Hochsensible Technik in der Luft

Flugzeuge tasten Schwangau und Ostallgäu per Laser ab

Morgennebel über Schwangau und dem Ostallgäu

So sollte es für die Piloten nicht aussehen, denn Nebel verfälscht die Daten: Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung fliegt in den kommenden Monaten spezielle Messflüge in Teilen des Landkreises – auch über Schwangau –, um die Oberfläche digital zu erfassen.

Bild: Benedikt Siegert (Archivfoto)

So sollte es für die Piloten nicht aussehen, denn Nebel verfälscht die Daten: Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung fliegt in den kommenden Monaten spezielle Messflüge in Teilen des Landkreises – auch über Schwangau –, um die Oberfläche digital zu erfassen.

Bild: Benedikt Siegert (Archivfoto)

Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung fliegt mit speziellen Flugzeugen über den Landkreis. Was dahinter steckt und wer davon profitiert.
15.07.2021 | Stand: 10:45 Uhr

In den nächsten Monaten kommt über Schwangau und Teilen des Landkreises modernste Technik zum Einsatz: Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) befliegt die Region, um das Gelände zu erfassen. Wie das funktioniert, für was die gesammelten Daten verwendet werden und warum möglicherweise Mitarbeiter darum bitten, privates Gelände betreten zu dürfen:

In Bayern werden digitale Geländemodelle erfasst

Bis Juni nächsten Jahres will das LDBV diese sogenannten Airborne Laserscanning-Flüge fliegen. Neu ist diese Technik nicht. Bereits seit 1996 werden in Bayern die Daten für digitale Geländemodelle so erfasst, teilt LDBV–Pressesprecherin Susanne Gärber mit. Die digitalen Modelle werden von unterschiedlichsten Branchen genutzt: Behörden, Landesämter, Kommunen, Schulen oder Ingenieurbüros sowie Land- und Forstwirte gehören zu den Kunden des Landesamtes. Die Daten dienen als Grundlage für Berechnungen von Simulationen zu Hochwasser, Lärmschutz, Lawinen oder Funkwellenausbreitung.

Auch die Gemeinde Schwangau bestätigt, dass die Daten von externen Firmen genutzt werden, die von der Gemeinde beauftragt werden, zum Beispiel, wenn Fachplaner städtebauliche Konzepte erstellen oder wenn es um Bauleitplanungen geht.

Jedes Jahr sind mehrere von der LDBV beauftragte Fliegerfirmen über Bayern unterwegs – schließlich muss das Gelände immer wieder erfasst werden, um auf dem neuesten Stand zu sein – ungefähr alle zehn Jahre gibt es Neubefliegungen. Die Flugzeuge tasten die Geländeoberfläche dabei mit einem Laser ab, um die Daten zu erfassen.

Dabei komme hochsensible Technik zum Einsatz, erläutert Gärber. Wichtig für die Messungen sei das Wetter: Verfälschte Daten entstehen demnach bei Wolken, Nebel, Regen, Schnee oder bei Überschwemmungen. „Tageslicht hingegen spielt bei der Laseraufnahme keine Rolle“, teilt Gärber mit. Die Messungen können auch nachts gemacht werden. Die Piloten erfassen dabei einzelne Streifen des Geländes. Bis zu eine Million Laserimpulse werden dabei pro Sekunde ausgesendet, die an der Oberfläche, der Vegetation oder anderen Objekten reflektiert werden. Leistungsstarke Computer fügen die Bilder später zusammen.

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Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke bat in der Gemeinderatsitzung um Verständnis, falls Mitarbeiter des LDBV auf private Grundstücke zugreifen müssten. Der Grund dafür ist in der Qualitätskontrolle zu finden, erläutert Pressesprecherin Gärber. Es gehe dabei darum, die gewonnen Daten auf ihre Genauigkeit bezogen auf Lage und Höhe zu überprüfen.

Daten sollen so genau wie möglich sein

Dabei werden Soll- und Istwerte miteinander verglichen. Das Amt spricht dabei von Kontrolldaten, dazu zählen Geländeflächen, die keinen nennenswerten Bewuchs aufweisen oder auch Dachflächen. Bevorzugt greife man dabei auf öffentlichen Grund zurück – es könne aber auch mal vorkommen, dass diese Kontrollflächen auf privaten Grundstücken liegen. „Um möglichst genaue Laserdaten und somit ein hochgenaues Geländemodell zu erhalten, bitten wir die Bürger, bei Bedarf unseren Mitarbeitern Zutritt zu solchen Flächen zu gewähren“, so Gärber.

(Lesen Sie hier, warum alle zehn Jahre die Waldinvetur ansteht.)