Bundestagswahl im Ostallgäu

3-G-Regel am Wahlsonntag? Was in den Wahllokalen in Füssen gilt

Im Wahllokal gilt die 3-G-Regel nicht, erklärt Füssens Wahlleiter Andreas Rösel.

Im Wahllokal gilt die 3-G-Regel nicht, erklärt Füssens Wahlleiter Andreas Rösel.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbolbild)

Im Wahllokal gilt die 3-G-Regel nicht, erklärt Füssens Wahlleiter Andreas Rösel.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbolbild)

Vor der Wahl am Sonntag erklärt der Füssener Wahlleiter Andreas Rösel, worauf sich die Bürger bei der Stimmabgabe einstellen müssen.
23.09.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Es ist keine Wahl wie jede andere. Und das liegt nicht nur daran, dass nach 16 Jahren Angela Merkel jemand anderes ins Berliner Kanzleramt einziehen wird. Denn die Umstände, die den kommenden Sonntag begleiten, sind pandemiebedingt sehr außergewöhnlich. Andreas Rösel, Wahlleiter der Stadt Füssen, wird nicht müde, diese Tatsache im Gespräch mit unserer Zeitung zu betonen: 5.661 Briefwähler hatten sich bis Dienstagabend bei der Stadt Füssen registrieren lassen. Das ist mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten (10 699) und damit Rekord.

„Das ist eine krasse Steigerung gegenüber der letzten Bundestagswahl, ich rechne sogar damit, dass sich die Zahl der Briefwähler bis zum Sonntag noch auf über 6.000 erhöhen könnte“, sagt Rösel. Noch bis zum Freitag können die Unterlagen beantragt werden. Zum Vergleich: 2017 waren es nur rund 3.600 Bürger gewesen, die das Prozedere in Anspruch nahmen. Den enormen Anstieg erklärt sich Rösel nicht nur mit der Corona-Situation, sondern auch mit der Bequemlichkeit. So habe die Stadt das Verfahren zur Beantragung der Unterlagen über QR-Codes und die Homepage vereinfacht. (Lesen Sie auch: Bundestagswahl 2021: Das erleben Wahlkampfhelfer in und um Füssen)

Briefwahl auch bequem

„Dieser Service verstärkt die Tendenz zu immer mehr Briefwählern“, sagt Rösel. Für den Standesbeamten ist es die erste Bundestagswahl, der er als Leiter des Bezirks Füssen vorsteht. Dass er sich dabei jetzt mit Fragen nach der Maskenbeschaffung oder der Zutrittsbeschränkung für die Wahllokale auseinandersetzen muss, hätte er sich vor wenigen Monaten nicht vorstellen können. „Die Ausarbeitung eines Hygienekonzepts hat uns sehr beschäftigt“, sagt Rösel. Er hält aber fest: Eine 3G-Regel wird es bei der Stimmabgabe im Wahllokal nicht geben. Auch wenn diese zurzeit ansonsten in Innenräumen gilt, wo Menschen zusammenkommen.

Stattdessen setzt die Stadt auf Maskenpflicht und darauf, dass jeder Wähler einen eigenen Stift mitbringt. „Bei Bedarf stehen auch Ersatzmasken und Kulis zur Verfügung“, sagt Rösel. Er weist jedoch darauf hin, dass der Zugang zu den zehn Wahllokalen beschränkt werde. „Sind mehrere Personen an der Urne, müssen andere Bürger warten“, sagt Rösel.

Der Beamte rechnet aber ohnehin nicht damit, dass mehr als 200 bis 250 Füssener über den Tag verteilt persönlich zur Stimmabgabe kommen werden: „Das entspannt alles ein wenig.“

Falsche Adresse für Wähler in Weißensee

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Irritationen hatte die Stadt zuletzt in Weißensee mit falschen Wahlbenachrichtigungen ausgelöst. „Da ist bei der Übertragung in die neue Software ein Fehler passiert“, gesteht Rösel ein. Folge: Die Stadt musste rund 800 Bürger noch einmal anschreiben, da sie das Wahllokal in der Turnhalle Weißensee an einer falschen Adresse verortet hatte. „Wir hoffen, dass jeder jetzt die richtige Adresse hat“, sagt Rösel.

Versehentlich falsche Wahlbenachrichtigungen erhalten haben einige Weißenseer.
Versehentlich falsche Wahlbenachrichtigungen erhalten haben einige Weißenseer.
Bild: Benedikt Siegert

Übrigens: Nicht nur aufgrund der Umstände hält Füssens Wahlleiter Andreas Rösel die Bundestagswahl in diesem Jahr für eine außergewöhnliche: „Es ist keine Tendenz zu sagen“, meint Rösel. Auch weil viele der 450 jungen Füssener, die heuer erstmals zur Urne dürfen, noch ziemlich unentschlossen sind, wen sie für Merkels Nachfolge am besten halten.