Schneemassen

Glätte, schlechte Sicht und Winterchaos: Das Ostallgäu versinkt im Schnee

Räumdienste waren den ganzen Tag im Einsatz. Obwohl es weiter schneit, müssen die Mitarbeiter aber auch Ruhepausen einhalten.

Räumdienste waren den ganzen Tag im Einsatz. Obwohl es weiter schneit, müssen die Mitarbeiter aber auch Ruhepausen einhalten.

Bild: Benedikt Siegert

Räumdienste waren den ganzen Tag im Einsatz. Obwohl es weiter schneit, müssen die Mitarbeiter aber auch Ruhepausen einhalten.

Bild: Benedikt Siegert

Die Einsatzkräfte waren am Limit, denn der Schnee führte auch im Füssener Land zum Ausnahmezustand. Warum Einsatzkräfte aus Königsbrunn in Füssen aushalfen.
15.01.2021 | Stand: 16:38 Uhr

„Wir fahren, und könnten gleich wieder von vorne anfangen“, sagt Hannes Bruckdorfer vom Bauhof Schwangau. Der Winter erreichte das Allgäu am Donnerstag mit voller Wucht – in Form von extremem Schneefall und Glätte. Für die örtlichen Räumungsdienste ergibt sich zudem ein weiteres Problem, erklärt Bruckdorfer: „Wir bringen die Schneemengen nicht mehr richtig weg.“ Am Straßenrand seien zudem häufig parkende Autos abgestellt.

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Die Wetterbedingungen führten auch zu zahlreichen Blechschäden auf den Ostallgäuer Straßen. Zwischen Pfronten und Nesselwang ereigneten sich beispielsweise innerhalb kurzer Zeit gleich drei Unfälle. Wie die Polizei berichtet, hingen zudem mehrere Lkw und Sattelzüge an den Steigungen der Kreisstraße und der Staatsstraße in Nesselwang fest.

Es kam zu längeren Behinderungen. Die Polizei regelte den Verkehr, die Räumungsdienste versuchten die Fahrbahnen wieder freizubekommen. Mehr dazu im Newsblog der Allgäuer Zeitung.

Verkehrsunfälle über all im südlichen Ostallgäu

In der Hopferau war laut Polizei eine nicht angepasste Geschwindigkeit Grund für einen Unfall. Ein 35-jähriger Österreicher befuhr die A7 von Füssen Richtung Kempten, als er auf der schneebedeckten Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Er schleuderte mit seinem Wagen über die Fahrbahn und überfuhr dabei Schutzwall, Leitpfosten und Schneezeichen. Er musste abgeschleppt werden.

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Schneechaos auf den Allgäuer Straßen

In Halblech war es in der Nähe des Illasbergsees zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Autos gekommen. Eine 22-jährige Roßhauptenerin verlor aufgrund der schneebedeckten Straße die Kontrolle über ihr Fahrzeug und geriet in den Gegenverkehr. Laut Polizei stieß sie dabei mit einem 33-Jährigen, ebenfalls aus Roßhaupten, zusammen. Bei dem Aufprall wurden drei Menschen verletzt, sie wurden vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand ein Totalschaden. Die Autos wurden auch hier abgeschleppt.

Viel zu tun also für die Füssener Polizei, die kurzer Hand sogar noch Unterstützung bekam: „Die Bereitschaftspolizei Königsbrunn war heute aufgrund der Ausflugs Hot-Spots in Füssen“, sagt Polizeichef Edmund Martin. Besucherandrang gab es nicht, deshalb wurden die Königsbrunner für die Regelung des Verkehrs eingesetzt. Hauptsächlich gab es laut Martin Unfälle, bei denen Autos, trotz langsamen Tempo ineinander rutschten.

Vor allem betraf das Lkw-Fahrer. Sorgen macht sich der Polizeichef aber derzeit mehr um die erhöhte Lawinengefahr. „Wir sind mittlerweile bei Stufe 4“, sagt Martin. Da müsse an die Vernunft appelliert werden.

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Bauhof Füssen und Schwangau: Alle Kapazitäten auf der Straße

Auf dem Klinikgelände Enzensberg führten die Schneemassen ebenfalls zu Problemen. Im Medizinischen Versorgungszentrum Enzensberg (MVZ) wurden den Patienten die Nachmittagstermine gestrichen. Der Enzensberg war unter diesen Umständen schlicht nicht mehr sicher zu befahren, erklärt Mitarbeiterin Petra Baur.

Und dass obwohl zahlreiche kommunale Mitarbeiter in der Region gegen die Schneemassen kämpften. „Insgesamt sind gerade sechs Fahrzeuge unterwegs“, sagt Bruckdorfer. Ähnlich das Szenario bei den Füssener Bauhof-Mitarbeitern. 36 Leute und zehn Fahrzeuge seien im Einsatz, um die Straßen von den Schneemassen zu befreien, sagt Bauhofleiter Uwe Fuchs. Er erwartete noch einen langen Tag. Nach einer kurzen Ruhepause werde es in der Nacht um drei Uhr wieder von vorne losgehen. Dabei zeigte sich Fuchs aber optimistisch: „Wir haben die Lage im Griff.“