Ski-Cross

Ex-Ski-Crosser Florian Eigler blickt auf Karriere zurück

Skicross Europacup Grasgehren

Bis zu den Olympischen Spielen nach Sotchi führte Florian Eiglers Karriere. Unser Bild zeigt ihn beim Europacup in Grasgehren 2015 (ganz rechts).

Bild: Hafner (Archiv)

Bis zu den Olympischen Spielen nach Sotchi führte Florian Eiglers Karriere. Unser Bild zeigt ihn beim Europacup in Grasgehren 2015 (ganz rechts).

Bild: Hafner (Archiv)

Bis zu Olmypia in Sotchi 2014 führte der Weg von Florian Eigler aus Pfronten. Jetzt hat er Bilanz gezogen und erzählt, wohin es ihn beruflich verschlagen hat.
24.05.2021 | Stand: 11:45 Uhr

Von einer Sportler-Karriere mit Höhen und Tiefen zu sprechen, würde wohl zu wenigen besser passen als zu Florian Eigler. Der heute 31 Jahre alte gebürtige Füssener, der jetzt in Pfronten lebt, feierte seine größten Erfolge im Ski-Cross, einer Sportart, in der es wegen der zahlreichen Sprünge traditionell von oben nach unten (und anders herum) geht. Dass er sein persönliches Highlight, die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotchi erleben durfte, war das Ergebnis einer wilden Reise.

Ski-Crosser Florian Eigler aus Pfronten hatte mit dem Spitzensport eigentlich schon abgeschlossen

Von dieser erzählte er kürzlich in Webtalk „Zammghockt“, der von Pfronten Tourismus initiiert wurden. Schon mit etwa drei Jahren sei Eigler erstmals auf den Brettern gestanden, mit 15 Jahren startete er als alpiner Skiläufer so richtig durch. „Eine alpine Grundausbildung ist das A und O“, sagt er heute rückblickend. Dass er „in einer coolen Phase mit einigen Kumpels zum Ski-Cross“ wechseln würde, war damals wohl noch nicht abzusehen. Für den Sportbegeisterten, der als Kind auch Fußball, Eishockey und den Klettersport ausprobierte, ging es immer schon um Ergebnisse und somit um Erfolge. Spätestens, wenn man im Jugend-Nationalteam fahre, „wird es ernst“, meint er rückblickend. Als junger Alpinsportler sei man in gewisser Weise auf Förderungen angewiesen, doch Förderungen sind immer an Erfolge geknüpft. So kam es, dass Eigler, inzwischen ein Sportinternat besuchend, „nach einer schlechten Saison“ zunächst aus der Förderung flog, ehe er sich entschloss, auf eigene Faust mit einem Trainer aus der Region und eben begrenzten Mitteln weiter zu machen. Das Ergebnis: Die Ergebnisse stimmten wieder, die Förderung wurde erneut aufgenommen. Das ging jedoch nicht allzu lange gut, weil Ergebnisse in einigen Disziplinen erneut nicht stimmten, flog Eigler abermals aus dem Programm. „Ich wollte das Handtuch werfen“, erinnert er sich. „Dann lass ich’s eben“, dachte er sich damals gedacht. Da kamen dann drei Jungs ins Spiel, mit denen er sich gut verstand. Die Vier wechselten zum Ski-Cross und hätten sich letztlich gegenseitig „hochentwickelt“.

Nach Olympia 2014 in Sotchi war Eigler nur noch zwei Jahre aktiv. Wie er diesen Entschluss erklärt

Ski-Cross sei „super interessant“, nicht zuletzt, weil vier Sportler parallel auf der Piste sind, es um Möglichkeiten geht, Überholpunkte zu suchen und zu finden – kurzum: „Es ist purer Rennsport“, wie Eigler heute noch schwärmt. Ski-Cross sei aber eben auch eine Sportart, die einem liegen müsse, nicht zuletzt, weil man bis auf Zentimeter auf seine Nebenmänner auffahre. Im Februar 2011 holte er in Blue Mountain mit dem achten Platz im Skicross seine bisher beste Platzierung im Weltcup. Dieses Ergebnis gelang ihm nochmals im Dezember 2013 beim Weltcuprennen in Val Thorens. In Sotchi wurde Eigler schließlich Achter im Finale. Von schwereren Verletzungen blieb er zumeist verschont – einmal sei er auf den Kopf geknallt, musste sich danach einige Wochen schonen. „Ich hatte keine einzige OP. Wenn ich mir weh getan habe, dann beim Fußballspielen“, sagt der 31-Jährige, der inzwischen in einer Agentur für Online-Marketing in der Region tätig ist.

Nach Olympia war Eigler nämlich nur noch zwei Winter lang aktiv, merkte dann, dass ihm „der letzte Drive und Wille“ verloren gegangen sei. „Wenn das fehlt, wird’s eben schwer.“ Der letzte Sprung war also gestanden, die sportliche Ziellinie erreicht. Was bleibt, sind die Erinnerungen, unter anderem an Sotchi 2014.