Freiwillige Feuerwehr Füssen

Füssens Feuerwehr ehrt verdiente Mitglieder und legt den Fokus auf den Nachwuchs

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Sehr treue Mitglieder: Insgesamt auf 185 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Füssen kommen (von links) Klaus Beylschmidt (50 Jahre), Füssens Ehrenbürger Alfred Köpf (75) und Christian Köpf (60).

Bild: Uwe Claus

Sehr treue Mitglieder: Insgesamt auf 185 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Füssen kommen (von links) Klaus Beylschmidt (50 Jahre), Füssens Ehrenbürger Alfred Köpf (75) und Christian Köpf (60).

Bild: Uwe Claus

Die Feuerwehr Füssen hatte im vergangenen Jahr trotz sinkender Einsatzzahlen viel zu tun. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr bildet die Basis und sucht Betreuer.
11.08.2021 | Stand: 10:46 Uhr

Dass die Arbeit der Kinder- und der Jugendfeuerwehr in den zurückliegenden Jahren sehr erfolgreich war, zeigte sich bei der Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Füssen. Denn etliche Teilnehmer hatten eine oder beide Einrichtungen für den Nachwuchs selbst durchlaufen und gehören inzwischen zur aktiven Mannschaft. Damit die Kinderfeuerwehr als „wahnsinnig erfolgreiche Sache“ weiter angeboten werden kann, warb Vorsitzender Gerhard Ruf um männliche Betreuer.

Am Eingang wurde jeder Besucher kontrolliert: Geimpft, genesen oder aktuell getestet mussten die Teilnehmer der Dienstversammlung der Feuerwehr Füssen sein. Nicht nur beim Zutritt, sondern durch die ganze Versammlung zog sich die Corona-Pandemie wie ein roter Faden. Denn insbesondere die Lockdown-Beschränkungen gingen nicht spurlos an der Feuerwehr vorbei. Das Vereinsleben sei „sehr spärlich ausgefallen“, sagte Vorsitzender Ruf. Und man habe die Kameradschaft nicht so pflegen können wie üblicherweise, ergänzte Kommandant Thomas Roth. Er betonte aber: „Die Einsatzbereitschaft war zu keiner Zeit gefährdet.“ Auch, wenn der Ausbildungs- und Übungsbetrieb über Monate lahmgelegt war und erst ab Sommer 2020 wieder anlaufen konnte. Und dies auch nur unter Beachtung der Hygienevorschriften in kleinen Gruppen. Damit sei ein „enormer Organisationsaufwand“ verbunden gewesen, sagte Roth.

Freiwillige Feuerwehr Füssen: Brände, ein Orkan und vieles mehr

Die Pandemie zeigte sich auch bei den Einsätzen. Deren Zahl ging drastisch zurück: von 360 (2018) und 335 (2019) auf 241. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Feuerwehrleute im vergangenen eine ruhige Kugel schieben konnten. Denn der Rückgang kam hauptsächlich wegen des Wegfalls der Sicherheitswachen im Festspielhaus und der Absperrdienste bei Veranstaltungen zustande. Bei den alarmierten Einsätzen dagegen verzeichnete die Feuerwehr so viele wie noch nie. So erinnerte Kommandant Roth an den Großbrand in Hopfen am See im Januar 2020, an Orkan Sabine wenige Wochen später, einen Waldbrand ausgelöst durch das Verbrennen von Hinterlassenschaften, eine Totenbergung im Alatsee, den Brand im Umspannwerk beim Weißensee und vieles mehr. Über 6000 Stunden leisteten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute bei Einsätzen und in der Ausbildung – trotz Corona.

Damit die Feuerwehr auch in Zukunft personell gut aufgestellt ist, muss die erfolgreiche Nachwuchsarbeit fortgesetzt werden. Bei der zehn Jahre alt werdenden Kinderfeuerwehr allerdings ohne Matthias König und Andreas Schneider, die im September als Betreuer aufhören. König bat bei der Dienstversammlung alle Kameraden, sich Gedanken für eine mögliche Nachfolge zu machen. Welchen Ertrag die Arbeit letztendlich bringt, ging aus dem Bericht von Fabian Guggemos für die Jugendfeuerwehr hervor: Er sei „stolz“ darauf, dass im Vorjahr fünf Jugendliche mit Erreichen des 18. Lebensjahres zu den Aktiven wechselten – in diesem Jahr waren es bislang zwei.

Feuerwehr Füssen weiter voll einsatzfähig

Bürgermeister Maximilian Eichstetter – der oft bei Einsätzen selbst vor Ort ist, wie Kommandant Roth hervorhob – ist ein Kenner der Materie: Denn vor fast 20 Jahren stieß er zur Jugendgruppe der Weißenseer Feuerwehr. Drei Beweggründe habe es für die anderen Jugendlichen und ihn gegeben: „Wir hatten den Antrieb, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und wir wollen Menschen in Not helfen. Aber natürlich sind wir auch wegen der Gemeinschaft zur Feuerwehr.“ Doch genau diese Gemeinschaft habe in den zurückliegenden eineinhalb Jahren unter der Pandemie leiden müssen – wie bei anderen Vereinen auch. Dennoch sei die Feuerwehr weiterhin voll einsatzfähig, wie der Bürgermeister aus eigener Anschauung weiß. „Ich bin oft extrem platt, wie schnell ihr am Einsatzort seid.“

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