Füssen: Debatte um Luftfilter

Vorwürfe gegen Füssener Stadträtin Deckwerth: „Sie will sich nur profilieren“

Löste mit ihrem Vorstoß für neue Luftfilter in Füssener Altenheimen eine kontroverse Debatte aus: Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth.

Löste mit ihrem Vorstoß für neue Luftfilter in Füssener Altenheimen eine kontroverse Debatte aus: Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Löste mit ihrem Vorstoß für neue Luftfilter in Füssener Altenheimen eine kontroverse Debatte aus: Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Keine Rückendeckung erhält die Füssener SPD-Stadträtin vom Seniorenbeirat, was neue Luftfilter für Altenheime angeht. Im Gegenteil: Mitglieder sind verärgert
04.02.2021 | Stand: 18:02 Uhr

Der Streit um Luftfilteranlagen für Seniorenheime löst immer kontroversere Reaktionen aus. Jetzt melden sich Christine Halaby und Reiner Schweiger vom Füssener Seniorenbeirat zu Wort. Sie sagen: SPD-Politikerin Ilona Deckwerth habe bei ihrem Stadtratsantrag, Heime mit entsprechenden Geräten auszustatten, ohne Rückendeckung durch das Gremium gehandelt. „Dazu haben wir keinerlei Zustimmung gegeben“, sagen die beiden. Deckwerth hatte sich aber wie bereits berichtet auf den Seniorenbeirat berufen, als sie ihr Anliegen im Stadtrat vorbrachte. Sehr zum Ärger von Halaby und Schweiger. „Sie muss sich offenbar jedes Mal profilieren“, kritisieren die Seniorenbeiräte jetzt. Denn bereits in der besagten Sitzung sei zum Ausdruck gekommen, dass die Altenheime keinen Bedarf für Luftreiniger sehen.

Luftreiniger werden laut Betreibern der Altenheime in Füssen nicht benötigt

So zumindest lautete die Auskunft von Renate Dantinger vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), das Träger des Heims St. Michael in Füssen ist. „Wir haben die Aussagen im Protokoll stehen und sie uns auch nochmals bestätigen lassen“, sagt Halaby. Der Tenor ist klar: Luftreiniger werden nicht gebraucht, weil die entsprechenden Gruppenräume derzeit nicht genutzt werden. Außerdem gelten auch nur sehr eingeschränkte Besuchsregeln. Treffen sind jeweils nur mit einem Bewohner und dessen Angehörigen möglich. „Danach wird lange gelüftet und desinfiziert, hat uns Frau Dantinger erklärt“, sagt Halaby.

Ilona Deckwerth beruft sich bei Vorstoß auf Seniorenbeirat, hat das aber nicht abgestimmt

Der Seniorenbeirat sah die Debatte damit als erledigt an und erteilte Deckwerth explizit keinen konkreten Auftrag, weiter tätig zu werden. „Es ist schlicht und ergreifend auch nicht Aufgabe der Stadt, sich um sowas zu kümmern, sondern liegt in der Verantwortung der Träger“, sagt Schweiger. Es liege zwar nicht in ihrer Intention, deswegen jetzt ein Fass aufzumachen. Schließlich sehen sich weder Schweiger noch Halaby als Politiker. Aber die beiden wollen klarstellen, dass Deckwerth in dieser Sache vorgeprescht ist. „Wir haben ja in der Sitzung nicht geschlafen“, sagt Schweiger.

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