Gefechtsübung

Füssens Soldaten: Erster Gebirgsflug mit Drohne in Deutschland

LUNA

Die Aufklärungsdrohne Luna der Füssener Gebirgsaufklärer startet von einer Rampe aus in die Luft. Ziel ist es, die Gebirgsjäger durch Überwachung aus der Luft zu unterstützen.

Bild: Gebirgsjägerbrigade 23/Vogl

Die Aufklärungsdrohne Luna der Füssener Gebirgsaufklärer startet von einer Rampe aus in die Luft. Ziel ist es, die Gebirgsjäger durch Überwachung aus der Luft zu unterstützen.

Bild: Gebirgsjägerbrigade 23/Vogl

Gebirgsaufklärer aus Füssen setzen Aufklärungsdrohne Luna in über 1900 Meter Höhe ein. Bei Übung Berglöwe auf der Suche nach feindlichen Truppen.
09.10.2021 | Stand: 15:45 Uhr

Für die Gebirgsaufklärer aus Füssen ist die Teilnahme bei der Brigadegefechtsübung Berglöwe etwas ganz Besonderes gewesen: Denn dort haben sie mit der Aufklärungsdrohne Luna ihren ersten Gebirgsflug in Deutschland absolviert.

Auch bei der diesjährigen Gefechtsübung Berglöwe, die durch die Gebirgsjägerbrigade 23 im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein durchgeführt wird, sind Soldaten vom Gebirgsaufklärungsbataillon 230 dabei – zusammen mit Kräften aus den Aufklärungsbataillonen 8 (Freyung) und 13 (Gotha). In Inzell war es schließlich so weit: Von dort aus startete über eine Rampe das kleine Luftfahrzeug.

Hinterhalt vermeiden

Ziel war es, die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger aus der Luft zu unterstützen. Denn im Übungsszenario musste jederzeit mit feindlichen Truppen gerechnet werden. Damit die Gebirgsjäger nicht in einen Hinterhalt geraten, überflog die Drohne Luna ein großes Gebiet, auch das Hochplateau des Gebirgsübungsplatzes Reiteralpe mit etwa 1900 Metern Höhe. „Für die anwesenden Fluggeräteeinsatz-Feldwebel ist dieser Auftrag etwas ganz Besonderes“, sagte Oberleutnant Christopher Reichel vom Füssener Gebirgsaufklärungsbataillon. Denn „wir absolvieren hier den ersten Gebirgsflug in Deutschland“. Die Thermik sei hier gänzlich anders als im Flachland. Das mache das Fliegen anspruchsvoller. Gerade für die Soldaten, die nicht im Gebirge dienen, ein besonderes „Schmankerl“.

Mit Informationen versorgen

Fürs Gebirgsaufklärungsbataillon 230 gehört es dagegen zum täglichen Job. Ist das Bataillon doch darauf spezialisiert, Aufklärung im schwierigen Gelände und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen durchzuführen, um die kämpfenden Truppen bei ihren Operationen mit Informationen zu versorgen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Das Bataillon kann dabei auf bodengebundene Späh- und Radaraufklärung, luftgestützte unbemannte Lageaufklärung, Nachrichtengewinnung durch Feldnachrichtenkräfte und Auswertung der Informationsverarbeitung und vertiefende Auswertung zurückgreifen.

Für die Aufklärung am Boden sowie in der Luft nutzen die Soldaten technische Hilfsmittel, wie Fahrzeuge und Drohnen. Dazu ist das Bataillon mit dem Spähwagen Fennek, dem Überschneefahrzeug BV 206 vom Typ Hägglunds sowie den Drohnen Luna (Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung) und KZO (Kleinfluggerät für Zielortung) sowie weiteren technischen Aufklärungsmitteln ausgestattet. Mit dem in der Bundeswehr einmaligen Hochgebirgsspähzug ist das Bataillon in der Lage, die Spähaufklärung auch im Hochgebirge und unter extremen klimatischen Bedingungen sowie im schwierigsten Gelände zu betreiben.

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