Verkehr

Gefährliche Häufung von Fahrrad-Unfällen im Füssener Land?

Fahrrad-Fahrer sind nach Fußgängern die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Bei Unfällen ist das Risiko für schwere Verletzungen hoch.

Fahrrad-Fahrer sind nach Fußgängern die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Bei Unfällen ist das Risiko für schwere Verletzungen hoch.

Bild: Sebastian Iwersen (Symbolfoto, dpa)

Fahrrad-Fahrer sind nach Fußgängern die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Bei Unfällen ist das Risiko für schwere Verletzungen hoch.

Bild: Sebastian Iwersen (Symbolfoto, dpa)

Innerhalb weniger Tage ist es vermehrt zu Unfällen mit Fahrrad-Fahrern gekommen. Eine 51-Jährige verletzte sich an der vieldiskutierten Uferstraße in Hopfen.
09.06.2021 | Stand: 19:00 Uhr

Binnen kurzer Zeit ist es im Füssener Land zu mehreren Unfällen mit Radfahrern gekommen. Dabei zogen diese sich teils schwere Verletzungen zu. Allein am vergangenen Freitag wurde die Polizei zu drei Unfällen gerufen, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Laut Füssener Polizeichef Edmund Martin ist der Anstieg der Radunfälle auf den erhöhten Verkehr durch Ausflügler zurückzuführen.

„Die Parkplätze in der Region waren richtig voll“, sagt Martin. Viele Ausflügler, die zum Beispiel aus dem Augsburger Raum kamen, seien für eine Fahrradtour hergefahren. Auch die Wohnmobilstellplätze seien seit Mittwoch stark belegt gewesen, denn viele Gäste haben Fronleichnam und den Brückentag für einen Urlaub genutzt. „Wir haben eine sehr hohe Fahrradfrequenz gehabt“, sagt der Polizeichef.

Fahrrad-Unfall an Uferstraße in Hopfen: Diskussion um Radweg

Einer der Radunfälle am Freitag ereignete sich an der vieldiskutierten Uferstraße in Hopfen. Eine 51-jährige Fahrradfahrerin stieß mit einem Auto zusammen, als sie am Ende des Radwegs die Straße überqueren wollte. Bei dem Unfall verletzte sie sich leicht. Bürgermeister Maximilian Eichstetter habe „mit Bedauern“ von dem Unfall gelesen. Er hoffe, dass es der Frau inzwischen wieder einigermaßen gut gehe. „Der Vorfall bestärkt mich in der Überzeugung, dass der geplante Lückenschluss des Radwegs in Hopfen am See dringend notwendig ist, um die Sicherheit für Radfahrer und alle weiteren Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.“

(Lesen Sie zu diesem Thema auch: Radweg am Hopfensee: Tempo bei der Planung geht vielen zu schnell)

Teils schwere Verletzungen bei Unfällen mit Fahrrad-Fahrern

Dass es bei Unfällen mit Radfahrern teils zu schweren Verletzungen kommt, hat mehrere Gründe. Laut Martin ist der schwächste Verkehrsteilnehmer zwar der Fußgänger, allerdings kommt direkt danach bereits der Radfahrer. „Der hat keine Knautschzone wie ein Auto“, sagt der Polizeichef. Das musste ein 70-jähriger Berliner am Freitag in Hohenschwangau am eigenen Leib erfahren. Aus bisher unbekannten Gründen stürzte der Mann vom Pedelec und verletzte sich dabei schwer. Ein Helm hätte seine Kopfverletzungen mildern können. Zwar ist das Tragen eines Helms laut Polizei keine Vorschrift, aber es ist empfohlen, einen aufzusetzen. Martin verweist außerdem auf die erhöhte Verletzungsgefahr bei älteren Menschen. Im Gegensatz zu Jüngeren könnten sie sich bei einem Sturz nicht so gut abfangen. Auch würden sie sehr gern Pedelecs fahren. Und die seien „schon flott“. Das Problem daran: Durch erhöhte Geschwindigkeit, steigt letztlich auch das Verletzungsrisiko.

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