Amnesty International

Füssen: Hand in Hand für humane Flüchtlingspolitik

Brand in Flüchtlingslager Moria

Im September 2020 brannte das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos nieder. Für eine humane Flüchtlingspolitik und gegen das Sterben im Mittelmeer will sich eine Menschenkette am Samstag einsetzen, die auch durch Füssen führt.

Bild: Petros Giannakouris/AP/dpa

Im September 2020 brannte das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos nieder. Für eine humane Flüchtlingspolitik und gegen das Sterben im Mittelmeer will sich eine Menschenkette am Samstag einsetzen, die auch durch Füssen führt.

Bild: Petros Giannakouris/AP/dpa

Menschenkette von Norddeutschland zum Mittelmeer soll auch in Füssen sichtbar werden. Was am Samstag geplant ist.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
16.09.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Ein Zeichen für eine humane Flüchtlingspolitik und gegen das Sterben im Mittelmeer will die Amnesty-Gruppe Lechtal am Samstag, 18. September, in Füssen setzen. Sie beteiligt sich an einer grenzüberschreitenden Menschenkette von Norddeutschland über Österreich und Italien zum Mittelmeer – die auch durch die Lechstadt führt, teilt Amnesty International mit. Die Amnesty-Gruppe Lechtal koordiniert die Aktion vor Ort und ruft zur Teilnahme auf. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr an der Morisse/Ecke Kemptener Straße. Kernzeit der Kette ist von 12 bis 12.30 Uhr. Daran anschließend findet noch eine Schlusskundgebung vor dem Rathaus statt.

Am 18. September will diese Aktion von der Nordsee bis zum Mittelmeer unterschiedliche Organisationen zusammenbringen. Menschen aus Deutschland, Österreich und Italien sollen gemeinsam ein Zeichen für Menschlichkeit, Menschenrechte und gegen das Sterben im Mittelmeer setzt. Die Füssener Amnesty-Gruppe hofft, dass sich auch im Ostallgäu viele Menschen beteiligen.

Als vor einem Jahr das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos brannte, versprach EU-Kommissarin Ylva Johansson: „No more Morias.“ Auch Kanzlerin Angela Merkel verkündete in einem Statement: „Die Dinge müssen sich ändern.“ Doch die Lage für viele Geflüchtete hat sich bis heute kaum verbessert, heißt es in der Pressemitteilung. Die Menschen in dem abgeriegelten Lager Kara Tepe – auch Moria 2 genannt – hätten große Angst vor dem Winter unter den elenden Lebensbedingungen.

Arbeit der Retter behindert

Eine der häufigsten Fluchtrouten nach Europa führt über das Mittelmeer. Viele Menschen geraten in ungeeigneten Holz- oder Schlauchbooten in Seenot. Bis August dieses Jahres sind laut Amnesty International über 1200 Menschen ertrunken. Die letzte Rettung für die Geflüchteten in Seenot seien vor allem die Schiffe der zivilen Seenotrettungsorganisationen aus Europa. Doch deren Arbeit werde immer stärker behindert: Restriktive Maßnahmen, Beschlagnahmung von Schiffen, hohe Geldstrafen oder Kriminalisierung erschwerten ihre Arbeit.

Die Rettungskette für Menschenrechte fordere dagegen ein Europa, das nicht die Flüchtenden bekämpft, sondern die Fluchtursachen. Sie werbe für ein europäisches Seenotrettungsprogramm mit sicheren Häfen, das die zivilen Seenotretter nicht kriminalisiere, sondern unterstütze. Die Menschenkette sende ein Signal gegen die unmenschliche Behandlung von geflüchteten Menschen insbesondere an den europäischen Außengrenzen. Die Amnesty-Gruppe verweist hierbei auf ein Zitat des UN-Flüchtlingshochkommissars Filippo Grandi: „Menschen aus Seenot zu retten, ist keine Frage für Debatten oder die Politik, es ist eine Verpflichtung seit Menschengedenken. Wir können diese Tragödie beenden, wenn wir den Mut und den Weitblick haben, über das nächste Boot hinauszublicken. Wir müssen einen langfristigen Ansatz der regionalen Zusammenarbeit finden, in deren Mittelpunkt das Leben und die Würde des Menschen stehen.“

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