Projekt

Fair Trade-Produkte statt Pausenkiosk an Mittelschule in Füssen

Klassenlehrerin Anna Jahn mit bunter Maske und rechts daneben die Schüler (von links) Ensav, Alaa, Magnus und Sheba beim Verkauf der Fair Trade-Produkte.

Klassenlehrerin Anna Jahn mit bunter Maske und rechts neben ihr die Schüler (von links) Ensav, Alaa, Magnus und Sheba beim Verkauf der Fair Trade-Produkte.

Bild: Johanna Lang

Klassenlehrerin Anna Jahn mit bunter Maske und rechts neben ihr die Schüler (von links) Ensav, Alaa, Magnus und Sheba beim Verkauf der Fair Trade-Produkte.

Bild: Johanna Lang

Die Klasse 8b der Mittelschule Füssen verkauft fair gehandelte Ware. Das soll die Jugendlichen für die Lage der Menschen in ärmeren Teilen der Welt sensibilisieren, ihnen aber auch selbst Verantwortung geben
14.11.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Eigentlich beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr der Fasching. In der Anton-Sturm-Mittelschule in Füssen begann aber just zu diesem Zeitpunkt heuer die „Fair-Trade“-Aktion für die Klasse 8b. Mit ihrer Klassenlehrerin Anna Jahn starteten die Schüler und Schülerinnen ihren Fair-Trade-Pausenverkauf. Bis zum Schuljahresende wollen sie jeden Donnerstag in der Elf-Uhr-Pause ihre fair gehandelten Produkte verkaufen, die sie vom Weltladen erhalten. „Leider“, sagt Jahn, „können wir keine frischen Produkte anbieten, weil wir nur alle zwei Wochen das Sortiment auffüllen oder auswechseln“. Weswegen diverse (Schoko-)Riegel angeboten werden. „Die aber komplett Fair-Trade sind“, ergänzt Jahn. Von der Kakaobohne bis zum Rohrzucker werden die Zutaten in diesem Sinne verwendet.

Vorausgegangen war der Verkaufsaktion eine „Ausbildung“ der Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Mit den neuen Erkenntnissen besuchten jeweils drei Jugendliche als Experten die restlichen Klassen und klärten über „faien Handel“ auf, um sie für dieses Thema zu sensibilisieren.

Fair Trade-Siegel in vielen Geschäften zu finden

„Wir haben schon in den Geschäften geschaut, wo das Fair-Trade-Siegel zu finden ist“, erzählen Magnus (14 Jahre), Alaa (15), Ensav (14) und Sheba (14) unisono. Sogar bei Discountern seien sie zu finden. Besonders Magnus will „die armen Menschen“ in Drittländern (Lateinamerika und Afrika) versorgt wissen – auch medizinisch. Er werde, wenn er einmal Geld habe weiter spenden.

Allerdings erkennen die vier durchaus den Unterschied zwischen Spenden und dem Kauf von Fair-Trade-Ware. Diese würden nicht nur die Leistungen der Bauern in diesen Ländern belohnen, vielmehr wissen sie, dass sie damit deren Lebensunterhalt längerfristig sichern können und sie und ihre Arbeit damit respektieren.

Nebeneffekt dieser Aktion sei, sagt Klassenlehrerin Jahn, „dass sich die Jugendlichen sozial engagieren. Dabei erhalten sie Verantwortung und müssen rechnen, wenn sie an der Kasse sitzen“. So werde der Bogen zum Unterrichtsfach WiB (Wirtschaft und Beruf), in dem es auch um betriebliche Strukturen geht, gespannt. Auch werden die Schülerinnen und Schüler für Nachhaltigkeit sensibilisiert. „Sie sollen schon erkennen, dass diese Produkte oft teurer sind, als die üblichen Schokoriegel“, sagt Jahn. Aber „so könnten sie lernen sich für Qualität statt der bisher bekannten Quantität zu entscheiden“.

Zehn Prozent für die Schüler

Lesen Sie auch
##alternative##
Engagierte und innovative Berufsorientierung

Gymnasium Buchloe erhält zum zweiten Mal Berufswahl-Siegel

Auch die Lehrkräfte an der Schule haben die Möglichkeit „fair trade“ Energie zu tanken. Im Lehrerzimmer wurde ein Fach mit diesen Energieriegeln eingerichtet, gegen Bezahlung versteht sich. Der Pausenkiosk bleibt an den Aktionstagen geschlossen. Das ist der Aktionsbeitrag von Hausmeister Wankmiller. Zehn Prozent der Einnahmen dürfen die Schüler und Schülerinnen am Ende behalten. Was sie damit machen, entscheiden sie selbst.

Lesen Sie auch: Füssener Schüler wollen FAIR tragen