Wie barreirefrei ist Füssen?

Schüler als Barriere-Checker in der Füssener Altstadt unterwegs

Mit Sprecherin Julia Johannsen – sie sammelte Erfahrungen in einem Rolli – war eine Gruppe in Füssen unterwegs, um Barrieren zu überwinden.

Mit Sprecherin Julia Johannsen – sie sammelte Erfahrungen in einem Rolli – war eine Gruppe in Füssen unterwegs, um Barrieren zu überwinden.

Bild: Werner Hacker

Mit Sprecherin Julia Johannsen – sie sammelte Erfahrungen in einem Rolli – war eine Gruppe in Füssen unterwegs, um Barrieren zu überwinden.

Bild: Werner Hacker

Gymnasiasten aus Hohenschwangau nehmen Füssen auf seine Barrierefreiheit hin unter die Lupe. Kommende Woche geht's weiter mit einem Aktionstag beim Skatepark.
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Von Werner Hacker
03.05.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Die Schulbank drücken und dort über Menschen mit Handicap und ihre vielen Alltagsprobleme im öffentlichen Raum diskutieren: Nicht die schlechteste Idee, aber das wirklich gut gemeinte Vorhaben wird höchstwahrscheinlich nur in grauer Theorie stecken bleiben. Deshalb machten sich einige Jugendliche vom Gymnasium Hohenschwangau auf den Weg, um in Füssen – vor allem in der Altstadt – bei einer längeren „Barriere-Checker-Tour“ eigene Erfahrungen zu sammeln.

Im P-Seminar „Special Olympics“ widmen sich Hohenschwangauer Gymnasiasten der Gleichstellung von Menschen mit Beeinträchtigung. Ein Baustein dieser zweijährigen Projektarbeit war nun die „Barriere-Checker-Tour“. Die 16-jährige Julia Johannsen setzte sich in einen Rollstuhl und erklärte sitzend als Sprecherin der Gruppe, dass der Tag in den Wertachtal Werkstätten in Füssen-West mit Frühstück und Besichtigung der sozialen Einrichtung begonnen hatte und an mehreren Stationen in der Stadt seine Fortsetzung finden wird – darunter die Fußgängerzone und der Bahnhof. Was den Schülerinnen auffiel, wurde schriftlich festgehalten. „Wir geben diese Infos dann gezielt weiter“, unterstrich Julia die bevorstehende Aufgabe. Adressat sei die „Aktion Mensch“. (Lesen Sie auch: Neues Jugendparlament in Füssen - „Die Zukunft sind wir“)

Spontanes Lob für Barriere-Checker in Füssen

Begleitet wurden die jungen Checker von ihrer Sportlehrerin Birgit Moller. Lob für die Aktion kam spontan von Günter Stadler. Der frühere Füssener Polizeichef tauchte urplötzlich auf, als die Fotoaufnahmen in der Reichenstraße vor der Buchhandlung Bruhns gemacht wurden. Nicht das erste Mal wurde Füssen auf seine Barrierefreiheit hin streng unter die Lupe genommen und es wird spannend sein zu erfahren, ob den Jugendlichen zahlenmäßig mehr oder ganz andere Hürden, die sich zum Beispiel gehbehinderten Personen in den Weg stellen, aufgefallen sind.

Schüler aus Hohenschwangau beim Aktionstag im Skatepark im Weidach

Die Gruppe um Julia bleibt am Thema dran. Am Donnerstag, 12. Mai, ab 14 Uhr ist sie Partner der Lebenshilfe Ostallgäu und der Wertachtal Werkstätten, wenn im Skate- und Bikepark im Weidach zu einem großen Aktionstag eingeladen wird, der sich mit der Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung auseinandersetzt und gegen Diskriminierungen protestiert. Die Jugendlichen vom P-Seminar „Special Olympics“ werden für diesen Tag gleich mehrere Stationen aufgebaut haben. An denen sind ganz unterschiedliche sportliche Aktivitäten möglich, wie Julia erläutert. (Lesen Sie auch: Schuldenberg in Füssen: Müssen Bürgerinnen und Bürger bald höhere Steuern zahlen?)

Das breite Angebot laufe unter einem Leitsatz, der alle, die Lust auf Bewegung haben, einschließt: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, will ich mutig mein Bestes geben.“ Dieser motivierende Satz gelte für jeden Teilnehmenden, betont Gemeinschaft.

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