Lufthansa-Jet

Die Stadt Füssen hebt endlich wieder ab - doch die Crew nennt den Airbus ganz anders

Immer weider vergibt die Lufthansa Städtepatenschaften und bennent ihre Flugzeuge dementsprechend. Auch die Füssen hat es bereits gegeben - und sie soll wieder fliegen.

Immer weider vergibt die Lufthansa Städtepatenschaften und bennent ihre Flugzeuge dementsprechend. Auch die Füssen hat es bereits gegeben - und sie soll wieder fliegen.

Bild: Lufthansa (Archivbild)

Immer weider vergibt die Lufthansa Städtepatenschaften und bennent ihre Flugzeuge dementsprechend. Auch die Füssen hat es bereits gegeben - und sie soll wieder fliegen.

Bild: Lufthansa (Archivbild)

Ab August startet wieder ein Flugzeug mit dem Namen der Stadt. Warum es lange keine „Füssen“ gab und ihre Taufe damals ein Fest mit großem Knall war.
25.07.2021 | Stand: 21:14 Uhr

Vor 21 Jahren, am 27. Juni 2000, stieg Bärbel Wengert ein paar Stufen in die Höhe und kippte ein Glas Sekt auf die Nase Füssens. Gemeint ist nicht etwa die Stadt, sondern ein Flugzeug. Denn die Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Dr. Paul Wengert taufte mit diesem Glas Prickelnden das Flugzeug der Lufthansa-Tochter City-Line auf den Namen Füssen. Jetzt soll bald eine neue Füssen Richtung Himmel starten.

Altbürgermeister Wengert: "Viele Jahre daum bemüht"

Altbürgermeister Wengert erinnert sich noch gut an das besondere Ereignis der Flugzeug-Taufe: „Wir hatten uns viele Jahre darum bemüht und uns beworben. Und dann hat es tatsächlich geklappt.“ Erst vor kurzem habe er wieder Fotos von der Taufe bei sich zuhause entdeckt. Sogar an das Modell erinnert sich Wengert, ein Canadair Jet. Dieses Flugzeug fliegt aber schon länger nicht mehr. Nur der Name wurde weitergegeben.

Athen, Beirut, Tel Aviv, Istanbul. Die Liste der Ziele, die die neue Füssen überwiegend in Europa und darüber hinaus ansteuern wird, ist lang. Nach langer Pause hat die Füssen einiges an Flugstrecke aufzuholen. Denn einige Jahre nach der Taufe im Jahr 2000 durch Wengert wurde die damalige Füssen ausgemustert. Im Jahr 2009 folgte dann die D-AEBA, ebenfalls eine Füssen. Ihr erster Flug brachte Crew und Gäste von München nach Brüssel. Auch diese Maschine wurde nach einiger Zeit nicht mehr benötigt. Über fünf Jahre lang flog damit keine Füssen mehr. Bis jetzt.

„Es gibt verschiedene Gründe, wieso Flugzeuge nach einiger Zeit nicht mehr fliegen“, erklärt Hildegard Lamberty von der Lufthansa. Häufig werden die Maschinen ausgemustert, wenn eine Flottenerneuerung ansteht. Der Name gehe dann auf eine andere Maschine über. Als die letzte Füssen ihren Dienst beendete, wanderte ihr Name auf die sogenannte Pending-Liste. „Das ist unsere virtuelle Warteliste“, sagt Lamberty. Hunderte Städtenamen sind darauf geparkt. Es kann Jahre dauern, bis die Städte wieder als Namensgeber zum Einsatz kommen. Die Vergabe der Namen an die Flugzeuge findet dabei nicht zufällig statt. Das Prinzip ist einfach: große Städte, große Flugzeuge. „Die kleinen Städte bekommen die Rennpferde“, sagt Lamberty.

Airbus "Füssen": Die Crew nennt die Füssen anders

Die A321-200neo ist so ein Rennpferd. Mit dem Kennzeichen D-AIEJ wird die neue Füssen Platz für 215 Passagiere bieten. Die Crew der Maschine wird das Flugzeug mit dem Heimatflughafen München allerdings nicht Füssen nennen. Schuld daran sind das Kennzeichen und das Flieger-Alphabet. „Die Crew nennt das Flugzeug „Eco-Juliet“, erklärt Lamberty. Also nach den letzten beiden Buchstaben im Kennzeichen. Im Moment wird die Maschine in Berlin umgebaut. Am 24. Juli sollen die Arbeiten allerdings abgeschlossen sein und die Füssen wohl ab Anfang August abflugbereit. Für die erste Maschine mit dem Namen der Stadt fällt dem ehemaligen Rathaus-Chef noch eine weitere Anekdote ein.

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Zur Taufe kamen damals als Überraschung die Füssener Böllerschützen. Mit Erlaubnis der Lufthansa durften sie in der Halle schießen – auf dem Rollfeld war es allerdings nicht erlaubt. Zu groß war das Risiko, dass der Knall für einen Anschlag gehalten werden könnte. Die Lufthansa sei etwas überrascht gewesen über die Anfrage: „Die Mitarbeiter im Norden Deutschlands wussten damals noch nicht, was Böllerschützen sind“, erklärt Wengert lachend. Dementsprechend erschreckt hätten sich auch die dortigen Büromitarbeiter beim Knall. Diese Taufe dürfte ihnen, ebenso wie den Wengerts, im Gedächtnis geblieben sein.

Wenn die Füssen abhebt, werden sich ihre Wege hoch oben am Himmel vielleicht auch einmal mit der Kempten, der Oberstdorf oder der Memmingen kreuzen. Nur nicht mit der Lindau. Die parkt gerade auf der Pending-Liste.