Ehemaliger Polizeibootsführer erzählt

Dieter Scheel wollte „dahin, wo Berge sind“

Dieter Scheel

Dieter Scheel feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag. Er gehörte zu den Ersten, die bei den Ferien mit der AZ dabei waren. Als Bootsführer bei der Polizei fuhr er die Kinder über den Forggensee. Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere Bub oder das ein oder andere Mädchen auf dem Foto von 1982 wieder.

Bild: Archivfoto: Scheel

Dieter Scheel feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag. Er gehörte zu den Ersten, die bei den Ferien mit der AZ dabei waren. Als Bootsführer bei der Polizei fuhr er die Kinder über den Forggensee. Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere Bub oder das ein oder andere Mädchen auf dem Foto von 1982 wieder.

Bild: Archivfoto: Scheel

Dieter Scheel aus Lechbruck ist 80 Jahre alt. Sein Leben lang reizten ihn Gebirge und Wasser. Er war außerdem beim ersten AZ-Ferienprogramm dabei.
28.05.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Dazu kam es in der Folgezeit zwar nicht mehr. Aber noch heute warten die Teilnehmer für gewöhnlich in einer langen Schlange auf ihren Platz in den Booten der Füssener Wasserschutzpolizei. Ob es heuer dazu kommt, ist wegen Corona noch offen. Die Planungen fürs Ferienprogramm sind aber angelaufen.

Rettungsübung, Schwimmunterricht und Fahrradparcours

Zu Scheels Zeiten gab es in Dietringen noch reichlich Angebote rund um die Fahrt mit dem Polizeiboot. So wurde dort zum Beispiel einen Rettungsübung mit einem Mann über Bord gezeigt. Die Wasserwacht erteilte den FAZ-Kindern Schwimmunterricht. Die Jugendverkehrswacht hatte einen Fahrradparcours aufgebaut. Und ein Bauernhof konnte besichtigt werden.

Dieses erste Mal Ferien mit der AZ kam so gut an, dass es über die Jahre immer weiter ausgebaut wurde. Heuer ist das Ferienprogramm vom 2. bis 13. August geplant und wenn es nicht wegen Corona ausfallen muss, feiern die FAZ nächstes Jahr mit dem 40. einen runden Geburtstag.

Für Scheel selber stand vergangene Woche ebenfalls ein Jubiläum an. Der Lechbrucker wurde 80 Jahre alt. Als er ein Kind war, kamen der gebürtige Schlesier und seine Mutter als Vertriebene zunächst nach Nordrhein-Westfalen. Bei VW in Wolfsburg absolvierte er später eine Ausbildung zum Mechaniker. „Ich hätte dann ins Ausland gehen können“, erzählt er. Aber seine Eltern hätten dem nicht zugestimmt und er sei noch nicht volljährig gewesen.

Mit 19 Jahren zur Bundeswehr und später zur Polizei

Mit 19 Jahren ging er zur Bundeswehr. Dort habe man ihn gefragt, wo er gerne hinwolle und er habe spontan geantwortet: „Dahin, wo Berge sind.“ Ergebnis: Scheel kam nach Sonthofen. Acht Jahre später wechselte er zur Polizei.

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Scheel gab außerdem sechs Jahre lang Schwimmunterricht in Osterreinen und brachte in dieser Zeit vielen Kindern aus Rieden und Umgebung das Schwimmen bei. „Damals konnten die Kinder noch schwimmen, wenn sie in die Schule kamen. Das ist heute leider nicht mehr so, obwohl man es eigentlich erwarten können sollte“, sagt er. (Lesen Sie auch: Wassersport am Bodensee: Freiheitswunsch trifft auf strenge Regeln)

In seiner Freizeit zog es den Lechbrucker, der früher in Füssen wohnte, viel in die Berge. Er war beim Alpenverein und im Skiclub aktiv. Zudem hatte er als Polizist immer wieder Bergunfälle zu bearbeiten. Auch bei der Wasserwacht war Scheel aktiv, und er reiste gern. „Ich war auf sechs Kontinenten“, berichtet er. Meist absolvierte er dort Wandertouren. Von diesen Eindrücken könne er heute noch zehren, sagt er.

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