Start-Up entwickelt Spezial-Sauger

Achtlose Raucher: Füssener sammeln tausende Kippen auf und verteilen Aschenbecher

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Überall sind sie zu finden. Giftige Zigarettenkippen. Durch die Anschaffung von Hilfsgeräten will die Stadt Füssen nun für eine leichtere Beseitigung der giftigen Stummel und Kleinstabfälle sorgen.

Bild: Martina Gast

Überall sind sie zu finden. Giftige Zigarettenkippen. Durch die Anschaffung von Hilfsgeräten will die Stadt Füssen nun für eine leichtere Beseitigung der giftigen Stummel und Kleinstabfälle sorgen.

Bild: Martina Gast

Bei einer Müllsammelaktion in Füssen befreien Freiwillige die Natur von unzähligen Zigarettenresten. Auch ein Prototyp kommt zum Einsatz. Wie er funktioniert.
30.08.2021 | Stand: 18:32 Uhr

Überall liegen sie herum, die kleinen Zigarettenstummel: Auf Wanderwegen, Spielplätzen, Gehwegen und Grünanlagen. Klein, aber giftig und äußerst unschön. Denn die vielen achtlos weggeschnippten Kippen enthalten eine Vielzahl toxischer Substanzen, die nachweislich die Umwelt schädigen. Macht man sich die Arbeit die Hinterlassenschaften der Raucher im Füssener Land aufzusammeln, kommt eine ganz schöne Menge zusammen.

Das zeigte sich an diesem Wochenende. Rund 20 Personen waren am Samstag dem Aufruf der Stadt Füssen gefolgt, um sich bei strömendem Regen im Bereich der Füssener Innenstadt und an der Uferpromenade des Hopfensees an einer Müllsammelaktion zu beteiligen. Darunter war auch die Mitinitiatorin Jutta Ehlermann.

Start-Up "Sauber.io" entwickelt Handsauger gegen Zigarettenstummeln

Erstmals kam dabei auch der Prototyp eines akkubetriebenen Handsaugers zum Einsatz. Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter hatte dazu das Start-up „Sauber.io“ ins Boot geholt. Prokurist und Mitbegründer Nicolas Arbeiter und Geschäftsführer Victor Fischer führten bei der anberaumten Säuberungsaktion zwei Prototypen des akkubetriebenen, leistungsstarken Handsaugers vor. Die Hochleistungsgeräte wurden speziell für schwer erreichbare Bereiche, wie beispielsweise Bürgersteige, Pflastersteine, Fahrradständer und ähnliches konzipiert.

Dabei werden nicht nur die unschönen Filterreste in kürzester Zeit aus den Ritzen geholt, sondern auch anderer Unrat wie Kronkorken, Kaugummis oder Scherben in kürzester Zeit aufgesammelt. Besonders Glasscherben verursachen bei Vierbeinern oft schmerzhafte Verletzungen, oder führen zu platten Reifen am Fahrrad. Von der Schnelligkeit und Effizienz überzeugte sich Eichstetter kurzerhand selbst und saugte in kürzester Zeit Unrat unter den Hopfener Bänken zusammen. Er möchte in Kürze für den Bauhof zwei der 1000 Euro teuren Akkugeräte anschaffen. „Unsere Mitarbeiter leisten tolle Arbeit und haben ein Auge auf die Sauberkeit unserer schönen Stadt“, sagte Eichstetter.

Weggeworfene Zigarettenkippen sorgen in Füssen für Probleme

Durch die Anschaffung erhofft er sich eine spürbare Arbeitserleichterung. Entwickler Nicolas Arbeiter betonte derweil, dass die Stadt Füssen damit Vorreiter im gesamten Ostallgäu sei. Schließlich sei sie die erste, die auf die neue Technologie der Handsauger setzt. Eine Nachricht, die auch Jutta Ehlermann freute, die mit Handschuhen, Kübel und Zange unter den Sammlern am Samstag dabei war. Mit ihrem Engagement hat sie bei Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter und dem Stadtrat offene Türen eingerannt.

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„In erster Linie wollen wir durch unsere Aktion die Raucher für das Thema Umweltschutz sensibilisieren. Mittlerweile haben wir fast 5000 Taschenaschenbecher verteilt. Die meisten finden die Aktion richtig super“, sagt die Wahl-Füssenerin. Denn man könne nicht überall frei stehende Aschenrohre installieren, dafür sei das Areal einfach zu weitläufig.

Touristen im Ostallgäu können kostenlos von Taschenaschenbechern Gebrauch machen

„Außerdem gibt es an vielen Plätzen und Wanderwegen im Füssener Land keine Mülleimer, sodass die Raucher, selbst wenn sie es wollten, ihre Kippen manchmal nicht vernünftig entsorgen können“, erklärt Ehlerman bei der Müllsammelaktion am Samstag. Im Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse hatte die Rentnerin zuvor den richtigen Kooperationspartner für die Initiative gefunden, der ihr 5000 kostenlose Taschenaschenbecher zur Verfügung gestellt hat.

Der Verband setzt sich im Zuge der erweiterten Herstellerverantwortung schon länger mit dem Thema auseinander. Neben den Einheimischen sollen in der Touristenhochburg Füssen auch die vielen Gastgeber angesprochen werden. Sie können sich für ihre Gäste bei der Tourist Information Füssen und Hopfen oder dem Info Punkt in Weißensee mit den kleinen Blechdosen eindecken. „Das ist doch ein nettes Willkommensgeschenk“, meint Ehlermann.

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