Verkehr

Eltern des Füssener Weilers Heidelsbuch haben viele Wünsche zum Schutz der Kinder

Verkehrssituation Heidelsbuch/Hopfen am See

Tempo 30 statt 50 – das einer der Vorschläge einer Familie aus Heidelsbuch, um die Verkehrssituation in dem Weiler zu entschärfen. Vor einem Beschluss wollen Füssens Kommunalpolitiker aber erst konkrete Zahlen zur Belastung sehen.

Bild: Benedikt Siegert

Tempo 30 statt 50 – das einer der Vorschläge einer Familie aus Heidelsbuch, um die Verkehrssituation in dem Weiler zu entschärfen. Vor einem Beschluss wollen Füssens Kommunalpolitiker aber erst konkrete Zahlen zur Belastung sehen.

Bild: Benedikt Siegert

Zum Schutz der Schul- und Kleinkinder hat eine Familie ein Verkehrskonzept entwickelt. Der Verkehrsausschuss setzt nun Teile davon um.

Von Heinz Sturm
13.06.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Insbesondere zum Schutz der sieben Schul- und der zwei Kleinkinder, die in Heidelsbuch leben, hat eine Familie für den kleinen Weiler fast schon so etwas wie ein Verkehrskonzept entwickelt. Mit dem Antrag setzte sich nun der Füssener Verkehrsausschuss auseinander. Einige Vorschläge waren bereits von der Verwaltung realisiert worden, andere will man erst anhand genauerer Zahlen prüfen. Und die soll ein Messgerät liefern, das die Zahl der Fahrzeuge und die gefahrenen Geschwindigkeiten ermittelt.

Lebensbedrohliche Situationen

Wie die Familie den Kommunalpolitikern mitteilte, sind die Verkehrsverhältnisse in Heidelsbuch untragbar. Durch den Weiler ohne Gehsteig würden Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit fahren, wodurch insbesondere die Kinder – etwa auf dem Weg zur Schulbushaltestelle – gefährdet wären. Daher wurde zum einen Tempo 30 in Heidelsbuch gefordert. Zudem sollten die Ortsschilder um mindestens 50 Meter weiter vom Weiler weg versetzt werden, damit Auto- und Lkw-Fahrer früher abbremsen. Außerdem schlug die Familie Tempo 50 außerorts auf der Riedener Straße vor, wo bislang 100 Stundenkilometer möglich sind. Doch sei auf der gesamten Straße kein Geh- oder Radweg vorhanden, „was durch die unübersichtlichen Kurven immer wieder zu lebensbedrohlichen Situationen zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autos führt“. Insbesondere für die Kinder, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit Rollern nach Hopfen oder Erkenbollingen wollten, sei „das einfach viel zu gefährlich“. Zudem wurde für die Straße eine Gewichtsbegrenzung von 7,5 Tonnen angeregt sowie die Verlagerung der Bushaltestelle beim Weiler.

Ortstafeln zurückversetzt

Einige Punkte hatte die Verwaltung bereits umgesetzt, berichtete Manfred Schweinberg von der Verkehrsbehörde nun den Ausschussmitgliedern: So habe man die Ortshinweistafel samt Verbotsschild „50“ von Hopfen am See kommend einige Meter zurückversetzt, wodurch die untere Ausfahrt Heidelsbuch sicherer werde. Eine Verlegung der Bushaltestelle einige Meter weiter nach oben mit einer Aufstellfläche neben der Straße sei auf Anregung des Elternbeirates der Grundschule inzwischen umgesetzt worden. Die Schneeräumung dieser Aufstellfläche im Winter sei gewährleistet. Eine Verlegung der Bushaltestelle nach Heidelsbuch hinein sei aber aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich und werde auch von der RVA abgelehnt. „Ich bin der Meinung, da gehört auf jeden Fall auch ein Bushäuschen hin“, sagte Martin Dopfer (Füssen-Land). Die Idee griff Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) auf, entsprechende Gespräche mit dem Grundstückseigentümer sollen geführt werden.

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit für die gesamte Riedener Straße auf 50 Stundenkilometer kann nach Einschätzung der Polizei aber für diese Ortsverbindungsstraße nicht erfolgen. Zudem sei auf der kurvenreiche Strecke Tempo 100 ohnehin nicht möglich.

Messgerät aufstellen

Ob man aber im Weiler Tempo 30 anordnen soll und ob man eine Gewichtsbegrenzung für die Riedener Straße verfügen soll – darüber gingen die Ansichten im Verkehrsausschuss auseinander. Jedoch verlief die Diskussion mehr oder minder ohne Kenntnis der Fakten: Wie viele Fahrzeuge sind hier unterwegs, wie schnell sind sie – darauf konnte niemand etwas konkret sagen. Den Vorschlag von Jürgen Doser (FWF), zunächst ein Messgerät in Heidelsbuch aufzustellen, wurde deshalb vom Gremium aufgegriffen. Ebenso die Idee von Manfred Schweinberg, das Gefahrzeichen „Kinder“ anzubringen – dies könnte ein wirksamer Hinweis zu vorsichtigem Fahren sein.