisenberg eine Koordinationsstelle mit einer Teilzeitkraft eingerichtet.

Grundfinanzierung sichern

Diese fortzuführen und eine Grundfinanzierung für die Öffentlichkeitsarbeit zu gewährleisten gehöre zu den Zielen des Kooperationsvertrags. Die Gemeinde Pfronten werde dazu auch künftig lediglich Beträge im dreistelligen Bereich jährlich beisteuern müssen. Noch in diesem Jahr werde ein Beirat zur Begleitung der Geschäftsstelle und Entwicklung neuer Projekte gebildet, kündigte Schubert an.

Denkbar seien beispielsweise die Entwicklung einer eigenen App für die Burgenregion, ein Audioguide, 3D-Rekonstruktionen der ursprünglichen Anlagen inklusive wissenschaftlicher Bearbeitung an der Hochschule Kempten, Museumsprojekte und die Produktion von Bewegtbilder. Die Kosten werden dabei jeweils unter den beteiligten Projektpartnern aufgeteilt.