Gala-Benefizkonzert

Euregio-Blasorchester begeistert in Nesselwang

euregio

Faszinierende Töne und Klangfolgen entlockte der Ausnahme-Posaunist Fabrice Millischer seinem Instrument.

Bild: Anton Reichart

Faszinierende Töne und Klangfolgen entlockte der Ausnahme-Posaunist Fabrice Millischer seinem Instrument.

Bild: Anton Reichart

Musiker und Dirigent Johann Mösenbichler ernten in Nesselwang den frenetischen Beifall des Publikums. Wer von den Spenden profitiert.
05.10.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Nach langer Corona-Zeit wieder einmal das Wunderbare an dieser Welt musikalisch herausstellen wollte Johann Mösenbichler bei dem Gala-Benefizkonzert mit seinem Euregio-Blasorchester (EBO). Der Dirigent freute sich in der Nesselwanger Alpspitzhalle über die Besucher aus den Regionen Allgäu, Außerfern und Kleinwalsertal, die auch die Zusammensetzung des Orchesters widerspiegeln. Frenetischer Beifall und stehende Ovationen bewiesen, dass sowohl dem Publikum als auch den Musikern der Neustart nach langen Corona-Beschränkungen seelisch guttat.

Begeisternde Zwiesprache

Ansatzlos entließ Fabrice Millischer die Töne der „Romanze für Soloposaune“ seinem Instrument. Mit einer mühelos erscheinenden Leichtigkeit blies der 28-jährige Professor für Posaune der Freiburger Musikhochschule und Mitglied am Pariser Konservatorium vom einschmeichelnden Piano bis zum machtvollen Forte – und bis in die tiefsten der tiefen Töne. Das Orchester erwies sich als immer zurückhaltende, ideale Begleitung. Aber Millischer zeigte auch Freude am Tempo und an spritzigen, jazzigen Takten. So hielt seine Posaune nicht nur mit dem ganzen Orchester, sondern auch mit der Trompete begeisternde Zwiesprache.

Der Wechsel zwischen Hoffnung, Traurigkeit und Heiterkeit in der Ouvertüre von Carl Maria von Webers Freischütz verschaffte der ersten Klarinette einen einschmeichelnden wie auch kraftvollen Solo-Part. Schließlich ging diese Schützengeschichte wie geplant gut aus - was auch das zunehmend reibungslosere Zusammenspiel der Register betraf.

Mit „Wein, Weib und Gesang“ brachte das EBO die viel bekanntere Fassung für Orchester zu Gehör, wie eine lächelnde Moderatorin und Hornistin das Publikum einstimmte. Nach diesem anrührenden Strauß-Walzer ließ der Maestro zum Marsch blasen, genauer gesagt zum Jägermarsch „Weidmannsheil“ von August Reckling. Die Moderatorin hatte eine wilde, verwegene Jagd angekündigt – das EBO blies entsprechend überzeugend zu einem orchestralen Halali.

Beim „Persischen Markt“ von Ketélby wiesen die Musizierenden dezent auf das Ziel des Gala-Benefizkonzerts hin: Mit Gesangseinlagen und dem Text „Batschi, Batschi“ riefen sie das Publikum auf, am Ende der Vorstellung zu spenden. Diese gehen an die Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, und an den Allgäuer Hilfsfonds.

Lesen Sie auch
##alternative##
Basilika Ottobeuren

Beethovens "Missa solemnis" als rauschhaftes Konzert-Erlebnis

Nach dem anrührenden Titelthema „What a wonderful world“ von Louis Armstrong boten Solist Millischer und das EBO in der zweiten Zugabe etwas spanisches Flair. „Die Werke habe ich ausgesucht, die Solo-Stücke allerdings in Zusammenhang mit den Solisten ausgewählt“, erzählte unserer Zeitung ein entspannter Dirigent kurz vor dem Beginn des Konzerts. „Nach drei Wochenenden der Probe in Waltenhofen spielen wir unter dem Motto ‘jetzt ist wieder Einiges möglich´“, atmete ein sichtlich erfreuter Maestro Mösenbichler auf.