Digitalisierung im Ostallgäu

Es soll nicht zu viel Digitales sein: Grundschule Lengenwang bekommt Tablets

Mit 32 neuen Tablets ist die Grundschule Lengenwang digital jetzt sehr gut aufgestellt. In Seeg will Rektor Stefan Galonska, der für beide Schulen zuständig ist, nachziehen.

Mit 32 neuen Tablets ist die Grundschule Lengenwang digital jetzt sehr gut aufgestellt. In Seeg will Rektor Stefan Galonska, der für beide Schulen zuständig ist, nachziehen.

Bild: Alexandra Decker

Mit 32 neuen Tablets ist die Grundschule Lengenwang digital jetzt sehr gut aufgestellt. In Seeg will Rektor Stefan Galonska, der für beide Schulen zuständig ist, nachziehen.

Bild: Alexandra Decker

In der Grundschule Lengenwang ergänzen nun 32 neue Geräte den Unterricht. Auch für die Grundschule Seeg ist eine ähnliche Ausstattung geplant.
25.02.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Die Grundschule Lengenwang ist mit 32 Tablets plus Zubehör seit kurzem digital sehr gut aufgestellt – in Seeg will Stefan Galonska, Leiter der beiden Grundschulen, möglichst bald nachziehen. Mit dem Projekt Digitalisierung sei man vor etwa zwei Jahren zeitgleich an beiden Schulen gestartet, als alle bayerischen Schulleitungen aufgefordert wurden, ein Medienkonzept zu erstellen, sagt der Rektor. Die Umsetzung verlief aber aufgrund der Schulgröße unterschiedlich schnell. In Lengenwang sei sie einfacher gewesen, weil es dort nur 56 Schüler und acht Lehrer gibt, während in Seeg 150 Schüler und 16 Lehrkräfte unter einen Hut zu bringen sind.

Eine starke Beschleunigung hat das Projekt Digitalisierung vergangenes Jahr durch Corona erfahren und als Galonska seine Pläne im Gemeinderat Lengenwang vorstellte, sagte dieser sofort ja. Eigentlich wollte der Rektor damals nur fünf Tablets, um zu sehen, wie es damit im Unterricht klappt. Die Räte aber entschieden: Wenn schon, dann gleich Vollausstattung.

Digitalisierung als Herausforderung für manchen Lehrer

Vor knapp zwei Wochen kamen die Geräte an. Galonska und seine Kollegen richteten sie daraufhin in rasantem Tempo ein. Das sei eine Herausforderung gewesen, „da sich die Lehrer da in einen Bereich einarbeiten mussten, mit dem sie vorher wenig Erfahrung hatten“, sagt der Rektor.

Bei der Auswahl der Geräte entschied sich die Schule für Tablets, weil man diese mit und ohne Tastatur bedienen kann. Davon profitieren auch die Erstklässler, die noch nicht richtig schreiben und lesen, aber auf dem Bildschirm wischen können. „Oder sie können zum Beispiel Fotos machen von Dingen, die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen“, erklärt Galonska eine Einsatzmöglichkeit der Geräte.

Weiter seien die Tablets sinnvoll, um unter anderem im Unterricht im Internet zu recherchieren, mit Apps zu arbeiten oder indem jedes Kind eigene Arbeiten schnell und einfach über das Tablet und einen Beamer der ganzen Klasse präsentieren kann. Was den Einsatz der Geräte angehe, seien die Lehrer noch am Anfang und müssten die Möglichkeiten erst erkunden.

Rektor Galonska: Zuviel digitale Arbeit an Grundschulen nicht gut

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Die digitalen Geräte sollen den Unterricht in Zukunft allerdings nicht beherrschen, sondern nur einen Ergänzung zum herkömmlichen Schulalltag mit Tafel, Papier und Stift darstellen. „Wir sind an einer Grundschule und da sollten die Bildschirmzeiten für die Erst- und Zweitklässler nicht mehr als 30 Minuten, für die Dritt- und Viertklässler höchstens 45 Minuten betragen“, sagt Galonska. Gerade für die Sechs- und Siebenjährigen gelte es noch sehr zum Beispiel die Feinmotorik zu schulen. Der Rektor sagt von sich, dass er zwar durchaus technikaffin sei, aber von zu viel digitaler Arbeit an einer Grundschule wenig halte.

Dabei hatten allerdings weder er, noch verschiedene Forscher zu dem Thema Corona und die Lockdowns im Kopf, räumt der Ostallgäuer ein. Im Zuge dessen nämlich wurde das digitale Arbeiten quasi unerlässlich und selbst für die Erstklässler gab es in Lengenwang und Seeg bereits Videokonferenzen. „Das lief gut“, sagt Galonska dazu und nennt es heutzutage – trotz mancher Nachteile – unerlässlich, dass Kinder den sinnvollen Umgang mit digitalen Geräten lernen – zum Beispiel auch, sie wieder abzuschalten ohne in eine Sucht zu verfallen. Galonksa sieht bei dieser Aufgabe die Schule in der Pflicht und hält nichts davon, sie ausschließlich „auf die Eltern abzuwälzen“.

Digitales Arbeiten auf freiwilligen Basis

Alles in allem müsse das digitale Arbeiten aber freiwillig bleiben, damit keine Ungerechtigkeiten entstehen. Denn: „Man denkt zwar, kein Internet, gibt es heutzutage nicht mehr. Aber dem ist nicht so“, sagt Galonska. Es gebe noch Schüler, die keinen Zugang zuhause hätten. Scheitert es nicht daran, sondern nur an der Hardware, könnten die neuen Tablets in einem weiteren Lockdown auch an Schüler verliehen werden, die selbst nicht so gut ausgestattet sind. Durch diese Möglichkeit und die neue digitale Technik an sich, sieht Galonska die Lengenwanger Grundschule „gut für einen nächsten Lockdown gerüstet“.

Damit die Schule in Seeg eine vergleichbare Ausstattung erhält, sind derzeit Gespräche im Gang. Eine Zusage vom Gemeinderat gebe es bereits. „Ich hoffe, wir können es dort ähnlich umsetzen, da wir in dieses System jetzt bereits eingearbeitet sind“, sagt Galonska, dem die Umsetzung „richtig Spaß gemacht hat“. Sie habe sich gelohnt, auch wenn sie mit viel Arbeit verbunden gewesen sei.

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