Naturschutz

Für Storchennest in Füssen fehlt noch das Geld

Peter Griebel (weißes Hemd und Hut in der Hand) wirbt am Stadtbrunnen für seinen Plan, in Füssen für Weißstörche einen Horst zu installieren.

Peter Griegel (rechts) wirbt am Stadtbrunnen für seinen Plan, in Füssen für Weißstörche einen Horst zu installieren.

Bild: Werner Hacker

Peter Griegel (rechts) wirbt am Stadtbrunnen für seinen Plan, in Füssen für Weißstörche einen Horst zu installieren.

Bild: Werner Hacker

Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz sammelt in der Füssener Fußgängerzone Spenden für ein Storchennest auf dem Hohen Schloss. An einem Infostand erklärt er, warum ihm das Projekt am Herzen liegt

Von Werner Hacker
02.08.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Das von Peter Griegel aufgestellte Spenden-Körbchen sollte sich füllen. Alles für den Storch, das war das Motto eines Info-Stands des Mannes vom Landesbund für Vogelschutz am Magnusbrunnen in Füssen, der Passanten dazu bewegen sollte, Geld zu geben. Unsere Zeitung berichtete bereits, was Griegel genau vorhat, nämlich einen Horst für Störche am Hohen Schloss zu installieren. Am vergangenen Samstag nun suchte er deshalb den direkten Kontakt zu den Leuten in der Stadt. Ansprechpartner ist er erneut am 8. und 22. August vormittags in der Fußgängerzone.

„Der Storch ist ein Glücksbringer und ein sehr schöner Anblick. Ich setzte mich dafür ein, dass Weißstörche am Hohen Schloss wieder ein Nest bekommen“, erklärte der Naturfreund. Um eine Rückkehr der Weißstörche in der Füssener Altstadt artgerecht vorbereiten zu können, wirbt Griegel um Unterstützung. „Das ist mein ganz persönliches Projekt, kein LBV-Programm“, macht er deutlich. Er freut sich über „den freundlichen Brief aus der Stadtverwaltung.“ Bürgermeister Maximilian Eichstetter habe „sofort auf mein ihm geschildertes Anliegen reagiert und dieses ausdrücklich begrüßt“.

Solche positiven Reaktionen allerdings sind kein Garant dafür, dass Griegel seinen Plan umsetzen kann. Es fehle – wie er einräumt – dafür schlicht das Geld. Seiner „laienhaften Schätzung“ nach könnten Gesamtkosten in Höhe von bis zu 10 000 Euro entstehen, um den dann weit sichtbaren Weißstorchhorst zu installieren. Vielleicht, hofft er, „reichen dafür aber auch 5000 Euro“.

Griegel rechnet mit Unterstützung, „vor allem von Naturfreunden“. Es brauche auch Glück, wenn es denn soweit kommen sollte, dass ein Weißstorch in luftiger Höhe von Einheimischen und Gäste entdeckt werden könne.

Brutpaare von 40 auf 500 gesteigert

Wenn Griegel um Jahrzehnte zurückschaut, zeigt sich, das es in Bayern gelungen war, durch ein spezielles Schutzprogramm die Zahl der Weißstorchbrutpaare von 40 auf knapp 500 zu steigern. „Der Erfolg war da, das Programm wurde deshalb eingestellt.“

Weißstörche sind – anders als Schwarzstörche – nicht sehr scheu. „Die Störche kommen jetzt näher zu uns in Füssen“, weiß Griegel. Es gebe inzwischen Brutplätze in Marktoberdorf und Lechbruck. Freilich könne nicht garantiert werden, dass sich ein Weißstorch auf dem Hohen Schloss wieder so zeige, wie es ein Künstler auf einem Bild von 1554 festgehalten habe.

Im Internet weist der LBV auf eine aktuelle Übersicht der Storchenhorste in Bayern hin. Unterteilt werden die Horste hier systematisch in „leeres Nest, einzelner Storch sowie Storchenpaar mit und ohne Nachwuchs.