Goldene Nessel fürs „Nesselwanger Leben“

Hauptamtsleiter Helmut Straubinger und Bürgermeister Pirmin Joas mit den sechs Frauen, die seit fast 20 Jahren den Kern des Redaktionsteams des Informationsblatts „Nesselwanger Leben bilden: Marlene Panek, Anneliese Nowak, Evelyn Lotter, Margarete Abt und Brigitte Albrecht (von links).

Hauptamtsleiter Helmut Straubinger und Bürgermeister Pirmin Joas mit den sechs Frauen, die seit fast 20 Jahren den Kern des Redaktionsteams des Informationsblatts „Nesselwanger Leben bilden: Marlene Panek, Anneliese Nowak, Evelyn Lotter, Margarete Abt und Brigitte Albrecht (von links).

Bild: Markus Röck

Hauptamtsleiter Helmut Straubinger und Bürgermeister Pirmin Joas mit den sechs Frauen, die seit fast 20 Jahren den Kern des Redaktionsteams des Informationsblatts „Nesselwanger Leben bilden: Marlene Panek, Anneliese Nowak, Evelyn Lotter, Margarete Abt und Brigitte Albrecht (von links).

Bild: Markus Röck

Das Redaktionsteam des Infoblatts wird für sein großes ehrenamtliches Engagement geehrt. Wie im Jahr 2001 alles begann.

14.01.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Die „Goldene Nessel“ einmal anders: Nicht beim Neujahrsempfang, der coronabedingt dieses Jahr ausfiel, wurde die Nesselwanger Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement verliehen, sondern bei einer Sitzung des Marktgemeinderats in der Alpspitzhalle; auch anheften durfte sich das Ehrenzeichen diesmal niemand: Es stand in einer Plexiglasstele parat. Denn diesmal war es nicht eine einzelne Persönlichkeit, der die örtliche Gemeinschaft für ihren beispielhaften, freiwilligen und persönlichen Einsatz im Ehrenamt dankte, sondern ein ganzes Kollektiv: das Redaktionsteam des „Nesselwanger Lebens“. Sechs Frauen, die seit der ersten Ausgabe von 2002 dabei sind, nahmen die Auszeichnung entgegen: Margarete Abt, Brigitte Albrecht, Evelyn Lotter, Anneliese Nowak und Marlene Panek.

Ursprung im Ortsentwicklungsprozess

Seinen Ursprung hat das Informationsblatt in dem im Jahr 2000 begonnenen Ortentwicklungsprozess „Lebenswertes Nesselwang – unsere Zukunft gemeinsam gestalten“, wie Bürgermeister Pirmin Joas in seiner Laudatio erklärte. Nachdem die Idee in der Bürgerwerkstätte Kultur geboren worden war, wurde 2001 ein ehrenamtliches Redaktionsteam gegründet. Zunächst wurde das „Nesselwanger Leben“ monatlich kostenlos an die Haushalte der Marktgemeinde verteilt, 2005 stellte man auf einen zweimonatlichen Erscheinungsrhythmus um. Die aktuelle Ausgabe vom Dezember 2020 ist bereits die 121., sagte Joas und nannte weitere Zahlen: 1864 Seiten mit 3619 Texten und Beiträgen sind mittlerweile erschienen, 260 Mal traf sich die Redaktion zu Besprechungen. Im Rathaus unterstützen Hauptamtsleiter Helmut Straubinger und Simone Hägele, Assistentin des Bürgermeisters, die Redaktion. „Neben den regulären Redaktionssitzungen sind die Teammitglieder ganzjährig und laufend gefordert, Bürger und Vereine anzusprechen und aufzufordern, Artikel aus dem örtlichen Geschehen zu schreiben und Berichte zu liefern“, würdigte der Bürgermeister die Arbeit des Redaktionsteams, das zudem viele eigene Artikel verfasst: „Nur so kann alle zwei Monate eine unterhaltsame und informative Zeitschrift herausgegeben werden.“

Ausgezeichnete sind erstmal sprachlos

„Erst mal waren wir sprachlos: Ist unser Engagement wirklich so groß, dass wir die Auszeichnung verdient haben?“, beschrieb Margarete Abt in ihrer Dankesrede die erste Reaktion des Redaktionsteams auf die Nachricht, dass es die „Goldene Nessel“ erhält. Sie erinnerte an die Anfänge. Als 2001 die Bürgerwerkstätten gegründet wurden, sei ihr geraten wurden, nicht hinzugehen, weil sie sonst mit einer Aufgabe wiederkommen würde. Doch es nutzte nichts: Sie bekam ihre Aufgabe trotzdem: „Ich hatte nicht mit der Hartnäckigkeit von Klaus Spieß gerechnet.“ Der damalige Hauptamtsleiter gewann sie für die Redaktion der neuen Bürgerzeitung. Ihre Bedingung: Das Informationsblatt sollte für die Nesselwanger Bürger kostenlos sein. „Wir hatten vom Redaktions- und Verlagswesen keine Ahnung“, erzählte Abt von den Anfängen. Dennoch sei es gelungen, am 11. September 2002 die erste Ausgabe zu veröffentlichen. Obwohl die Redaktion seitdem immer wieder neue Helfer gefunden habe sei es nun aber langsam an der Zeit, die Aufgabe an Jüngere mit neuen Ideen abzugeben, sagte Abt: „bevor ein alter Käse zwei Mal gegessen wird“.