Jahresversammlung

ERC Lechbruck: Ein aufstrebender Verein wünscht sich ein Dach

ERC Lechrbuck

Der neu gewählte Vorstand des ERC (von links) Patrick Völk (Beisitzer), Michael Hölzle (Beisitzer), Cindy Sitter (Schriftführerin), Manfred Sitter (Vorsitzender), Tina Bacz (Beisitzerin), Markus Balzarek (Beisitzer) und Jürgen Kieslich (Stellvertretender Vorsitzender). Auf dem Bild fehlen Kassiererin Conny Wohlfahrter und Jugendleiter Richard Lory.

Bild: Alexandra Decker

Der neu gewählte Vorstand des ERC (von links) Patrick Völk (Beisitzer), Michael Hölzle (Beisitzer), Cindy Sitter (Schriftführerin), Manfred Sitter (Vorsitzender), Tina Bacz (Beisitzerin), Markus Balzarek (Beisitzer) und Jürgen Kieslich (Stellvertretender Vorsitzender). Auf dem Bild fehlen Kassiererin Conny Wohlfahrter und Jugendleiter Richard Lory.

Bild: Alexandra Decker

ERC Lechbruck kommt gut durch die Corona-Krise und ist nicht nur sportlich auf dem aufsteigenden Ast. Um langfristig zu Überleben braucht er aber eine Stadion-Überdachung
19.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Ohne ein Stadiondach hat der ERC Lechbruck in seiner heutigen Form langfristig kaum Überlebenschancen. Dessen ist sich Vorsitzender Manfred Sitter sicher und deshalb kam dieses Thema auch bei der Jahresversammlung des Vereins vor kurzem wieder zur Sprache. Sie fand für 2019 und 2020 statt, da sie vergangenes Jahr wegen Corona ausfiel. Den ERC erwartet heuer nach seinem Aufstieg in der Saison 2019/20 seine erste „richtige“ Spielzeit in der Landesliga (vergangenes Jahr fand wegen Corona kein Spiel statt). Dafür braucht er spätestens ab 15. Oktober eigenes Eis. Das ist witterungsbedingt aber nicht immer einfach. Ein überdachtes Stadion würde dieses Problem lösen und dem Verein zudem eine Menge Kosten für Eiszeiten in anderen Stadien sparen. Sitter sieht das Dach nicht nur als ERC-Thema, sondern als relevant für das ganze Dorf, da es eine Ganzjahresnutzung des Lechparkstadions ermögliche – nicht nur für Eishockey, sondern auch für andere Veranstaltungen, mit denen sich Geld verdienen ließe. Der ERC sucht nun nach einer Möglichkeit, dieses Projekt umzusetzen, ohne dass die Gemeinde Lechbruck alles alleine zahlen muss.

Wie wichtig solche Veranstaltungen sind, zeigte das Corona-Jahr 2020. Es bescherte dem ERC einige finanzielle Ausfälle, weil Events wie zum Beispiel die Dämmerschoppen, die Schlappschussfete und der Flößermarkt nicht stattfinden konnten. „In einem normalen Jahr haben wir ganzjährige Veranstaltungen, bei denen sich der ERC für die Gemeinde und die Vereinskasse engagiert“, sagt Sitter. 2020 kam das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen, obwohl man versucht habe, aufzufangen was ging – zum Beispiel mit Online-Training.

Wirtschaftlich gesund

Trotz der Ausfälle kam der ERC laut seinem Vorsitzenden aber gut durch die Pandemie. Selbst das Minus von knapp 5500 Euro im Vergleich zum Plus von über 6600 Euro aus dem Vorjahr erschreckt Sitter nicht. „Der ERC ist wirtschaftlich gesund, hat Investitionsmöglichkeiten und Entwicklungspotenzial“, sagt er. Die Einnahmen-/Ausgabenentwicklung sei auf einem deutlich höheren Level, als in den Vorjahren. Waren es 2010 noch 44 000 Euro Einnahmen und 42 000 Euro Ausgaben, bewegt sich das Kassenergebnis für 2020 auf beiden Seiten knapp über 100 000 Euro. „Wir machen mehr, um Gelder zu generieren“, sagt Sitter und nennt als Beispiel neben Veranstaltungen ein größeres Engagement bei der Gewinnung von Sponsoren. Diesen sei es auch zu verdanken, dass der ERC finanziell relativ gut durch die Corona-Lockdowns gekommen sei.

Gleichzeitig gibt der Verein aber mehr Geld aus. Ein großer Teil fließt in die erste Mannschaft. „Sie ist unser Flaggschiff und muss ihr Niveau halten“, betont Sitter. Deswegen sei in Absprache mit dem Mannschaftsrat die Entscheidung getroffen worden, das Team unter anderem mit zwei kanadischen Kontingentspielern zu verstärken. Die jungen Spieler von dort seien in der Regel sehr engagiert und Athleten aus dem Ostblock kämen den Verein auch nicht günstiger. Vereinsziel sei zwar jährlich ein Plus in der Kasse, aber nicht auf Teufel komm raus eine Gewinnmaximierung anzustreben.

In Summe noch mehr Geld als für die erste Mannschaft gab der ERC laut Sitter für den Nachwuchs aus. Um in der Landesliga spielen zu dürfen, müssen die Altersklassen U9 bis U13 besetzt sein. Der ERC konnte sogar alle sechs Altersklassen bis zur U20 stellen. Dass es dieses Angebot in einem Dorf von der Größe Lechbrucks gebe, „wird in der Region anerkannt und wir bekommen dafür auch von höherklassigen Vereinen Respekt gezollt“, sagt Sitter.

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Viele Nachwuchsspieler werden in der Regel über die Eislaufschule generiert. Da diese 2020 komplett ausfiel und viele Spieler in die U11 aufrückten, stand die U9 heuer im Sommer noch mit nur sechs Spielern da. Trainer Andreas Ott aber schaffte es, diese Zahl auf aktuell 25 Kinder aus Lechbruck und dem Umland zu erhöhen. „Unser Wunsch ist nach wie vor, eine maximale Anzahl eigener Spieler für die erste Mannschaft auszubilden“, sagt Sitter.

Was die Mitgliederzahl angeht, hatte der ERC während Corona nur die üblichen Abgänge zu verzeichnen. Mit 330 Mitgliedern zählt er derzeit den höchsten Stand seit 18 Jahren. Für die verschiedenen Veranstaltungen finden sich unter ihnen meist genügend Helfer. Allerdings seien es immer die gleichen, sagt Sitter. Um das zu ändern, habe er sich bei anderen Vereinen umgeschaut und stellt den Wunsch in den Raum, bei einer kommenden Mitgliederversammlung über einen verpflichtenden Helferdienst ein- bis zweimal im Jahr für aktive Mitglieder abzustimmen.

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit spielen Social-Media-Kanäle für den ERC eine zunehmend wichtigere Rolle. „Besonders die Nachwuchsspieler haben da einen guten Stand“, berichtet Sitter. Der Verein selbst habe auf Facebook mittlerweile über 800 Abonnenten und auf Instagram 1000. Die Internetseite wurde 2019 etwa 60 000 Mal besucht, 2020 an die 50 000 Mal.

Unterstützung der Gemeinde

Bürgermeister Werner Moll erkannte die Arbeit des Vereins für den Ort an. „Sie ist unbezahlbar“, betonte er und sicherte dem ERC zwar kein Dach zu, aber die Unterstützung der Gemeinde „bei allem, was vernünftig ist“. Beim Bau der neuen Kabine etwa gab es 2020 einen gemeindlichen Zuschuss von 13 500 Euro. Die restlichen 6 000 generierte der Verein selbst, unter anderem über ein Crowdfunding. Als nächste dringende Investition ins Stadion steht eine Bande an. „Sollte jemand mitbekommen, dass irgendwo eine gebraucht verkauft wird, soll er sich bitte melden“, rief Sitter alle Vereinsmitglieder und ERC-Freunde auf.

Ehrungen

Für langjährige Vereinstreue wurden folgende Mitglieder geehrt: Christine Dietmair, Michael Hölzle, Ferdinand Köpf, Thomas Schnell, Sebastian Kugelmann (25 Jahre), Bettina Sitter, Sandra Lederhofer (30 Jahre), Stefan Lederhofer und Franz Lederhofer (40 Jahre).

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