Eishockey

EV Füssen zeigt ESC Kempten im Vorbereitungs-Derby Grenzen auf

ESC Kempten vs EV Füssen

Im Duell mit seinen ehemaligen Kollegen unterlag Kemptens Mauro Seider (in blau) am Sonntagabend dem EVF mit 3:8. Das Bild zeigt ihn im Zweikampf mit Florian Simon, hinter Füssens Keeper Benedikt Hötzinger.

Bild: Ralf Lienert

Im Duell mit seinen ehemaligen Kollegen unterlag Kemptens Mauro Seider (in blau) am Sonntagabend dem EVF mit 3:8. Das Bild zeigt ihn im Zweikampf mit Florian Simon, hinter Füssens Keeper Benedikt Hötzinger.

Bild: Ralf Lienert

Der Oberligist weist die Kemptener Sharks beim 8:3-Auswärtssieg in die Schraken. Warum EVF-Trainer Marko Raita dennoch nicht so recht zufrieden ist.
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Von Michael Lang
20.09.2021 | Stand: 15:15 Uhr

Natürlich war es nur ein Vorbereitungsspiel, dennoch war der Vergleich zwischen dem Eishockey-Oberligisten EV Füssen und dem Bayernligisten ESC Kempten vor 623 Zuschauern am Sonntagabend eine richtige Prestige-Angelegenheit. Die Sharks streben nach dem Aufstieg 2020 aus der Landesliga nach noch Höherem, gehören mit ihrem Kader sogar zu den Favoriten in der höchsten bayerischen Spielklasse. Das bestätigten sie vor Wochenfrist mit einem 6:4 gegen Lindau sowie am Freitag mit einem knappen 5:6 nach Penaltyschießen gegen Peiting. Und auch gegen den EVF zeigte sich der klassentiefere Vertreter zunächst voll auf Augenhöhe. Allerdings änderte sich das mit zunehmender Spieldauer und man war dem Tempo der Füssener nicht mehr gewachsen. Diese nutzten die Freiräume und siegten dadurch letztendlich standesgemäß mit 8:3.

Eishockey-Vorbereitungsspiel zwischen ESC Kempten und dem EV Füssen: „Es ging wild hin und her“

Trainer Marko Raita war mit der Vorstellung im ersten Abschnitt aber nicht zufrieden: „Wir wussten, dass Kempten gute Ergebnisse erzielt hat, trotzdem zeigten wir uns nicht gut eingestellt. Das erste Drittel war wild, es ging hin und her, ohne Kontrolle. Erst ab dem zweiten Drittel begannen wir zu unserem eigenen Spiel zu finden.“

Der ESC nutzte bereits sein erstes Powerplay durch einen Abstauber von Maximilian Hermann (5. Minute) zur Führung. Füssen, das mit Gastspieler Moritz Borst von den Augsburger Panther einen neuen Ersatztorhüter aufbot, konnte sich nur langsam befreien, aber immerhin durch eine Einzelaktion von Samuel Payeur (Nadeau) drei Zeigerumdrehungen später ausgleichen. Dabei blieb es leistungsgerecht auch in diesem ersten Abschnitt. Im zweiten kam der EVF durch zwei Strafen schnell in eine doppelte Unterzahl, welche der Kanadier Colton Leiter treffsicher zum 2:1 nutzte. Wieder komplett wurde der EVF aber immer stärker und scheiterte mehrere Male aussichtsreich, ehe in der 31. Minute in Überzahl Marco Deubler nach schöner Vorarbeit von Lubos Velebny endlich der Ausgleich gelang.

Neuzugang Taratukhin mit erstem Assist für den EV Füssen

Es war der Auftakt für eine denkwürdige Phase, denn innerhalb von fünfeinhalb Minuten zogen die Schwarz-Gelben gegen den nun überforderten Gegner auf 6:2 davon. Erneut in Überzahl setzte dabei Maximilian Dropmann ein überlegtes Zuspiel von Andrei Taratukhin in die Maschen, dann schloss Dejan Vogl einen Angriff über Leon Dalldush und Julian Straub zum 4:2 ab. Kempten nahm eine Auszeit, lief aber umgehend in einen Konter, den Sam Payeur nach langem Pass von Florian Simon eiskalt abschloss. Es war wieder Füssens Kanadier, der nur 80 Sekunden später eine Kombination über Taratukhin und Besl zum sechsten Treffer verwertete.

Beim Auftritt in Kempten vergibt der EV Füssen trotz acht Teffern viele Chancen

Im letzten Drittel hatten die Füssener weiterhin viele Chancen, scheiterten aber mehrmals frei vor dem Tor oder auch am Pfosten. Nach 51 Minuten krönte Sam Payeur (Besl) dann seine Leistung mit seinem vierten Treffer zum 7:2. Lubos Velebny (Dalldush, Straub) ließ noch per Schlagschuss das achte Füssener Tor folgen, ehe Timo Schirrmacher elf Sekunden vor Ende den dritten Überzahltreffer für den ESC markierte.

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Am auch in der Höhe verdienten Sieg des EVF gab es dadurch nichts mehr zu rütteln, auch wenn Marko Raita anmerkte: „Mit dem Resultat bin ich zufrieden, wir sind aber immer noch auf der Suche nach der Balance in unserem Spiel. Daran müssen wir arbeiten, um dann in der Oberliga gerüstet zu sein.“

Heute nächster Test

Gerüstet müssen die Füssener auch heute Abend sein, da steht um 19.30 Uhr bereits das nächste Testspiel beim Zweitligisten ESV Kaufbeuren an. Das Hinspiel hatten die Schwarz-Gelben wie berichtet vor Wochenfrist am Kobelhang mit 2:7 verloren.