Zum Schulstart am Montag

Ostallgäuer Schulen und der Distanzunterricht: Warum sie sich "bestens vorbereitet" fühlen

Die Lernplattform Mebis erntete viel Kritik. Die südlichen Ostallgäuer Schulen nutzen die Plattform zwar, ohne andere Formate gehe es aber nicht.

Die Lernplattform Mebis erntete viel Kritik. Die südlichen Ostallgäuer Schulen nutzen die Plattform zwar, ohne andere Formate gehe es aber nicht.

Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Die Lernplattform Mebis erntete viel Kritik. Die südlichen Ostallgäuer Schulen nutzen die Plattform zwar, ohne andere Formate gehe es aber nicht.

Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Keine Faschingsferien und Distanzunterricht: Der Schulstart am Montag wird erneut online stattfinden. Warum Ostallgäuer Schulen meist auf "Mebis" verzichten.
09.01.2021 | Stand: 12:03 Uhr

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat gesprochen: Der Distanzunterricht an Bayerns Schulen ist bis zum 29. Januar verpflichtend. Schock war das für die Schulen im Füssener Land keiner. „Wir sind bestens vorbereitet“, sagt Andreas Erl, Schulleiter der Realschule in Füssen.

Und das nicht erst seit der Verlängerung des Lockdowns. Bereits seit April vergangenen Jahres betreut die Realschule auf der Chat-Plattform Microsoft Teams einige ihrer Klassen. Im Gegensatz zur staatlich eingeführten Lernplattform Mebis verfüge diese über ein Videoformat. Mittlerweile befinden sich laut Erl alle Klassen im digitalen Distanzunterricht.

Lockdown für Schulen ändert kaum etwas

Für die Schüler heißt es deshalb: Morgens winkt der Lehrer digital am Bildschirm. Wer fehlt, bekommt einen Anruf. Für die Füssener Realschüler und Lehrer ändert sich deshalb zunächst einmal nichts im Vergleich zu vor den Weihnachtsferien.

FU Realschule
Schulleiter der Füssener Realschule Alexander Erl.
Bild: Werner Hacker

Anders ist das an den Grundschulen Lechbruck und Roßhaupten. Die Grundschüler wurden bislang nur an wenigen Tagen auf Distanz unterrichtet. Die Schulleiterin der Grundschule Lechbruck, Agatha Müller, setzt ab Montag wieder auf persönliche Telefongespräche mit den Kindern. Auch Lernpakete können von den Eltern an der Schule abgeholt und zur Korrektur wieder zurückgebracht werden. Eine Notbetreuung für die Grundschüler soll es auch weiterhin geben. „Wir haben auch schon Anmeldungen dafür“, sagt Müller.

Auch Elisabeth Deller, Grundschulleiterin in Roßhaupten, hat bereits einige Kinder, die zur Notbetreuung angemeldet wurden. Die Lernplattform Mebis wird an beiden Grundschulen nur vereinzelt genutzt. Die Möglichkeit bestände aber, sagen die Schulleiterinnen.

Gschnaidner: "Distanzunterricht anstrengender als Normal-Unterricht"

Anders am Füssener Gymnasium. Dort wird Mebis „intensiv genutzt“, sagt Schulleiter Michael Gschnaidner. Vor allem das Feedback der Schüler werde auf der Plattform sehr gut abgebildet. „Wir machen das, was vom Kultusministerium vorgeschlagen wurde“, sagt Gschnaidner.

Die Staatsregierung hat auch beschlossen, dass die Faschingsferien dieses Jahr ausfallen müssen. Dem begegnen die Schulleiter jedoch verschieden. Agatha Müller befürwortet die Entscheidung: „Ich habe mich sehr über die Absage gefreut.“ Mit den Ferien wäre viel Zeit verloren gegangen, meint die Lechbruckerin.

Der Füssener Rektor Gschnaidner sieht es nicht ganz so euphorisch. „Wenn Distanzunterricht ernst genommen wird, ist er anstrengender als normaler Unterricht.“ Wenn in den Faschingsferien jedoch Präsenzunterricht möglich wäre, dann sei die Entscheidung auf jeden Fall positiv. Die gewonnene Chance würde überwiegen, erklärt Gschnaidner. In einem sind sich die Schulleiter einig: „Nichts kann Präsenzunterricht ersetzen.“ Die Schule spiele im Leben der Kinder eben auch eine soziale Rolle.

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