Jugendparlament Füssen

Füssens Jugend liefert erste Ideen - und macht bereits erste Beschlüsse

Der Basketballkorb im Weidach könnte Linien vertragen, lautete ein Vorschlag im Jugendparlament.

Der Basketballkorb im Weidach könnte Linien vertragen, lautete ein Vorschlag im Jugendparlament.

Bild: Olaf Schulze (Symbolbild)

Der Basketballkorb im Weidach könnte Linien vertragen, lautete ein Vorschlag im Jugendparlament.

Bild: Olaf Schulze (Symbolbild)

Bei der ersten Sitzung des Jugendparlaments zeigt sich: Die jungen Politiker sind noch in der Eingewöhnungsphase. Trotzdem packen sie Themen bereits an.
20.09.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Es war die erste Sitzung des Jugendparlaments, nach ihrer formell notwendigen konstituierenden. Nicht alles verlief wohl auch deshalb reibungslos. Und auch nicht alle Jugendparlamentarier konnten sich für die insgesamt sechs Themen auf der Tagesordnung Zeit nehmen. Fünf von acht, mit etwas Verspätung sechs gewählte Jugendliche waren es, die im Rathaus diskutierten.

Unter anderem ging es um eine „Jugendcard“. Lukas Grosch, der Vorsitzende des Gremiums, stellte seine Idee den anderen Jugendlichen vor. Er hatte sie bereits bei seiner Bewerbung für das Parlament geäußert. Dabei geht es grundsätzlich darum, dass Jugendliche eine Karte bekommen sollen, die ihnen bestimmte Ermäßigungen ermöglichen würde – ähnlich wie bei Touristen, erklärte Grosch. Es gehe dabei nicht um „kostenlose“ Angebote, sondern um „ermäßigte“. Die Idee fand bei den Jungparlamentariern zwar schnell Zuspruch. Detaillierte Fragen zur Idee hatten die Jugendlichen aber doch einige. Welche Einrichtungen genau sollten ermäßigt sein, wollte Colin Lorch wissen. Denn den Vorschlag der Forggensee-Schifffahrt hielt er nur für gering geeignet.

Ferienpass als Vorbild für die Jugendcard?

Schließlich sei das nicht die erste Anlaufstelle für junge Menschen. David Wagner ergänzte, dass der Ferienpass als Vorbild genommen werden könnte. So wäre es zudem sinnvoll, Busfahrten bei einer solchen Karte zu integrieren. Ohnehin die Busfahrten. Oberstufenschüler müssen diese zahlen, obwohl sie doch auch Schüler sind, warf Miguel Garcia Entrialgo ein. Schlussendlich einigten sich die Schülerinnen und Schüler darauf, zumindest das Ziel einer Jugendcard zu definieren. Und das sei, allen Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ermäßigt in Füssener Einrichtungen zu kommen. Vor allem solle so denen mit weniger Geld geholfen werden. Weitere Planungen sollen in der nächsten Sitzung erfolgen.

Ebenfalls schnelle Zustimmung erhielt ein Vorschlag von Miguel Garcia Entrialgo. Prinzipiell sei das Basketballfeld im Weidach gut, sagte er. Auch er würde dort hin und wieder spielen. Doch den Körben würden Basketballfeldlinien fehlen. Das Problem: Auf dem Boden sind bereits Linien für Fahrradschüler angebracht. Entrialgos Vorschlag: farbige Linien. Die würden sich beispielsweise in Gelb gut genug abgrenzen. Nach längerer Diskussion über das Für und Wider, auch im Hinblick auf die jüngsten Fahrradschüler, wollen die Jugendlichen sich bei der Füssener Polizei erkundigen, ob Linien grundsätzlich mit denen der Fahrradprüfung vereinbar wären.

Jugendliche planen nächstes Treffen im November

Nicht bei allen Themen waren die Jugendlichen sich im Umgang mit den Formalien sicher. Ein Problem war das nicht: Sie zögerten nicht, die angebotene Hilfe ihrer Gäste, Stefan Splitgerber vom Füssener Jugendtreff und die Stadträte Thomas Meiler und Wolfgang Bader, anzunehmen. Eine dieser Notwendigkeiten laut Satzung ist die Bildung von Arbeitsgruppen. „Wir müssen das also machen“, sagte Wagner, der sich vorab informiert hatte. Wie genau das aussieht, darüber wollen sich die Jugendlichen nun Gedanken machen. Einen Tipp, wie der Stadtrat seine Ausschüsse organisiert hat, erhielten sie dabei von Meiler.

Ebenso unterstützt werden die jungen Parlamentarier bei einer geplanten Fahrt nach Marktoberdorf, anlässlich der „Langen Nacht der Demokratie“´, vom Jugendtreff. Eingeladen wurden sie dazu vom Kreisjugendring. Splitgerber war es auch, der den Jugendlichen den Hinweis gab, dass Eintrittspreise am Skate Park zur Finanzierung einer Überdachung nicht möglich seien. Die Leader-Förderung sieht das nicht vor. Verpflichtend ist laut Satzung ein Treffen im Jahr. Das reicht den Jugendlichen jedoch nicht, sie planen die nächste Sitzung im November.