Arbeiterwohlfahrt

Füssenerin an der Spitze der AWO Schwaben

Brigitte Protschka

Brigitte Protschka

Bild: Awo Schwaben

Brigitte Protschka

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Brigitte Protschka aus Füssen an die Spitze des Verbandes gewählt. Wie sie die Freude am Ehrenamt befeuern will und wo sie ihre Schwerpunkte sieht.
Brigitte Protschka
Von pm
09.02.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Sie ist längst eine feste Größe in der Arbeiterwohlfahrt (AWO), nun hat sie ein neues Spitzenamt erreicht: Mit Brigitte Protschka aus Füssen ist erstmals eine Frau an die Spitze der AWO Schwaben gewählt worden (unsere Zeitung berichtete kurz). Die neue Vorsitzende hat die Zukunft des eigenen Verbandes fest im Blick. Die Freude am Ehrenamt müsse wieder befeuert werden, wobei Ehrenamt aber auch vereinbar mit Beruf und Familie sein müsse, sagt Protschka. Die AWO Schwaben sei mit 24 Seniorenheimen, über 40 Kinderbetreuungseinrichtungen, zwei Suchtkliniken, einem großen Zentrum für junge Menschen mit Behinderungen und diversen Beratungsstellen gut aufgestellt.

Die Corona-Krise hat das Vereinsleben auch bei der AWO Schwaben schwer durcheinandergebracht. Erstmals in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte fand eine schriftliche Bezirkskonferenz mit Neuwahlen statt. 94 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich an der Briefwahl und legten Brigitte Protschka, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Füssen-Schwangau, mit großer Mehrheit als neue Präsidiumsvorsitzende fest. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der AWO Schwaben. Protschka ist zudem AWO-Kreisvorsitzende und bayerische Vize-Vorsitzende.

Sie war bereits Stellvertreterin des bisherigen Vorsitzenden Dr. Heinz Münzenrieder. Nach 35 Jahren legte dieser jetzt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seine Bilanz: „Ich bin ganz zufrieden, was wir zusammen erreichen konnten. Wir stehen solide auf zwei Beinen: den rund 3000 Hauptamtlichen und den ebenso vielen Ehrenamtlichen.“

Grundlage all ihres Tuns, so beschreibt es Protschka, „ist der Glaube an das Gute, das Vertrauen in eine Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist. Wo sich vor allem die Starken für die Schwächeren engagieren und dafür sorgen, dass jede und jeder in unserer Gesellschaft eine faire Chance hat“. Mit Blick auf die vielen Einrichtungen der AWO in Schwaben unterstreicht sie: „Wir werden uns wappnen müssen, um unsere Zukunft auch wirtschaftlich zu sichern. Miteinander müssen zudem neue Wege gefunden werden, um dem in allen Bereichen bestehenden Personalmangel entgegenzuwirken.“ Die AWO-Einrichtungen seien so auszustatten, „dass wir mit Krisen wie Corona, dem Klimawandel und der Personalnot so zurechtkommen, dass die hervorragende Betreuungsqualität erhalten bleibt“.