Rieden

Eine Ära neigt sich dem Ende zu

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Bild: Alexander Berndt

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Bürgerversammlung Max Streif zieht nach 25-jähriger Amtszeit als Gemeindeoberhaupt nicht nur über das vergangene Jahr Bilanz. Forggensee-Gemeinde Rieden ist bei der Steuerkraft auf einem der vorderen Plätze in Bayern
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Von Alexander Berndt
16.02.2020 | Stand: 16:26 Uhr

am ForggenseeEs klang fast wie ein kleines Vermächtnis, was der Riedener Bürgermeister Max Streif den rund 100 Besuchern seiner letzten Bürgerversammlung als Gemeindeoberhaupt im Gasthof Rössle mitteilte. So präsentierte der seit 25 Jahren amtierende 75-jährige Rathauschef nicht nur den Rechenschaftsbericht für 2019, sondern ließ auch in einer Art Gesamtbilanz in komprimierter Form zahlreiche Aktivitäten sowie Leistungen während seiner Amtszeit Revue passieren. Zweiter Bürgermeister Hans Schwarzenbach lobte danach Streifs „Fleiß, Umsicht und Fachkenntnis“, mit der dieser die Geschicke Riedens im zurückliegenden Vierteljahrhundert maßgeblich gelenkt habe.

Schließlich sei es „unglaublich, was du als Bürgermeister geleistet hast“, sagte Schwarzenbach weiter. Streif könne „mit hocherhobenem Haupt und voller Stolz“ das politische Schicksal der Gemeinde an seinen Nachfolger übergeben. Dieser übernehme ein Dorf, das am Ende von Streifs Amtszeit „supergut“ dastehe, wie zudem der Inhaber der Firma Pro Metall, Andreas Hofer, betonte. Ihn ehrte der scheidende Rathauschef zuvor indes selbst „für das, was du für deine Heimat Rieden gemacht hast“, mit einer Urkunde.

Zuvor hatte Streif die Zuhörer in seinen umfassenden Ausführungen über viele Zahlen, Daten und Fakten sowie laufende Arbeiten und Planungen informiert. Unter anderem hob Streif hervor, dass die Gewerbesteuerentwicklung „sehr gut“ sei und das gut 1300 Einwohner zählende Rieden momentan mit einer Pro-Kopf-Steuerkraft von 1561 Euro „auf einem der vorderen Plätze in ganz Bayern“ liege. Positiv bewertete Streif auch den aktuellen Schuldenstand der Gemeinde von 455 000 Euro, was einer Reduzierung der Schulden „um knapp 75 Prozent in den vergangenen zehn Jahren“ entspreche. Und die Rücklagen Riedens lägen mit einem addierten Baulandwert von über einer Million Euro bei knapp 3,16 Millionen Euro. Nicht nur mit Worten, sondern auch anhand einer Leinwand-Präsentation mit vielen Lichtbild-Projektionen versuchte Streif die gute Strukturentwicklung des Dorfes zu verdeutlichen. Dabei erwähnte er beispielsweise die Steigerung der Arbeitsplätze auf momentan 921.

Als eine „große Aufgabe für die Gemeinde“ bezeichnete der Bürgermeister die Neuausweisung des Wasserschutzgebietes, während Rieden auch weitere Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im Kindergarten vornehmen lassen werde. Fast ein wenig stolz äußerte sich Streif dann über seinen Einsatz für Erhalt der Grundschule sowie die Postagentur vor Ort, bevor er den Tourismus einen „nach wie vor gut florierenden Wirtschaftszweig der Gemeinde“ nannte, der „eine sichere Einnahmequelle für viele Menschen bei uns“ darstelle. Durch Investitionen von rund 300 000 Euro in den vergangenen Jahren sei darüber hinaus der Bauhof „gut aufgestellt“. Nachdem er über mehrere Bebauungspläne und über verschiedene Dorferneuerungs-Projekte informiert hatte, sprach Streif auch den Neubau der Kindertagesstätte an, deren Kosten für die Gemeinde etwa eine Million Euro betragen. Und schließlich freute er sich, dass es Rieden in den vergangenen 25 Jahren gelungen sei, zahlreiche Grundstücke zu erwerben, bevor er mehreren Personen für ihre gute und konstruktive Zusammenarbeit sowie den Vereinen vor Ort „für das Engagement im vergangenen Jahr“ dankte und viel Beifall erhielt.